Achtung: Pflichtlektüre!

Bücher mit dem Buchstaben: Z




"Die Zeitmaschine" George Wells

Zumindest EINEN SF-Klassiker konnte ich mir nicht verkneifen, so etwas gehört in eine Vorstellung von Kultbüchern einfach hinein: Ich empfehle keinen geringeren Roman als "Die Zeitmaschine" vom unvergessenen George Wells.
Ich hab es schon staunend als kleines Kind gelesen und später immer wieder und kann mit Fug und Recht behaupten, dass dieses Buch wohl DER Klassiker der Utopie schlechthin ist. Die jüngste Verfilmung "The Time Machine" ist bis auf die Filmmusik völliger Schrott, der seiner genialen Vorlage in keinster Weise gerecht wird, das Buch selbst aber ist schlichtweg Pflichtliteratur für jeden Anhänger utopischer (und antiutopischer) Literatur!
Der Roman spielt in einer unvorstellbar weit entfernten Zukunft in einer nun unbegreiflichen Welt und Wells benutzt eine so mächtige und plastische Ausdrucksweise, dass ich die Episoden noch immer wie Bilder vor meinen Augen zu sehen glaube.
Man spürt förmlich mit dem Protagonisten das schwerfällige Wanken der Maschine durch die Zeiten, atmet den Duft der malvenartigen Blumen, kämpft in den lodernden Flammen im Wald gegen die affenartigen Morlocks, hämmert mit ihm verzweifelt gegen die Bronzepforte oder wandert mit prasselnder Fackel durch das verstaubte Museum und hört die imaginären Maschinen im Erdinneren stampfen. Dieses Buch ist Magie und sprüht vor Abenteuer und Genialität.

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"Das zweite Königreich" Rebecca Gable

Nein, ein Fan historischer Romane bin ich eigentlich wirklich nicht. Die sind meist trocken, langatmig und vorhersehbar; manchmal denke ich, dass das ganze Genre nur von Leuten erdacht wurde, die selber keine Ideen für neue Geschichten hatten und deshalb auf historische Persönlichkeiten zurückgreifen mussten. Aber als ich irgendwann mal zu "Die Säulen der Erde" (eigentlich kein richtiger historischer Roman) recherchierte, stieß ich auf ein Werk, dass von Szenekennern zwar abgefeiert wurde, sonst aber kaum bekannt war: "Das zweite Königreich" von Rebecca Gable. Und das genau soll mein heutiger Buchtipp sein!
Manche historischen Romane bestehen aus mehr als nur romantischen Abenteuern. Was wissen wir aus der Zeit vor ca. 1000 Jahren? Hm, was fällt mir spontan ein? Der deutsche Kaiser hieß Heinrich, es gab den Gang nach Canossa, die Dänen beherrschten Nordeuropa und Wilhelm der Eroberer besetzt mit deinen Normannen England. Und genau darum geht es auch in diesem Buch. Wen es vor Jahreszahlen und trockenem Geschichtsunterricht graut, aber wer trotzdem über diese Zeit Bescheid wissen möchte, ist mit diesem Buch bestens beraten. Rebecca Gable füllt den alten Stoff mit lebendigen Helden voller Stärken und Schwächen, mit interessant gesponnenen Geschichten um Liebe, Krieg und Intrigen und natürlich um die bekannten Personen und Geschehnisse dieser Zeit - lebendig und spannend geschildert. Das harte Leben der einfachen Menschen, die rohe Gewalt der Kämpfe, die Wohnverhältnisse, Regierungssysteme, das Leben bei Hofe - all das wird hochinteressant und unmittelbar geschildert und ist deshalb für jeden Geschichtsinteressierten ein Erlebnis.
Natürlich hat die Geschichte auch ihren Protagonisten; Caedmon von Helmsby, ein Anti-Held, wie er im Buche steht. Wegen einer Kriegsverletzung jung verstoßen, wächst er beim späteren Feind auf und wird irgendwann zum Mittler zwischen Normannen und Angelsachsen. Hin und hergerissen und irgendwie keiner und doch beiden Seiten zugetan, erlebt er Höhen und Tiefen und führt den Leser tief in die Geschehnisse eines barbarischen Jahrhunderts.
Der wahre Held des Buches aber ist - natürlich - Wilhelm der Eroberer. Fast jedem als gnadenloser Gewaltherrscher bekannt, ist er DIE mitreißende Gestalt des Buches; unnahbar, abstoßend, skrupellos - aber trotzdem ein Ehrenmann und eine äußerst faszinierende Erscheinung. Obwohl eher eine Randfigur, sind seine Feldzüge und sein Auftreten in diesem Roman die zentralen Themen - bis hin zu seinem grauenhaften Ende.
Alles in allem ist "Das zweite Königreich" ein erfrischendes Buch, historisch ziemlich korrekt und ungemein spannend erzählt. Eine Referenz in Sachen "Historischer Roman". Das Buch hat respekteinflößende, aber niemals langweilig werdende 850 Seiten und kostet als Taschenbuch 9,90 Euro. Für die etwas Betuchteren gibt's das Werk für stolze 24,90 Euro auch als gebundene Ausgabe.

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"Der zwölfte Planet" Zecharia Sitchin

"Der zwölfte Planet" ist DAS Standardwerk der modernen Präastronautik. In keinem anderen grenzwissenschaftlichen Buch wird so ausführlich und plausibel die These vertreten, dass die Erde in vergangener Zeit von Außerirdischen aufgesucht worden ist, die sich auch noch so ganz nebenbei als die Schöpfer der Menschheit betätigt haben sollen.
Diese Theorie, die von den meisten Menschen sicherlich lediglich mit einem Kopfschütteln quittiert werden würde, hört sich mit einemmal ganz passabel an, wenn sie nur mit genügend geschichtlichem, religiösem und archäologischem Fachwissen belegt wird - und das alles liefert das Buch reichlich. Da hat der gute Autor wirklich ausgezeichnete Recherchearbeit abgeliefert (angeblich 30 Jahre). Seine Abhandlungen zur sumerischen Geschichte sind beispielhaft überzeugend und seine Deutungen alter Texte und Bilder zumindest nachdenkenswert. Und wenn ich, der ich in diesen Dingen wirklich sehr kritisch bin und auch an Autoren wie Däniken, Holey oder George kaum ein gutes Haar lasse, das vorliegende Buch als plausibel bezeichne, dann ist das ein großes Lob. Diese ganzen Geschichtchen, die man ja seit Jahren aus dem Internet oder aus diversen Büchern hört, diese ganzen alten Geschichten also über die Annunaki, über Enki und Enlil, über Nibiru und so weiter, die haben alle ihren Ursprung in den Theorien des brillanten Zecharia Sitchin.
Großartig auch, wie er von Sumer aus den Übergang in andere Religionen und Frühkulturen findet und immer ein nettes Details auf Lager hat, das diesen Übergang dann auch glaubhaft machen.
Sein unglaubliches Fazit also: Die Menschheit wurde von einigen Hunderttausend Jahren von den außerirdischen Annunaki erschaffen (die von Nibiru stammen), die sich damals auf unserem Planeten befanden, um dringend benötigtes Gold abzubauen. Sie hatten vom Schuften irgendwann die Nase voll und erschufen den ersten Menschen, von dem sie dann weitere klonten, um sich billige Arbeitskräfte zu erschaffen. Soweit zum unrühmlichen Start der Menschheit. Diese blasphemische These untermauert er mit einer Vielzahl von Fakten und Indizien, die jedes für sich allein und unkommentiert lächerlich wären, als Ganzes jedoch und mit den findigen Kommentaren eines Sitchin versehen, eine sensationelle Alternative zur Evolutionstheorie darstellt. Nun, ich bin Christ und bleibe Christ, auch trotz Sitchin. Aber ich möchte das kurzweilig geschriebene Buch trotzdem unbedingt weiterempfehlen, weil es erstens spannend und in seiner Art beispiellos ist und weil es zweitens eben als Vorlage und Ideengeber für viele Autoren gedient hat, die viel berühmter geworden sind als der immer ein wenig stiefmütterlich behandelte Zecharia Sitchin. Das Taschenbuch hat 340 Seiten und kostet neu 9,90 Euro.

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