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"Im Schatten der Wiederkunft Jesu Christi" Jean Grant. |
Hier wiedermal ein Roman zum Thema biblischer Endzeiterwartung: "Im Schatten der Wiederkunft Jesu Christi" von Jean Grant. Der Untertitel des Buches lautet "Eine Schar Christen im Chaos der Endzeit" - treffender kann man den Inhalt des Buches nicht zum Ausdruck bringen. Über eine kleine Gruppe christlicher Leute brechen unvermittelt die endzeitlichen Ereignisse herein - wie sie sich verhalten, wie ihre Sorgen und Ängste aussehen und natürlich auch Ereignisse von globaler Wichtigkeit (Katastrophen, Antichrist, Weltstaat) - das macht den Inhalt des Romanes aus. Während in der vergleichbaren "Finale" - Buchreihe eine umherreisende, reiche Jetklasse die Protagonisten darstellt (trotzdem find ich die "Finale" - Reihe ausgezeichnet), sind es im vorliegenden Buch die kleinen Leute. Interessant werden auch die sich ergebenden Problematiken dargestellt: Zum Beispiel stellen im Buch Eltern fest, dass die Lerninhalte in der Schule ihrer Kinder extrem antichristlich sind und wollen die Kinder dort nicht mehr unterrichten lassen. Prompt werden ihnen die Kinder von der Weltpolizei weggenommen und sie bekommen sie zunächst auch nicht wieder, weil sie das Malzeichen nicht angenommen haben. Bemerkenswert auch, wie der Autor politische Ereignisse umschreibt: so ist Westeuropa das 10-Staatenbündnis, der UNO-Generalsekretär ist das große Tier und die Heuschrecken sind wirklich bösliche und stechende Insekten. Eingeleitet wird alles von einem gewaltigen Erdbeben, bei dem der Jerusalemer Felsendom einstürzt und Platz für den neuen Tempel der Juden macht! Das Buch endet übrigens nicht so, wie man es erwartet - mitten in der Endzeit (vor den letzten 3,5 Jahren, in denen der Teufel persönlich regiert) und die Entrückung findet tatsächlich auch genau zu diesem Zeitpunkt statt. Das ist sehr ungewöhnlich, denn aus theologischer Sicht geht man in der Regel fast immer von einer Entrückung VOR oder NACH der Endzeit aus! Alles in allem also ein spannendes und interessantes Buch mit ca. 300 Seiten. zurück zur Übersicht |
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"Der Schatten des Windes" Jean Grant. |
Heute eine echte Perle! „Der Schatten des Windes“ ist in jeder Hinsicht ein absolut sensationeller Roman, der sich ganz schwer beschreiben lässt. Es geschehen Verbrechen, aber es ist kein Krimi - er spielt in der Vergangenheit, aber es ist kein historischer Roman - es geht um zwischenmenschliche Beziehungen, aber es ist auch kein Liebesroman. Es ist eine höchst außergewöhnliche Geschichte voller Leidenschaft und Trauer, voller Dramatik und Hoffnung, voller Rückschläge und Hoffnung. Die Handlung spielt größtenteils im Spanien der Nachkriegszeit unter der Diktatur Francos. Der junge Daniel wird von seinem Vater in den Friedhof der vergessenen Bücher geführt, wo er sich ein einziges Buch aussuchen soll, dass fortan sein Leben bestimmen wird. Er wählt das namensgebende Werk „Der Schatten des Windes“ und ahnt nicht, was er damit auslöst. Das Buch ist nämlich das allerletzte, welches noch existiert – und es scheint eine Menge dubioser Gestalten zu geben, die sich noch dafür interessieren. So wird er bald darauf von einer düsteren Gestalt bedroht, die bisher alle existierenden Exemplare dieses Buches vernichtet hat und die sich als Lain Coubert ausgibt, was in diesem Roman der Name des Teufels ist. Daniel verliebt sich in das bezaubernde, blinde Mädchen Clara und bemerkt bald, dass sein Leben mit dem des geheimnisvollen Autors und dem Inhalt seiner Geschichte immer mehr seltsamer Parallelen aufzuweisen scheint. Es entspinnt sich eine zunächst verwirrende Geschichte, die mit dem Fortschreiten der Handlung immer verblüffendere Wendungen aufzuweisen hat und sich dann zu einem unglaublichen Ende steigert. Am Schluss werden wirklich alle aufgeworfenen Fragen geklärt und jede noch so unbedeutende Episode wird eine ungeahnte Bedeutung erlangen – es empfiehlt sich daher, das Buch sehr aufmerksam zu lesen. Ich darf ehrlich zugeben, dass ich am Ende eines Buches selten so begeistert gewesen bin wie in „Der Schatten des Windes“. Ich muss dazu sagen, dass ich meistens vor dem Schlafen lese und nach der Beendigung meiner Lektüre üblicherweise keine drei Minuten brauche, um einzuschlafen. Nach den letzten Kapiteln von „Der Schatten des Windes“ hingegen brauchte ich Stunden, um Schlaf zu finden - so aufgewühlt, entsetzt und begeistert zugleich war ich von der atemberaubenden Geschichte. Das ist mir vorher noch nie passiert. Man braucht viel Geduld und Einfühlungsvermögen für das Buch, denn die Geschichte ist romantisch geschrieben und die Handlung extrem verwoben. Wenn man sich aber von der dunklen Atmosphäre und den zauberhaften Charakteren gefangen nehmen lässt und wenn man sich einlässt auf die ungewöhnliche Geschichte, dann wird man mit einem Leseerlebnis belohnt, dass in der Literatur seines gleichen sucht. Zwei Dinge will ich noch hervorheben: Erstens der unkonventionelle Schreibstil des Autors, der zwischen romantischer Verklärung und extrem wirkungsvoller, kraftvoller Sprache wechselt, was die dramatischen Teile der Erzählung natürlich bis ins Uferlose steigert. Und zweitens die fantastischen, niemals stereotyp wirkenden Charaktere. Hier möchte ich vor allem auf die Figur des Fermin hinweisen – meiner Meinung nach einer der besten Nebendarsteller eines Romans, der je zu Papier gebracht wurde. Fermin, eine unscheinbares, obdachloses Männchen aus der Gosse, das jahrelang nur Leid bis hin zu brutalster Folter ertragen musste und das trotzdem so voller unbändiger Lebenslust und Hilfsbereitschaft steckt, dass einen die dramatische Schilderung seines Lebens beim Lesen oft zum Lachen, manchmal aber sogar fast zum Weinen bringt. Ein tief berührendes Werk und einer der bewegensten Bücher, das ich je lesen durfte. Den Atem anhalten und Lesen – gibt’s für 9,90 im Handel. zurück zur Übersicht |
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"Schlimmes Ende" Philip Ardagh |
Heute eine ungewöhnliche Buchbeschreibung, denn dieses Buch kann man nicht beschreiben. Es ist nämlich unbeschreiblich. Wirklich! Deshalb versuche ich es gar nicht erst. Ihr findet im Anschluss die ersten dreieinhalb Seiten (von insgesamt 127) aus dem Buch "Schlimmes Ende" von Philip Ardagh ungekürzt für euch abgetippt. Das Buch kostet 5,90 Euro und hat die ISBN-Nummer 3570215075. Aber jetzt kein weiterer Kommentar mehr. Lehnt euch zurück und lest das! Bitte! "Als Eddie Dickens elf Jahre alt war, bekamen seine beiden Eltern so eine abscheuliche Krankheit, von der sie gelb und an den Rändern etwas wellig wurden und nach alten Wärmflaschen rochen. Damals gab es viele solcher Krankheiten. Vielleicht hatte das mit dem vielen Nebeln zu tun, mit dem knubbeligen Kopfsteinpflaster und damit, dass sich alle zu Pferde fortbewegten, sogar aufs Klo ... Wer weiß? "Es ist sehr epidemisch", sagte sein Vater. "Und ansteckend", sagte seine Mutter, die an einem Eiswürfel in Gestalt eines berühmten Generals lutschte. Sie waren im Schlafzimmer von Eddies Eltern, welches sehr dunkel und sehr dreckig war und in dem es außer einem großen Doppelbett, einem noch größeren Kleiderschrank und zweiunddreißig verschiedenen Stühlen, die alle so gebaut waren, dass man kerzengerade auf ihnen sitzen musste, selbst wenn man mit den Hand- an die Fußgelenke gefesselt war, keine Möbel gab. "Warum lutscht du an einem Eiswürfel in Gestalt eines berühmten Generals?", fragte Eddie beide Eltern, die, gegen Stapel von Kissen gelehnt, aufrecht in ihrem beeidruckend hässlichen Doppelbett saßen. "Doktor Keks sagt, das hilft gegen die Schwellung", sagte seine Mutter. In Wirklichkeit sagte sie, weil sie einen berühmtergeneralsförmigen Eiswürfel im Mund hatte, natürlich: "Bokbor Keeksch wagt, basch hiff gegbe bie Schwewwugg", aber Eddie gelang es, das zu übersetzen. "Welche Schwellung", fragte er höflich. Seine Mutter zuckte die Achseln und sah plötzlich noch gelber und an den Rändern noch welliger aus. "Und warum müssen sie berühmtergeneralsförmig sein?", fragte Eddie. Er stellte immer viele Fragen, und immer wenn er viele Fragen stellte, sagte sein Vater: "Fragen! Fragen!" "Fragen! Fragen!", sagte sein Vater. Sag ich doch. "Aber warum wie ein berühmter General?", wiederholte Eddie. "An der Form des Eiswürfels kann es doch nicht liegen, oder?" "Bakammamma wehn, baschu keibme Fimme hasch", maulte seine Mutter, und das hieß (und heißt es immer noch): "Da kann man mal sehen, dass du keinen Schimmer hast". Sein Vater raschelte mit dem Bettzeug. "Man stellt den guten Onkel Doktor nicht in Frage", sagte er. "Besonders nicht, wenn man ein Kind ist". Er war ein kleiner Mann, außer wenn er im Bett saß. In dieser Stellung wirkte er überaus groß. Dann raschelte Eddies Mutter mit dem Bettzeug. Es war leicht, mit dem Bettzeug zu rascheln, denn es war ausschließlich aus braunen Papiertüten hergestellt, die mit diesen Extrastreifen gummiertes Papier aneinander geklebt waren, die man kriegt, wenn man auf dem Postamt mehr als eine Briefmarke kauft. Briefmarken waren damals noch eine ziemlich neue Erfindung und alle - außer eine meiner Ururgroßtanten mütterlicherseits - fanden sie sehr aufregend. Das Gute daran, dass es damals so wenig Briefmarken gab, war, dass noch niemand auf die Idee gekommen war, sie zu sammeln und in Alben zu kleben und einen richtig damit zu langweilen. Es gab keine Briefmarkensammler. Außerdem war es gut dass es keine Briefmarkensammler gab, weil Lehrer sich nicht an ein wehrloses Kind anschleichen und es fragen konnten, wie "Philatelist" geschrieben wird. Jedenfalls war es selbst für damals eher ungewöhnlich, Bettzeug aus braunen Papiertüten zu besitzen. Sogar außergewöhnlich ungewöhnlich. Um Bettzeug wurde damals noch mehr Aufhebens gemacht als heutzutage. Es gab keine polyestergefüllte Daunendecken. Aber nein. Damals gab es Unterdecken und Unterlaken und Mitteldecken und sieben verschiedene Sorten von Überdecken. Diese rangierten von solchen, die dicker waren als eine Holzplanke (aber nicht so weich), bis zu welchen, die Löcher hatten und auch haben sollten. Um ein Bett ordentlich machen zu können, durchlief das durchschnittliche Zimmermädchen eine sechs- bis achtwöchige Ausbildung in einem speziellen Lager. Selbst dann bestanden nicht alle die Prüfung, und wenn eine durchgefallen war, verbrachte sie den Rest ihres arbeitsfähigen Lebens in einem Schrank unter der Treppe. Der Schrank unter der Treppe des Dickins'schen Haushalts wurde von der Laberliese bewohnt. Sie verbrachte den Tag im Finstern mit verschiedenen Aufnehmern, Eimern und Besen und murmelte Sachen wie "auch in den Ecken wischen" und "der aufgeraute Teppichsaum ist der schlimmste". Sie kam nie heraus und wurde mit Schinkenscheiben und allen Nahrungsmitteln gefüttert, die dünn genug waren, um unter der Schranktür durchzupassen. [...]" zurück zur Übersicht |
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"Das Schloss" Franz Kafka |
Hiermit komme ich zu einem Schriftsteller, der mit seinem kunstvollen und nonkonformistischen Stil keiner literarischen Richtung zuzuordnen ist und wie kein zweiter die deutsche Sprache einzusetzen verstand - Franz Kafka. Sein Roman "Das Schloß" ist schon fast 80 Jahre alt und hat bis heute nichts von seinem Reiz verloren. Kafka, schwer an Tuberkulose erkrankt, betrachtete das Schreiben eigentlich als analytische Selbstbeobachtung und war sich gar nicht seiner Genialität bewusst. So hatte er in einem Testament abgeordnet, sämtliche Bücher, Manuskripte oder Briefe ungelesen zu verbrennen - Gott sei Dank wurde dem nicht nachgekommen. - so blieb uns der geistige Nachlass eines begnadeten Genies erhalten. "Das Schloß" ist ein typisch kafkaesker Roman; voller unterschwelliger Furcht, surreal und subtil und trotzdem literarisch kaum erreicht. Es gibt noch heute Kritiker, die Kafkas Roman "Das Schloss" den Ruf zubilligen, das beste Werk zu sein, das jemals in deutscher Sprache verfasst worden ist. Das mag streitbar sein, aber angesichts der wirklich kunstvollen Sprache des Werkes ist man fast geneigt, ihnen zuzustimmen. Zum Inhalt: Der angebliche Landvermesser K. kommt in ein Dorf, um dort zu arbeiten. Kafka verrät uns nur dass, was er zum Aufbau seiner detaillierten, beklemmenden Geschichte braucht - Name und Herkunft des Protagonisten gehören nicht dazu. Beim Dorf steht ein Schloß, dass zum alles bestimmenden Faktor für K. wird. Aber weder schafft er es, überhaupt dorthin vorzudringen (alle Straßen biegen seltsamerweise immer wieder davor ab), noch schafft er es, mit irgendjemanden zu reden, der schon mal dort war. Er will eigentlich nur Arbeit, stößt aber auf einen unglaublichen Behördenwust, der vom Schloß ausgeht und das ganze Leben der Dorfbewohner im Würgegriff hält. Die Geschichte lebt von einer nichtgenannten Bedrohung, einer unbestimmten Angst, wie so oft in Kafkas Romanen. Am Ende lässt er einen verstörten Leser zurück, denn das Buch endet mitten im Satz - Kafka hatte es nicht geschafft, es zu beenden! Nach seinem Tod wurden 6 vollgekritzelte Schulhefte mit der Geschichte gefunden und nach mühseliger Manuskriptprüfung (ursprünglich begann das Buch in der Ich - Perspektive...) als Roman veröffentlicht. "Das Schloß" hat etwa 350 Seiten und kostet in der Taschenbuchausgabe von Reclam ca. 6,- Euro ! Die Abbildung unten ist aber von der etwa 3,- Euro teureren Ausgabe. zurück zur Übersicht |
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"Schöne neue Welt" Aldous Huxley |
Was soll man noch zu diesem Buch schreiben? "Schöne neue Welt" ist neben "1984" DAS Standardwerk der Antiutopie; in ihm beschreibt Huxley die Zukunftsvision eines Gesellschaft, in der eigentlich alle glücklich sind, die uns aber trotzdem unfassbar entsetzlich erscheint. Im Zeitalter der Klontechnologie erschreckend real geworden, zieht sich die Geschichte durch eine künstlich erzeugte und perfektionierte Menschheit, in der ein unzivilisierter "Wilder" auftaucht und scheitert. Wer die eiskalte und steril verfasste Geschichte nocht nicht kennt, hat das Referenzwerk düsterer Zukunfstvisionen verpasst. In dem unscheinbaren Taschenbüchlein verbirgt sich ein wahrer Literaturklassiker. zurück zur Übersicht |
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"Der Schwarm" Frank Schätzing |
Das Buch mit dem geheimnisvollen Namen zierte seit Monaten beständig die deutschen Bestsellerlisten. Als es kurz vor Weihnachten in den Amazon-Verkaufscharts bis auf Platz zwei geklettert war, habe ich es mir dann kurzerhand gekauft. Frank Schätzing, ein deutscher Schriftsteller, hatte sich bislang als Autor von Thrillern und Krimis einen Namen gemacht - beides Genres, mit denen ich nicht unbedingt soviel anfangen kann. "Der Schwarm" jedoch ist anders. Zum einen ist es sehr intelligente Literatur. Es richtet sich nicht an den Gelegenheitsleser profaner Trivialliteratur, sondern verlangt eine gehörige Portion Mitdenken. Das Buch ist eine Art Ökothriller und es geht darin sehr oft um detaillierte Fragen der Meeresbiologie. Das ist ungleich spannender als es jetzt vielleicht klingen mag, weil man tatsächlich das Gefühl hat, ganz viele interessante Informationen dazugelernt zu haben. Ein Thriller mit Lernfaktor sozusagen. Zum anderen ist es ein Katastrophenroman. Nein, nicht weil die Story eine Katastrophe ist, sondern weil die Menschheit in dem Roman durch ihre Ignoranz in Umweltfragen eine weltweite Katastrophe heraufbeschwört. Das Meer scheint sich gegen die Menschen aufzulehnen, denn es passieren mehr und mehr unerklärliche und unheimliche Dinge. Milliarden von unbekannten Borstenwürmern drohen die Kontinentalhänge ins Rutschen zu bringen. Riesige Tsunamis verwüsten die Küsten. Wale spielen verrückt und versuchen, Schiffe zum Kentern zu bringen. Hummer verursachen seltsame Krankheiten. Eine Katastrophe jagt die nächste, bis das Ende der Menschheit zu drohen beginnt. Erst jetzt setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass irgendwer oder irgendwas hinter den mysteriösen Vorfällen zu stecken scheint. Das Buch ist durchweg spannend geschrieben und beinhaltet sehr viele Handlungsstränge. Das mag ich eigentlich nicht so sehr, weil es den Inhalt gern ein wenig unübersichtlich werden lässt, aber in "Der Schwarm" hat diese Aufsplittung der Geschichte sehr gut getan, weil die Katastrophen dadurch glaubhaft und anschaulich geschildert werden. Erst gegen Ende fand ich dann doch noch einen Kritikpunkt, weil sich der Autor ein wenig an seiner eigenen Geschichte zu berauschen schien und deshalb für ein paar Kapitel ziemlich gewagt ins Präsenz (!) wechselt. Aber das ist auch nicht so schlimm, denn "Der Schwarm" bietet fast 1000 Seiten intelligente Unterhaltung für 9,90 Euro und ist deshalb eine klare Empfehlung wert. Solange, wie ein wissenschaftlicher Roman eines deutschen Autors zum Thema Ökoproblematik die Bestsellerlisten stürmt, solange kann es um die Zukunft der deutschen Literatur gar nicht so schlecht bestellt sein. Da ist der Verlag für seinen Mut richtig belohnt worden. Klasse! zurück zur Übersicht |
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"Das schwarze Reich" E. R. Carmin |
Und jetzt zu einem wahren Muss für Verschwörungstheoretiker: "Das Schwarze Reich" von E. R. Carmin! Der Untertitel des Werkes heißt "Geheimgesellschaften und Politik im 20. Jahrhundert" - wer sich für Geheimgesellschaften und ihre Machenschaften interessiert und nach van Helsing oder Risi weiterführende und genauere Lektüre sucht, der ist mit Carmins Schwarzem Reich ausgezeichnet bedient. Carmin hat eine ungeheure Menge an Fakten zusammengetragen (sehr interessant sind u.a. die Verstrickungen des Vatikan) und wirklich exzellent recherchiert und belegt. Die umfangreiche Quellenangabe ist wirklich beeindruckend - und Carmin hat es auch geschafft, politisch neutrale Aussagen zu treffen, so dass das Buch trotz seiner Brisanz nie auf dem Index landete. Die Taschenbuchausgabe kostet wohl um die 15,- Euro und ist wirklich jeden einzelnen davon wert - denn fast 900 Seiten voller interessanter Fakten findet man in diesem Genre wirklich selten. zurück zur Übersicht |
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"Die schwarze Sonne" Rüdiger Sünner |
Oft schon hatte ich mein Interesse an germanischer Esoterik bekundet, allerdings ist es wahrlich nicht einfach, passende Literatur dazu zu finden. Wer sich z.B. über die okkulten Hintergründe des Nationalsozialismus informieren will, steht meist im Regen. Bücher über das 3. Reich selbst gibt es Tausende, aber Bücher über das WARUM und die Hintergründe dieser Weltanschauung sind an einer Hand abzuzählen. Und die meisten von denen sind außerdem in unserer freien Demokratie verboten. Es gibt aber ein Buch, gewissermaßen ein Standardwerk zum "Naziokkultismus", dass die Hintergründe im Detail zu beleuchten versucht und trotzdem legal zu kaufen ist, weil der Autor schlau genug war, auch ja schön über Deutschland zu schimpfen. Es ist "Die Schwarze Sonne" von Rüdiger Sünner! Sünner nennt recht ausführlich die Ideengeber und Visionäre einer nationalen Kultur und beschreibt beispielsweise die heidnischen Riten und die Jugendbewegung so schön, dass das Buch trotz seiner antideutschen Grundhaltung eine ganz andere Wirkung auf den Leser hat. Es ist sozusagen eher als Anleitung denn als Pamphlet zu verwenden... Sehr interessante Inhalte hat der gute Sünner aufgelistet, da geht es um die Wewelsburg, die Ursprünge der Schwarzen Sonne, um die alten Klassiker wie Sebottendorf, List, Blavatsky, von Liebenfels und und und... Richtig tiefgehend wird es zwar eigentlich an keiner Stelle, da wird man sich mit den Originalen weiterhelfen müssen, weil sich der Autor erstens nicht in diese Gedankenwelt hineinzudenken versteht und weil das Buch zweitens dann ebenfalls auf dem Index gelandet wäre wie alle anderen auch. Aber: Wer sich auf legalem Weg über die Esoterik der Nationalsozialisten informieren will, der MUSS dieses Buch ganz einfach im Schrank haben - besonders für "Einsteiger" ist es fast schon eine Bibel. Es ist wunderschön aufgemacht, spannend und informativ geschrieben und wirklich ausgezeichnet recherchiert!!! Vielleicht kennt ja auch der eine oder andere den Film dazu, der auch schon im TV lief. Also Tip an die Jünger Aghartis: KAUFEN! zurück zur Übersicht |
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"Die schwarze Sonne von Tashi Lhunpo" Russell McCloud |
Heute wieder ein Roman, fast schon ein Thriller, den ich unbedingt vorstellen wollte. Eigentlich mag ich keine Thriller, aber dieses Buch hat ein so interessantes Thema, dass sich eine Besprechung lohnt - ich rede von "Die schwarze Sonne von Tashi Lhunpo"! Der Roman handelt ein paar Jahre in der Zukunft und beschreibt aus der Sicht eines neutralen Protagonisten (ein Journalist) den Kampf zwischen Agharti und Schamballa, welche hier für die okkulten Kräfte der NS-Zeit (Agharti) sowie für die Freimaurer (Schamballa) stehen. Auch wenn ich finde, dass sich diese beiden Begriffe keineswegs nur auf diese Richtungen reduzieren, schafft es der Autor Russell McCloud eine spannende Geschichte daraus zu schmieden. Die Story pendelt zwischen den Haupthandlungsorten Italien, Deutschland und Tibet und umreißt auch Themen wie die Wewelsburg oder die heilige Lanze. Ich will es nicht verschweigen: vom literarischen Anspruch, vom Verlauf der Story und auch vom Hintergrund der Geschehnisse gibt es im Buch gravierende Mängel - es gibt aber einen Hauptgrund, weswegen ich das Buch hier vorstelle und auch weiterempfehle. Der Autor schafft es, die Geschichte aus einer Sichtweise darzustellen, die völlig neu ist! Er zwingt den Leser auf eine Art Mittelweg, eine Sicht, die sowohl gegen die eine als auch gegen die andere Seite ist! Eine solche Darstellung hatte ich bisher nirgendwo in dieser Form gelesen und gerade deswegen hat mir das Buch auch gefallen! Und auch der Vorwurf in diversen Publikationen, das Buch sei rechtsradikal, ist völlig lächerlich - denn Agharti wird an keiner Stelle als erstrebenswert empfunden und gewinnt die Schlacht auch nicht! Alles in allem, trotz aller Mängel, ein interessantes und vor allem äußerst originelles Buch, dass einem neue Sichtweisen aufzeigt! Wen das Thema interessiert, der sollte einen Blick riskieren. zurück zur Übersicht |
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