Achtung: Pflichtlektüre!

Bücher mit dem Buchstaben: S




"Sagen Mythen Menschheitsrätsel" Jennifer Westwood

"Sagen Mythen Menschheitsrätsel" heißt der großformatige Band von Jennifer Westwood, den ich heute vorstellen möchte. Der Untertitel "Ein Atlas der heiligen Orte, geheimnisvollen Kultstätten und versunkenen Kulturen" verrät bereits vieles.
Das Buch ist in vier Abschnitte untergliedert:
Der erste heißt "Heilige Stätten" und befasst sich unter anderem mit Glastonbury (wo König Artus gewesen sein soll), mit der Kathedrale von Chartres, mit Stonehenge, dem Orakel von Delphi, den Externsteinen, Mekka, Jerusalem und vielem mehr.
Abschnitt zwei dreht sich um Allegorische Landschaften wie Ayers Rock, den Osterinseln oder auch die Linien von Nazca.
In Kapitel 3 wird von antiken Städten berichtet, wie z.B. von Knossos, Angkor, Troja, Petra oder Teotihuacan.
Der vierte und letzte Abschnitt ist sogar noch interessanter und erzählt über versunkene Welten! Darin wird über Atlantis spekuliert und über Lemuria , es geht um Shangri-La (Shamballa) und auch um Eldorado.
Im Anhang werden weitere mystische Stätten auf der ganzen Welt kurz vorgestellt. Alles in allem ist es ein wunderschöner Band, der einem die Schönheit und Rätselhaftigkeit der Erde aufzeigt. Ganz viele, große Fotos und Karten laden immer wieder zum Blättern ein. Wer detaillierte Hintergrundinfos sucht, ist mit dem Buch wahrscheinlich weniger zufrieden, denn die meisten Stätten sind inhaltlich zwar übersichtlich, aber nur kurz vorgestellt. Wer aber einfach nur stöbern, reinschnuppern und sich berauschen lassen will, ist mit dem großen Band gut beraten.
Das Werk hat ca. 240 Seiten und kostet knapp 15,- Euro.

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"Die Sagen von Mittelerde" J.R.R. Tolkien

Im allgemeinen Herr der Ringe - Fieber und unter dem Eindruck der wunderschönen Kinofilme möchte ich meinen heutigen Buchtipp wiedermal J.R.R. Tolkien widmen. Genauer gesagt ist es nicht nur ein Buch, sondern es sind ihrer vier - nämlich die im dekorativen Pappschuber erhältliche Sammlung "Die Sagen von Mittelerde" mit den Büchern "Das Buch der verschollenen Geschichten 1 + 2", "Das Handbuch der Weisen von Mittelerde" und "Das Silmarillion"! Nachfolgend stelle ich die Bücher mal kurz einzeln vor:
"Das Silmarillion" habe ich hier schon separat vorgestellt, dazu braucht man nicht mehr viel schreiben. Fantastisch, wortgewaltig und monumental, so lässt sich die Heldensage der vergangenen Zeitalter Mittelerdes umschreiben - eine Pflichtlektüre! Darüber hinaus sind noch vier hochinteressante Kurzgeschichten zum Thema enthalten, so die Schöpfungsgeschichte "Ainulindane" oder das für Herr der Ringe - Fans unentbehrliche "Von den Ringen der Macht und dem Dritten Zeitalter", in dem man viele Details erfährt. Das Buch ist ein 500 Seiten dicker Traum.
Das nächsten beiden enthaltenen Bücher sind "Das Buch der verschollenen Geschichten 1 + 2". Für Mittelerde-Fans sind sie eine Offenbarung, denn Tolkiens Sohn hat nach dem Ableben des genialen Vaters alle reichlich vorhandenen, nie veröffentlichten Manuskripte überarbeitet und in den vorliegenden Bücher herausgebracht. In den Werken findet man das, was den Unterschied zwischen Tolkiens Hauptwerken ausmacht. Wer sowohl "Das Silmarillion" als auch den "Herr der Ringe" kennt, weiß, wovon ich rede: denn ersteres ist ein die Zeitalter überspannendes Monumentalwerk, ein Geschichtsbericht voller Schlachten und Leidenschaft, während sein bekanntestes Werk sehr detailverliebt auch auf die Personen eingeht.
Wer diese Details im Silmarillion vermisst, der muss "Das Buch der verschollenen Geschichten" lesen, denn dort findet man diese ganzen heroischen Heldensagas explizit erzählt! Die Gründung Valinors, der Diebstahl der Silmarill, die Erstehung der Menschen, der Fall Gondolins - das alles findet sich dort, neben umfangreichen Anhängen über die Elbensprachen oder Personenregister. Teil eins hat etwas mehr als 460 Seiten, Teil zwei knapp 400.
Als letztes befindet sich noch ein Werk in der Sammlung, dass nicht aus der Feder von Tolkien stammt, aber trotzdem wichtig ist: "Handbuch der Weisen von Mittelerde" - von niemand anderem als Tolkien-Übersetzer Wolfgang Krege! Es handelt sich hierbei um ein erstklassiges Lexikon zu allen Personen, Orten und Gegenständen, die in Tolkiens Hauptwerken vorkommen. Es ist weit über 400 Seiten dick, äußerst informativ und perfekt recherchiert!
Fazit: Die Sammlung "Die Sagen von Mittelerde" sind ein Muss für Tolkien- und Fantasiefans allgemein. 1 800 Seiten aus Mittelelerde in vier gebundenen Büchern im Pappschuber für 25,50 Euro sind nicht zuviel! Ach ja, eine ca. A3 große Landkarte von Beleriand (den im 1. Zeitlalter versunkenen Ländern Mittelerdes) liegt auch noch dabei!

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"Die Säulen der Erde" Ken Follett

Erst als ich im Internet das Ergebnis der ZDF-Umfrage nach den besten Büchern aller Zeiten las, fiel mir auf, dass ich in meiner „Sonntagsbuchliste“ ein Buch vergessen habe, das man schon längst hätte vorstellen müssen: „Die Säulen der Erde“ von Ken Follett! Die ZDF-Zuschauer wählten den Roman hinter „Der Herr der Ringe“ und der „Bibel“ zum drittbesten Buch aller Zeiten. Nun, soweit würde ich nicht gehen, da kommt schon noch ein bisschen Literatur dazwischen – aber zu den besten und wichtigsten Romanen aller Zeiten muss man es wohl wirklich dazuzählen!
„Die Säulen der Erde“ ist auf den ersten Blick ein historischer Roman und spielt im England des 12. Jahrhundert. Blutige Bürgerkriege um den Thron erschüttern das Land. Der junge Prior Philip übernimmt die Priorei der verarmten Gemeinde Kingsbridge und steht vor der Aufgabe, dort eine große Kathedrale zu errichten. Dabei kommt ihm der Baumeister Tom Builder wie gerufen, der mit seiner Familie schon lange verzweifelt und halb verhungert durch das Land reist, um eine Anstellung zu finden. Gemeinsam beginnen sie das große Werk, nicht ahnend, dass ihnen ein viele Jahrzehnte andauernder Kampf gegen Willkür, Armut und Not bevorsteht.
Das Buch ist ganz große Literatur. Eine solch bildgewaltige Sprache, eine solche Jahrzehnte umspannende Handlung, das findet man in der modernen Literatur sonst kaum noch. Folletts Werk hat drei herausragende Aspekte:
Erstens die vielen, großartig gezeichneten Charaktere! Die Figuren sind perfekt erfunden; samt Aussehen, Verhalten und Charakter, da passt einfach alles. Follett hat es nicht versäumt, auch dem größten Schurken positive Eigenschaften anzudichten und auch die größten Heiligen zeigen Schwächen. Das ist glaubhaft und ehrlich und man versetzt sich dadurch ausgezeichnet in die Figuren dieses einzigartigen Romans!
Zweitens ist das Umfeld fantastisch beschrieben. Follett benutzt eine sehr bildhafte, poetische Sprache und es gelingt ihm immer wieder, die Schauplätze überaus anschaulich darzustellen. Nach dem Buch könnte man problemlos einen Stadtplan von Kingsbridge und einen perfekten Grundriss der wichtigsten Gebäude aufzeichnen, so genau beschreibt der Autor die Orte. In Verbindung mit der mittelalterlichen Handlung wird so eine kleine Reise in die Zeit daraus. Einfach wundervoll!
Drittens letztendlich hat das Buch eine unglaubliche Story. Man verfolgt rund um den Kathedralenbau die Lebensläufe der reichlich vorhandenen Charaktere praktisch ihr ganzes Leben hindurch. Natürlich erleiden alle von ihnen die schlimmsten Schicksalsschläge, so dass man die 1150 Seiten hindurch mit seinen Figuren mitleidet. Trotzdem kann man nicht aufhören zu lesen, denn es ist eine virtuose Geschichte voller Leid und Not, aber auch voller Liebe und Hoffnung – und der ausgewogene Mix daraus ergibt einfach einen ganz großen Roman. Was mir als einziges negativ auffiel, war die Tatsache, dass Follett im letzten Drittel ab einem bestimmten Ereignis geradezu durch seinen Roman rennt, als ob der Rest künstlich angestückelt worden wäre. Und tatsächlich las ich später in einem Interview von ihm, dass er den Roman schon früher beendet hatte, aber am Ende unbedingt noch ein wirklich stattgefundenes Ereignis (die Ermordung einer berühmten Person) einbauen wollte, um seinem Roman so etwas wie historische Authenzität zu verleihen. Das bekommt dem ansonsten herausragenden Werk nicht gut, dürfte aber wirklich nur Experten auffallen.
Das dicke Buch ist als gebundenen Ausgabe für nur 5,- Euro zu haben! Ein besseres Preis-Leistungsverhältnis kann es gar nicht geben. Unbedingt empfehlen muss ich auch noch die großartige Hörspielumsetzung! Ich meine nicht die vorgelesene Variante auf 12 CDs – das finde ich unsinnig, denn lesen sollte man alleine. Ich meine die Hörspielfassung auf 7 CDs: großartige Sprecher, eine tolle Atmosphäre und eine passende, wunderschöne Musik ergeben ein perfektes Hörspielerlebnis! Das aber ersetzt natürlich nicht das Lesen dieses herausragenden Romans!

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"666 - Die Zahl des Tiers im Internet" Frank Sunn

Mit einem sehr speziellen endzeitlichen Thema befasst sich "666 - Die Zahl des Tiers im Internet" von Frank Sunn. Wie der Name schon sagt, werden der Bezug der Zahl 666 aus der Offenbarung zu den modernen Kommunikationsmöglichkeiten dargestellt. Sunn greift hauptsächlich bekannte Thesen auf (www=666, Barcode, smarte-Karte, Hopi), aber das macht er ziemlich umfassend. Wenn man diese Thematik bisher auf unzählige Verschwörungsbücher aufgeteilt sah, bekommt man nun einen geballten Haufen an Informationen auf einmal. Wer sich schon lange mit Endzeitprophezeiungen und Weltverschwörung befasst, wird nicht viel Neues erfahren und für einen Einsteiger ist das Themengebiet auch ziemlich speziell - aber wer sich speziell für das Thema 666 und "das Zeichen" interessiert, kommt an dem Büchel nicht vorbei. Bemerkenswert fand ich die Anmerkungen zur Firma "Lucent", die Ermunterung zu möglichst großer Autarkie im Hinblick auf die Versorgung und die wirklich äußerst expliziten Angaben zum implantierbaren Mikrochip.
Natürlich ist das Thema nicht umfangreich genug um ein dickes Buch zufüllen, daher ist 666 - Die Zahl des Tiers im Internet" auch nur ein Taschenbuch mit wenig mehr als 150 Seiten - dafür kostet es aber auch nur sehr wenig.

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"Die sieben letzten Jahre" Carol Balizet

Das folgende Buch, erst 1993 erschienen, ist leider nirgends mehr erhältlich - ich habe im Internet leider nicht einen einzigen Versand gefunden, der es führt. Trotzdem finde ich, dass "Die sieben letzten Jahre" von Carol Balizet sehr wichtig ist!
Es beinhaltet eine fiktive Romanhandlung, die von den biblischen Endzeitereignisse handelt. Sehr interessant ist vor allem, dass im Gegensatz zu den gut situierten Protagonisten der bekannten "Finale" Buchreihe die wirklichen Alltagsprobleme der Christenheit unter der Herrschaft des Antichristen aufzeigt werden! Zum Beispiel: Wie ernähre ich meine Familie, wenn ich "das Zeichen" nicht annehme?
Die Handlung erstreckt sich durch die gesamte Endzeit bis zur Wiederkunft Jesu und es gibt KEINE Entrückung! Statt dessen ist der Papst der Antichrist (!) und die Christen leiden sehr unter der Verfolgung und müssen sich in den Untergrund zurückziehen.
Das Buch ist eigentlich genau mein Ding, weil es explizit auf die Dinge eingeht, die mich hierbei interessieren und deshalb wollte ich es unbedingt vorgestellt haben.

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"Das Silmarillion" J.R.R. Tolkien

Am dieser Stelle zunächst etwas zum Autor: Tolkien wurde 1892 in Südafrika geboren und zog bereits drei Jahre später mit seinen Eltern nach Großbritannien. Im 1. Weltkrieg kämpfte er als Leutnant. 1924 wird er Professor für Sprachwissenschaften. Genau dieser Beruf ist sein Hobby und deshalb entwickelt er eine eigene Sprache (weitere folgen) - die Sprache der Elben (Sindarin). Er schafft sich seine eigene Fantasiewelt namens Mittelerde, mit unglaublichen Völkern und Wesen, eigener Schöpfungsgeschichte und Historie und begründet damit die Fantasy-Literatur! Zunächst schreibt er Kinderbücher - bis er 1936 das Buch "Der kleine Hobbit" fertig stellt. Dieses Werk spielte schon in Mittelerde, war aber eigentlich nur als Kinderbuch gedacht, das aber aber so originell und erfolgreich, dass er schließlich den "Herrn der Ringe" zu schreiben begann. Von 1937 bis 1954 schrieb er an diesem Meisterwerk - aber das müsste ja eh jeder gelesen gaben, oder? Tolkien starb übrigens 1973 hochgeehrt.
Heute geht es mir um ein Buch von ihm, dass irgenwie im Schatten Saurons dahindümpelt und das viele nicht einmal kennen, obwohl es die Grundlage für alle Tolkienbücher darstellt: "Das Silmarillion"!
Das Buch ist Tolkiens Lebenswerk - er hat es bereits vorm Herr der Ringe zu schreiben begonnen und erst sein Sohn hat es vollendet veröffentlicht. Es enthält die gesamte Welt- und Schöpfungsgeschichte von Mittelerde und ist wunderschön und voller Fantasie. Viele Sachen aus anderen Religionen (besonders aus der germanischen) begegnen einem dort wieder und auch den Herrn der Ringe versteht man erst vollständig, wenn man das Silmarillion gelesen hat!
Die Schöpfung der Welt durch Iluvatar, die Erschaffung der Elben, der Fall des schönsten und schlauesten Valar Melkor, der aus Valinor flieht und in seiner schwarzen Festung zum Herrn des Bösen wird - das muß man einfach gelesen haben.

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"Sofies Welt" Jostein Gaarder

"Sofies Welt" vom bis dahin fast unbekannten Jostein Gaarder schlug 1990 ein wie eine Bombe. Man kann es beliebig in verschiedene Schubladen einordnen, aber man kann es auf keinen Fall mit anderen Büchern vergleichen. Kurzgesagt: das Buch behandelt einen Rundumschlag durch die Geschichte der Philosophie, eingebettet in eine äußerst originelle und spannende Handlung! Es ist leicht verständlich und gut lesbar geschrieben und gibt mehr Wissen weiter als die meisten Sachbücher zum Thema. Selbst, wer sich an Philosophie nicht begeistern kann (falls so was wirklich vorkommt) - nach der Lektüre von "Sofies Welt" sieht das ganz anders aus.
Kurzinhalt: Es geht um das 15jährige Mädchen Sofie, dass von dem geheimnisvollen Philosophielehrer Alberto über die großen Fragen der Welt unterrichtet wird. Dabei entdeckt sie, dass die Welt anders ist, als sie sein sollte, und dass eine unbekannte, allmächtige Person in ihr Leben eingreift. So ganz nebenbei vermittelt uns Alberto dabei die gesamte Geschichte der Philosophie und die Hauptlehren der wichtigsten Köpfe aller Zeitalter. Das ist ungemein spannend und lehrreich und - wer die Geschichte nicht kennt - die Lösung des Buches ist sehr überraschend und ungewöhnlich.
Gaarder scheint politisch ziemlich weit links zu stehen (Marx werden wesentlich mehr Seiten gewidmet als Nietzsche und der gute Schopenhauer wird nicht mal erwähnt) und scheint auch Atheist zu sein, aber das steht nicht im Vordergrund und er versucht auch, das Wissen sehr neutral zu vermitteln.
Das Buch ist einfach originell, spannend und lehrreich und deshalb einer der besten Romane überhaupt. Ein echtes Pflichtbuch!

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"So lügt das Fernsehen" Sven Eggers

Der Untertitel des Büchleins lautet: "Die 100 größten Betrugsfälle auf dem deutschen TV-Bildschirm". Der Autor listet auf leider nur etwa 160 Seiten spektakuläre, in der Öffentlichkeit aber leider nur selten aufgedeckte Lügen des deutschen Fernsehens auf. Dabei beschränkt er sich größtenteils auf antideutsche Hetze und Verleumdungen, die man so zwar schon immer ahnte, aber die einen schon entsetzen können, wenn man sie so geballt um die Ohren bekommt. Schade dass das Buch augenscheinlich (Verlag, Titel, Werbung) so leicht dem nationalen Genre zuzuordnen ist, denn eigentlich ist es vorzüglich dazu geeignet, dem deutschen Normalkonsumenten den Machtmissbrauch unserer Medien vor Augen zu führen. Es ist schon erschreckend, wie frech und vor allem wie antideutsch unsere z. T. vom Gebührenzahler finanzierten Fernsehanstalten gegen das eigene Volk agitieren.
Traurig und lustig z.B. zugleich der Fall des Michael Born, der zwischen 1991 und 1995 gleich 30 gefälschte Filmreportagen an das deutsche Privatfernsehen verscherbelte, die dann auch noch prompt ungeprüft gesendet wurden. So ließ Born in einer der Sendungen ein paar Bekannte in selbstgeschneiderten weißen Gewändern und Kapuzen in der Eifel Kreuze verbrennen, um einen deutschen Ku-Klux-Klan darzustellen. Born flog übrigens nur deshalb auf, weil Ermittlern, die gegen die skandalösen Sektierer vorgehen wollten, auffiel, dass in Borns Beiträgen immer die selben Leute auftraten. Zum Teil spielte er in seinen Hetzfilmchen sogar selber mit.
Oder die "Nazi-Schandtat von Halle", die einen bundesweiten Aufschrei gegen Rechts verursachte, weil ein Mädchen behauptete, dass ihr Neonazis ein Hakenkreuz in die Wange geschnitten hätten. Der Hass gegen Rechts blieb - das spätere Geständnis des Mädchens aber (es hatte sich das Kreuz selbst eingeritzt) ging natürlich kleinlaut unter. Oder die Heldin von Potsdam (Frau Sager-Zille), die 1994 mit einer unglaublichen Story aufwartete. Sie sei in der Straßenbahn dazugekommen, als Rechtsradikale eine gehbehinderte Frau überfallen hätten und habe sich den Verbrechern mutig entgegengeworfen. Dafür sei sie von den Nazis aus dem fahrenden Zug geworfen worden. Sofort standen der Brandenburger Innenminister und der Potsdamer Polizeipräsident mit Blumen am Bett und die Bild-Zeitung spendete ihr 5.000,- DM. Bis dann herauskam, dass die gute Frau im Vollrausch gestürzt war und aufgrund ihrer fehlenden Krankenversicherung auf die Idee kam, sich diese Story auszudenken.
Solche Betrugsfälle ziehen sich durch das ganze Buch, erstunkene Reportagen, gelogene Propaganda, Übertreibungen und Hetze, es wird einem wirklich schlecht davon. Man kann nur hoffen, dass möglichst viele der Leser dieses Buches ihren TV-Kübel endlich weit aus dem Fenster schmeißen.
Ein anderer Grund, das Buch zu kaufen sind die vielen interessanten Fakten und die kleinen Anekdoten und Zitaten über diverse Personen des öffentlichen Interesses. Zum Beispiel der Ausspruch von Alfred Biolek 1992: Angesichts "der großen Gefolgschaft von Rechtsradikalen" seien " wir in Deutschland bereits kurz vor dem Punkt, wo es fast schon zu spät ist. [...] Eher sollte die Atombombe auf dieses Land fallen und es dem Erdboden gleichmachen". Oder ein paar Details über den bekannten Schauspieler Hardy Krüger, der sich in seinem autobiografischen Roman "Junge Unrast" als antifaschistischer Widerstandskämpfer darstellte, der unter Hitler fast hingerichtet worden wäre. In Wirklichkeit spielte er schon in Propagandafilmen des Dritten Reichs mit, besuchte die Eliteanstalt "Adolf Hitler" und war Angehöriger der SS-Division "Nibelungen".
Oder der Fakt, dass ein Zehntklässler in den USA zwar 15.000 Schulstunden hinter sich hat, aber dafür 18.000 TV-Stunden. Bereits im Alter von 12 Jahren hat er dabei schon 18.000 Fernseh-Morde gesehen. Ich glaube, heutzutage wären die Zahlen noch krasser - vielleicht auch bei uns. Schließlich ist das Buch bereits von 1996. Und das ist auch sein größte Manko - es ist bereits vor der großen Antinationalismus-Welle entstanden, die vor wenigen Jahren begann und ebenfalls durch eine TV-Lüge ausgelöst worden war: dieses angeblich rechte Attentat in Düsseldorf auf jüdische Einwanderer. Das löste sogar das Verbotsverfahren gegen die NPD aus, obwohl später herauskam, dass das Attentat von Ausländern verursacht worden war. Eigentlich hätte das Buch jährlich neu aufgelegt werden müssen, damit solche Sachen (oder wie der Fall Sebnitz) gesammelt werden und nicht verloren gehen.
Ein informatives, wenn auch viel zu kurzes Büchlein zum Preis von 9,90 Euro.

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"So steht's geschrieben" Werner Gitt

Dieses Buch versucht die Wahrheit der Bibel zu beweisen. Und eigentlich ist dieses Buch völlig überflüssig, weil die Bibel die Menschen einfach zu stark polarisiert. Entweder sind sie sowieso Christen und glauben der Bibel einfach - oder sie sind keine Christen und lehnen die Bibel einfach ab. Aber für wen sind dann eigentlich Bücher wie dieses gedacht? Es gibt sehr viele Werke, die die Richtigkeit der Heiligen Schrift belegen wollen, aber in "So steht's geschrieben" wird die Thematik ziemlich geschickt vermittelt. Der Autor Prof. Dr.-Ing Werner Gitt ergeht sich nämlich weniger in lehrerhaften Religiösitäten, sondern nähert sich dem Thema auf eine überraschend nüchterne und logische Art und Weise. Nach dem klugen Start, in dem er bekannte Persönlichkeiten der Weltgeschichte und ihre Meinungen zur Bibel zitiert (von Napoleon über Luther bis hin zu Darwin und Nietzsche), wird es natürlich sehr theologisch. Hauptbezugspunkte sind das Leben und die Aussagen von Jesus Christus, die Beschreibung der Welt und einige erfüllte Prophezeiungen. Herr Gitt beschreibt den Versuch, den Gehalt der Bibel wissenschaftlich beurteilen zu wollen, mit dem Versuch, eine Bachkantate mit den Mitteln der Mathematik zu beschreiben.
Besonders interessant fand ich das letzte Drittel des Buches, in dem es um erfüllte Vorhersagen geht. Der Autor widerlegt darin geschickt die üblichen Einwände von Bibelgegnern und erläutert an einigen Beispielen die Zuverlässigkeit biblischer Vorhersagen. Dabei scheut er sich nicht ein Kapitel zu schreiben, dass den beeindruckenden Titel "Die Anwendung der mathematischen Wahrscheinlichkeitsrechnung auf biblische Prophetien" trägt und ihm sogar gerecht wird. Er jongliert darin äußerst geschickt mit Zahlen und findet sehr beeindruckende Vergleiche. So umschreibt er die Wahrscheinlichkeit, dass die bisher eingetroffenen 3268 biblischen Prophezeiungen zufällig geschehen seien mit der Chance, aus einer Kette von Ameisen, die von der Erde zu Sirius reichen würden (und an der ein Düsenjäger 9,4 Millionen Jahre lang vorbeifliegen würde) auf Anhieb die richtige zu finden.
Das Buch ist ein bunter und unterhaltsamer Mix aus mathematischem Zahlenjonglieren, theologischer Fachsimpelei und prophetischen Spekulationen. Also eigentlich drei Garantien dafür, dass das Buch wie Blei in den Regalen liegen wird. Einen Atheisten werden auch die Zahlenkolonnen nicht überzeugen helfen und ein Christ hat den mathematischen Beweis wohl nicht mehr nötig. Als Zielgruppe sehe ich höchstens den ruhelosen Bibelforscher, der sich bestätigt sehen will, und vor allem den unschlüssigen Intellektuellen, der sich auf der Suche nach dem Sinn seiner Existenz gern mit der Heiligen Schrift anfreunden möchte, aber noch nicht weiß, ob sie Erfüllung oder Zeitverschwendung enthält. Der könnte seine zarten Annäherungsversuche an das Christentum dann durchaus bestätigt sehen, weil er sich von den Wahrscheinlichkeitsberechnungen des bibeltreuen Autors beeindrucken lässt. So war es jedenfalls bei mir. Ein kluges, hochtheologisches und interessantes Buch für Christen und solche, die auf dem Weg dorthin sind, aber alles andere als leichte Zerstreuung. Das im Hänssler-Verlag erschienene 200seitige Buch ist leider vergriffen und wird wohl nicht mehr aufgelegt. Der Neupreis betrug mal knapp 7,- Euro, bei Amazon sind gebrauchte Exemplare für einen Fünfer erhältlich.

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"Spandauer Tagebücher" Albert Speer

Es fällt mir schwer, nicht schon wieder in Superlative zu verfallen - aber das Buch ist wirklich absolute Spitzenklasse! Aber um es gleich vorwegzunehmen - der ehemalige Rüstungsminister und Leibarchitekt Hitlers bricht im Gegensatz zu seinen Mitgefangenen mit dem System und seiner Vergangenheit, bereut alles und lässt kein gutes Haar am Dritten Reich. Aber trotzdem oder auch gerade deswegen ist das Werk unglaublich interessant, unterhaltsam und spannend - man kann gar nicht aufhören mit dem lesen!
Das Buch ist in 20 Kapitel gegliedert, von denen jedes ein Jahr der Haft beschreibt. Es ist unglaublich faszinierend, so intime Details über die ehemaligen Größen des 3. Reichs zu lesen und mit zu durchleben, wie die einst mächtigsten Männer Deutschlands stupide und von Schikanen nur so überhäuft, Tag für Tag und Jahr für Jahr dahinvegetieren, mal redselig, mal sarkastisch, mal todbetrübt. Originelle Anekdoten über die Ungeschicktheiten von Dönitz oder die Schlagfertigkeit von Hess wechseln mit tiefer Depression und vielen Details über den unglaublichen Alltag in Spandau - eine einzige Farce der Geschichte.
Weil Speer das Schreiben untersagt war, notierte er alles auf Toilettenpapier und ließ es nach draußen schmuggeln - 25 000 Zettel kamen so zustande, aus denen er dann sein Tagebuch formulierte.
Hier ein paar der Inhalte: Die Nürnberger Hinrichtungen werden aus seiner Sicht geschildert - so verzichtete Speer auf seine Spaziergänge im Hof, weil er sonst den unten untergebrachten Todeskandidaten in die Augen hätte sehen müssen, und dass war ihm zu traurig. In diesem Zusammenhang klingt auch leicht das Purimsfest an und die Geschichte mit dem Blutfleck bei den Galgen.
Bemerkenswert auch, dass nicht einer der Wärter in Spandau an Hiilers Tod glaubte oder dass Zeitungsschlagzeilen 1953 berichteten, dass Mussolini-Befreier Skorzeny putschen, mit 100 Mann und Hubschraubern die Spandauer Gefangenen befreien und diese als Regierung einsetzen wollte! Dönitz sah sich eh immer als rechtmäßiges Staatsoberhaupt!
Bemerkenswert auch die Anteilnahme in der Bevölkerung und die zahllosen Bemühungen der Staatsführung der BRD wegen einer Freilassung sogar seitens der SPD - heutzutage undenkbar. Um die Zeit totzuschlagen drehte Speer täglich Runde für Runde im Gefängnishof, zählte die Kilometer und stellte sich vor, wo er schon sei, wenn er in eine Richtung gelaufen wäre. Er besorgte sich Reiseberichte über diese Orte und lief so in seiner Fantasie über den Bosporus, Indien, China, über die Beringsstraße bis nach Amerika - am Ende waren es 31 000 km nur immer im Kreis...
Das Buch ist wirklich wahnsinnig interessant, todtraurig und absolut spannend - ich kann es nur jedem empfehlen. Es ist 670 Seiten dick, hat einen gebundenen Einband und kostet 30 Euro (zum Glück hab ichs damals noch für DM 15,- auf dem Flohmarkt erwischt...). Aber in diesem Jahr sollte wohl eine neue Auflage kommen.

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"Der Staat" Platon

Das vorliegende Werk ist satte 2400 Jahre alt, lässt sich dafür aber recht gut lesen. Es besteht aus zehn Kapiteln, von denen die letzten vier die interessantesten sind. Inhaltlich ist es weder ein Roman, noch ein Sachbuch, sondern es besteht ausschließlich aus Dialogen und dass über ca. 450 Seiten.
Wortführer ist natürlich niemand anders als der gute Sokrates, von dem nicht nur ich meine Zweifel habe, ob er wirklich gelebt hat oder nur etwa dem Kopf Platons entsprungen ist, der sich selbst im Buch übrigens nicht erwähnt. Sokrates jedenfalls macht das gesamte Buch hinweg das, wofür er berüchtigt ist, nämlich andere Leute zu nerven. Er stellt unbequeme Fragen, dreht den bedauernswerten Gesprächspartnern die Antworten im Mund herum und nutzt das Ergebnis zur Untermauerung seiner Thesen. Aber diese können sich auch hören lassen. Sympathisch ist er mir allein schon dadurch, dass er die Demokratie ablehnt; denn in diesem Buch geht es um nichts geringeres als um Staatsphilosophie.
Sokrates wiegt dabei die Herrschaftsformen der Oligarchie, der Aristokratie, der Demokratie und der Tyrannei miteinander ab, analysiert die Stände und ihre Bedürfnisse, schlägt die Philosophen als ideale Herrscher vor und so weiter. Das Buch ist amüsant, relativ kurzweilig und unerhört intelligent. Und hier ein paar Beispiele der genialen Sprachkunst des Platon: Die Krankheit der Demokratie bezeichnet er als: "Geschlecht von Faulenzern und Verschwendern" und das dumme, konsumierende Volk beschreibt er so: "wie das Herdenvieh halten sie das Auge immer nach unten gerichtet und nähren sich gebückt zur Erde und zu den Trögen, sich mästend und sich bespringend; und voller Gier soviel als nur möglich vom Futter an sich zu raffen [...]".
Die Menschheit scheint sich in den letzten 2400 Jahren also nicht entscheidend verändert zu haben. Ach ja, schon allein das brillante Höhlengleichnis aus dem darauf aufbauenden siebenten Kapitel rechtfertigt die Lektüre von Platons "Der Staat". Das also mein Tipp für angehende Philosophen.

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"Die Stadt der träumenden Bücher" Walter Moers

Achtung: Dieses Buch ist ein echter Hit! Wer zum Beispiel ein hochwertiges Geschenk für jemanden sucht, der gern liest, der landet mit "Die Stadt der träumenden Bücher" einen echten Volltreffer! Das Buch ist nämlich einfach nur fantastisch aufgemacht. Es liegt schwer und eindrucksvoll in der Hand, hat einen strukturierten Einband plus Lesefädchen und ist genial illustriert! Die fantastischen Geschöpfe aus der Welt des Autors sind überall liebevoll abgebildet und überhaupt hat man sich bei der Umsetzung der Geschichte wahnsinnig viel Mühe gegeben.
Ein Beispiel: Die Stelle, an der der Protagonist mittels eines "gefährlichen Buches" vergiftet wird, erlebt man mit dem unglücklichen Charakter hautnah mit, denn auch in dem Buch, dass man selbst in der Hand hält, steht plötzlich Hunderte oder Tausende Male der winzige Satz: "Sie wurden soeben vergiftet!" Wenn man dann umblättert und dem Hauptdarsteller schwarz vor Augen wird, dann ist diese Stelle natürlich auch mit weißer Schrift auf schwarzen Seiten dargestellt. Einfach Klasse! Ihr merkt schon, das Buch ist sehr originell und sieht großartig aus. Es ist übrigens das erste Mal, dass ich ein Buch erworben habe, nur weil es gut aussieht. Ich habe es im Laden in die Hand genommen, drin geblättert und es sofort gekauft, obwohl es mit 24,90 Euro alles andere als billig ist!
Aber natürlich ist das Werk auch inhaltlich zu empfehlen, auch wenn die Geschichte sehr ungewöhnlich ist. Sie ist nämlich aus der Sicht der Echse Hildegunst von Mythenmetz verfasst, die ihre Heimat verlässt, um den Autor eines Manuskripts zu finden, das einfach die perfekte Literatur darzustellen scheint. Dabei gelangt sie in die sagenumwobenen Katakomben der Stadt Buchhain und erlebt dort die haarsträubendsten Abenteuer. Was jetzt ein bisschen durchgeknallt klingt, liest sich in Wirklichkeit sehr spannend, ausgesprochen lustig und äußerst unterhaltsam. Ein zauberhaftes Märchen für Erwachsene. Von den zahlreichen, unglaublichen Geschöpfen haben mir übrigens die niedlichen, kleinen Buchlinge am besten gefallen: süße und knuffige Kreaturen, die aus aufplatzenden Büchern schlüpfen und ihr Leben jeweils einem Schriftsteller widmen, dessen Namen sie annehmen und dessen sämtliche Werke sie auswendig lernen! Natürlich ernähren sie sich ausschließlich vom Lesen und wohnen in der vollständig mit den Ledereinbänden uralter Bücher verkleideten "ledernen Grotte".
Überhaupt dreht sich in "Die Stadt der träumenden Bücher" alles ums Lesen. In der Stadt "Buchhain" scheint es gar nichts anderes zu geben als Autoren, Bücherläden, Antiquariate und Lesungen. Bücher werden als Spezialität gegessen, in versteinerter Form vermauert, als Waffen benutzt und so weiter. Für einen Bücherwurm ist das Werk deshalb wirklich allerliebst und begeisternd geschrieben.
Mein Fazit: "Die Stadt der träumenden Bücher" ist eines der kurzweiligsten, originellsten und lustigsten Bücher, die ich je gelesen habe. Und es ist das mit Abstand am schönsten aufgemachte, dass ich je zwischen die Finger bekommen habe! Tolle Sache, gerade als Geschenk an einen Bücherliebhaber kommt es einfach sehr gut an! Wenn alle Bücher so toll aussehen würden, dann würden auch viel mehr Menschen lesen!

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"Stadt ohne Namen" H. P. Lovecraft

Zu H. P. Lovecraft will ich keine großen Worte verlieren - ich habe den Autor schon in meinen Rezensionen zu "Hüter der Pforten" und zu "Berge des Wahnsinns" ausführlich vorgestellt - nachzulesen in den gesammelten Buchvorstellungen auf www.hoffnungsbilder de.
Lovecraft, der Mann ohne Schulabschluss, des fast sein gesamtes Leben nur im Bett verbracht und dabei über 87.000 ausführliche Briefe geschrieben hat, ist vor allem durch seine phänomenalen Kurzgeschichten bekannt geworden. Seine Geschichten über das Sternenwesen Cthulhu und sein "Necronomicon" sind zu Legenden, ja fast schon zu einer Religion geworden. Im vorliegenden Werk "Stadt ohne Namen" sind 14 seiner bekanntesten Erzählungen zu einer Kurzgeschichtensammlung zusammengefasst worden.
Das Highlight ist hierbei die namensgebende Episode "Stadt ohne Namen", in der es einen Reisenden in der arabischen Wüste in eine uralte, verlassene Stadt verschlägt. Als er in der Nacht Schutz in einem archaischen Tempelbau sucht, entdeckt er einen Spalt, der in die Tiefe führt. Dort, tief unter den Ruinen, stößt er auf die Reste einer längst vergessenen Zivilisation von Schlangenwesen. Je weiter er vordringt, desto mehr drängt sich ihm der Verdacht auf, dass das zyklopische Labyrinth unter der namenlosen Stadt vielleicht doch nicht ganz so verlassen ist, wie es zunächst den Anschein hatte... Weitere großartige Erzählungen im Buch sind "Herbert West - Der Wiedererwecker" (1985 verfilmt), "Das gemiedene Haus", "Dagon" und vor allem das verstörende "Das merkwürdig hochgelegene Haus im Nebel".
Lovecrafts einmaliger, subtiler Schreibstil hat ganze Generationen von Schriftstellern nachhaltig beeinflusst und gilt - vor allem im Horror- und Fantasygenre als nahezu unerreicht. Wohl kaum einem anderen Autor gelang bisher eine so glaubhafte und realistische Beschreibung seiner Gruselatmosphäre.
Für Einsteiger in die Welt des H. P. Lovecraft ist die nicht mal 300 Seiten dicke Kurzgeschichtensammlung "Stadt ohne Namen" natürlich ideal. Der einzige Makel dieses Buches ist der, dass ausgerechnet die vier genialsten Geschichten des Genies Lovecraft nicht enthalten sind, nämlich: "Die Farbe aus dem All", "Der Außenseiter", "Cthulhus Ruf" und das einmalige "Die Musik des Erich Zann"! Und diese vier Geschichten MUSS man gelesen haben.
"Stadt ohne Namen" gibt's für 10,- Euro beim Buchhändler deines Vertrauens oder für ca. 2 bis 3 Euro bei Ebay. Günstiger gruseln geht nicht.

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"Die Stargateverschwörung" Andreas von Retyi

Ich gehe so weit, dieses Buch nach Risis "Machtwechsel auf der Erde" und van Helsings Erstwerk als das beste Verschwörungsbuch überhaupt zu bezeichnen! Wobei die Themen bei Retyi etwas spezieller sind - es geht in der Hauptsache um Ägypten und die Pyramiden, allerdings werden auch Thematiken wie Freimaurer und Geheimtechnologien aufgegriffen. Das Interessanteste an dem Buch sind freilich die Details aus der Pyramidenforschung, zum Beispiel über die berühmten Abydos-Hyroglyphen Also wer in dem einige tausend Jahre alten Bild keinen Panzer und keinen Hubschrauber erkennt, der ist blind wie ein Bundesligaschiedsrichter.
Von Retyi führt eine flotte und kurzweilige Feder und das Buch ist demzufolge auch äußerst unterhaltsam geworden. Auch ist er einer der wenigen Autoren, bei dem man wirklich neue Sachen erfährt, denn gerade in jüngerer Zeit hat man oft den Eindruck, daß viele voneinander abschreiben - bei von Retyi ist das definitiv nicht der Fall!
Wer also in die Geheimnisse der Pyramiden eintauchen will und sich an schaurig-schönen Geschichten erfreut, der greife zu - die "Stargate Verschwörung" ist bestens recherchiert und, obwohl es ein Sachbuch ist, spannender als die meisten Romane! Zum Beispiel wird berichtet was passiert, wenn man allein eine Nacht in der Pyramide verbringt oder wie sich der Fluch des Pharao äußert. Das Buch ist noch dazu hübsch aufgemacht (gebunden) und hat an die 250 Seiten.

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"Sterntagebuecher" Stanislaw Lem

Wer in der Kurzgeschichtensammlung um den Weltraumreisenden Ijon Tichy an zeitgenössischen Science Fiction-Kram wie Star Wars oder Star Trek denkt, liegt um Lichtjahre daneben. Stanislaw Lem schreibt in diesem Buch hochgeistige, gesellschaftskritische, intelligente und originelle SF-Geschichtchen und ist dabei dabei so witzig wie kaum ein zweiter in diesem so oft klischeeüberladenen Genre.
Die "Sterntagebücher" eignen sich vorzüglich, um sich in das umfangreiche Gesamtwerk des Polen reinzulesen - denn sie sind erstens sehr kurzweilig und unterhaltsam und zweitens sehr typisch für seinen Erzählstil. Der Hauptdarsteller Tichy reist aus verschiedenen Gründen kreuz und quer durch das Universum und erlebt dabei die haarsträubendsten Abenteuer. Gleich in der ersten Geschichte muss er durch eine Störung im Raum-Zeit Gefüge gleich mit Dutzenden seiner Alter Egos im Raumschiff reisen, die sich alle gegenseitig in die Quere kommen und behindern - was wirklich ungeheuer skurrile Situationen heraufbeschwört. In einer anderen Mission muss er auf einen vom bösen "Kalkulator" beherrschten Roboterplaneten reisen - inkognito als Roboter verkleidet freilich. Um ja nicht als Mensch erkannt zu werden, gerät er in die unmöglichsten Situationen, bis er langsam die unglaubliche Wahrheit herausfindet.
Der Hammer auch die "Kulupenjagd", die zu beschreiben ich gar nicht erst versuche - das muss man gelesen haben. Später kämpft er gegen wildwachsende Möbel, sieht zu, wie sich die gesamte Bevölkerung eines Planeten in einer Maschine freiwillig zu glänzenden Scheiben verarbeiten lässt und berichtet über wegelagerische Raubkartoffeln, die glücklicherweise mit Honig, Schusterpech und einem Globus eingefangen und unschädlich gemacht werden können.
Reise Nr. 28 ist dann die letzte noch mögliche Steigerung - die Tagebuchaufzeichnungen aus einem Generationenraumschiff. Perfidester, pechschwarzer, hochintelligenter Humor - völlig einmalig.
Hammerbuch für Science Fiction-Fans und Liebhaber grotesken Humors, ich habe es bereits mehrmals gelesen und bin immer wieder begeistert. Kostet neu nur 10,- Euro und bei Ebay vielleicht nur einen oder einen oder zwei.

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"Symbole der Freimaurer" Beresniak/Hamani,


Heute geht's wieder mal um eine Geheimgesellschaft - die Freimaurer. Das Buch "Symbole der Freimaurer" von Daniel Beresniak und Laziz Hamani, das ich heute vorstellen möchte, unterscheidet sich erst mal grundlegend von der ganzen Literatur zu diesem Thema, die in den Foren hier diskutiert wird - und zwar dadurch, dass es ein Buch von Freimaurern ist! Zwei Freimaurer haben ein Buch vorgelegt, dass zum einen allen Interessierten einen Einblick in die Symbolik und das eigentliche (offizielle) Anliegen der Freimaurerei bietet, und zum anderen ein künstlerisch recht wertvolles Band darstellt.
Das Buch ist trotzdem einfach großartig, denn es bietet das, was einem tausend Verschwörungsbücher nicht bieten: Den unverfälschten Einblick in die Welt der Freimaurer von Leuten, die von der Idee und der Kunst aufrichtig begeistert sind! Es sind viele großformatige Fotografien in dem Buch, auf denen Tempeleinrichtungen, Bekleidung, Wappen und Symbole wirklich aufwändig dargestellt und darüber hinaus auch noch detailreich erklärt werden.
Hochinteressant auch die Berichte über verschiedene Riten, die überraschend offen erläutert werden. Alles in allem sehr empfehlenswert - ich für meinen Fall lese gern Freimaurerliteratur, weil ich darin Informationen aus erster Hand erhalte. Man kann die Freimaurerei als Ganzes durchaus verurteilen oder sogar hassen - aber man sollte keine einzelnen Menschen hassen und schon gar nicht alle pauschal verurteilen. Die Autoren zum Beispiel scheinen mir wirklich ehrlich bei der Sache zu sein und ich muß zugeben, dass mich ihr Bericht wirklich gefesselt und fasziniert hat!
Das Buch mit seinen 128 Seiten ist ein großformatiger Fotoband mit wirklich ausgezeichneten Abbildungen, einigem Text und kostete mal satte 79,80 DM!

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