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"Das Parfum" Patrick Süßkind |
Achtung, liebe Leser, heute gibt's ganz große Literatur! In der oft zitierten ZDF-Umfrage nach den Lieblingsbüchern der Deutschen belegte Patrick Süßkinds "Das Parfum" hinter "Der Herr der Ringe", der "Bibel" und "Die Säulen der Erde" einen fantastischen vierten Platz. Dass ich das Lesen dieses Romans immer wieder vor mir hergeschoben habe, lag einzig und allein darin, dass das Buch oft dem Krimigenre zugeordnet wird - und mit Krimis kann man mich jagen ... Jetzt, nachdem ich das Meisterwerk endlich gelesen habe, kann ich zwei Dinge sagen: Erstens handelt es sich trotz des Untertitels "Die Geschichte eines Mörders" nicht um einen profanen Krimi, sondern halb um einen historischen Roman, halb um das literarische Bildnis einer Hauptfigur, wie sie genialer und zugleich perfider nicht erdacht werden kann; und zweitens bereue ich es zutiefst, das Buch nicht schon viel eher gelesen zu haben. Denn dann hätte ich viel eher gemerkt, dass auch weit in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in Deutschland noch ganz große Weltliteratur geschrieben wird. Ein Wort zum Autor: Patrick Süßkind, Jahrgang 1949, ist ein deutscher Schriftsteller und Drehbuchautor, der, introvertiert, wie er ist, nicht nur keine Interviews gibt, sondern auch gleich reihenweise Literaturpreise ablehnt. Sein Roman "Das Parfum" aus dem Jahr 1985 wurde ein Welterfolg, der in gleich 20 Sprachen übersetzt wurde. Das Buch stand unfassbare neun Jahre lang auf der Bestsellerliste des Spiegel! Was aber ist denn nun das Geniale an dem Buch? Zum einen ist der Protagonist des Buches, der optisch unauffälligen Massenmörder Jean-Baptiste Grenouille, der größte Antiheld und zugleich einer der schillerndsten Figuren der Literaturgeschichte überhaupt. Das gesamte Buch hindurch verfolgt man die Lebensgeschichte Grenouilles, der mit dem absoluten Geruchssinn ausgestattet ist und diese ungewöhnliche Eigenschaft auf unglaubliche Art und Weise einzusetzen versteht. Zum anderen lebt "Das Parfum" von einer sprachlichen Perfektion, wie sie nur ganz wenigen Autoren zu eigen ist. Süßkind schafft es auf unnachahmliche Art und Weise, die verstörenden Geruchsempfindungen des Hauptdarstellers nicht nur nachvollziehen, sondern geradezu bildhaft vor dem geistigen Auge entstehen zu lassen. Dazu kommt noch die Fähigkeit des Schriftstellers, bestimmte Szenen mit einer Wortgewandtheit zu beschreiben, die seines gleichen sucht. Ich war wirklich sprachlos über den Wortwitz vornehmlich im ersten Teil des Buches. Später wandelt sich die Sprache des Buches allmählich - ist man am Anfang eher belustig und später fasziniert, weichen die Empfindungen spätestens im letzten Drittel leisem Grauen. Unglaublich. Meine Empfehlung: Bitte vor dem Aufschlagen des Buches gut essen, den Hund ausführen, die Kinder in den Urlaub schicken und den Telefonstecker ziehen. Denn wenn man erst mal angefangen hat zu lesen, ist man schneller als man denkt in dieser brillanten Geschichte gefangen und kann wohlmöglich bis zum furiosen und nie vorausgeahnten Ende nicht mehr aufhören zu lesen. 9,- Euro kostet die 319 Seiten lange Reise in die Welt der Gerüche. zurück zur Übersicht |
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"Per Anhalter durch die Galaxis" Douglas Adams |
Dieses Buch ist das mit Abstand originellste, kurzweiligste und vor allem lustigste Buch, dass ich jemals gelesen habe! Zunächst mal ist es nicht nur EIN Buch, sondern es sind insgesamt fünf Teile zwischen 1981 und 1992 erschienen, die sich an Genialität gegenseitig übertreffen. Und der endzeitliche Bezug ist ebenfalls vorhanden, wird doch die Erde schon auf den ersten Seiten in die Luft gesprengt. Der Herr Adams sprüht geradezu vor Genialität und witzigen Ideen und hat etwas weiteres vorzuweisen: einen völlig einmaligen Satzbau. Seine kruden Wortkonstruktionen sind wirklich unerreicht... Noch niemals ist es mir beim Lesen passiert, dass man ein Buch in unkontrollierbaren Lachanfällen erstmal beiseite legen muss, um sich die Tränen abzuwischen. Und diese Lachanfälle gibt es garantiert mehrmals in jedem der reichhaltig vorhandenen Kapitel. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle ein paar Beispiele aus dem unvergleichlichen Humor des Autors zitieren - aber ich konnte mich unmöglich für einen der unzähligen, oft rabenschwarzen Gags entscheiden. Mein Tipp: Einfach ins Geschäft gehen und dieses Buch kaufen! Es ist definitiv Pflicht, es zu lesen - nie wieder wird man sich so köstlich amüsieren. Man möge mir meine Begeisterung verzeihen, aber ich bin wirklich restlos entzückt vom "Anhalter" und werde ihn definitiv noch mehrmals lesen. So, jetzt noch eine Supernachricht: Es ist unlängst eine Sonderausgabe davon erschienen, in der man ALLE fünf Teile zum ersten Mal in einem einzigen Taschenbuch findet - und dass zum Preis von 10,- Euro!!!!! Das ist für 1100 unnachahmliche Seiten wirklich nichts! Die ISBN Nummer des Klassikers lautet: 3-453-20961-3. Lasst Euch nicht vom albernen Cover abschrecken - der Kauf lohnt sich wirklich! zurück zur Übersicht |
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"Philosophie-Lexikon" |
Nach dem Pflichtbuch "Sofies Welt" dürfte man eigentlich so richtig eingestimmt sein auf das Thema Philosophie, dass sich ja eigentlich mit der Basis des menschlichen Denkens beschäftigt. Und nachdem man dort so richtig verständlich und spannend an die Thematik herangeführt wurde, benötigt man natürlich etwas mehr Hintergrundwissen. Und, obwohl es vielleicht etwas platt erscheint: für die weitere Suche kann ich nichts mehr empfehlen als die "Enzyklopädie der Philosophie". Alles weitere muss man für sich selbst herausbekommen. Es gibt unzählige Philosophen und Weltanschauungen, so dass man bei einem Versuch, sich einen Überblick zu verschaffen, Jahre damit verwenden würde. Und wahrscheinlich hat man dann unzählige Bücher entdeckt, die nicht die eigene Auffassung widerspiegeln. Nach der Lektüre eines guten Lexikons aber kann man sich schon vororientieren und gezielt die philosophischen Richtungen herauspicken, die einem am interessantesten erscheinen. Und so ganz nebenbei erfährt man vieles Nützliches, was man ganz einfach mal gehört haben sollte. Ich fand es jedenfalls äußerst unterhaltsam, durch die Jahrhunderte zu stöbern und mich mit dem existenziellen Denken der größten Köpfe auseinanderzusetzen. Denn wie soll man in den Nichtigkeiten und Kleinigkeiten des Alltags bestehen, wenn man keine Ahnung hat von den großen Dingen und dem Zusammenhang der Welt? Diese Enzyklopädie ist nur ein Beispiel, das Buch hab ich zufällig erwischt. Es gibt im Handel und in den Bibliotheken Unmengen Lexikas zum Thema, von denen man sich mal einige anschauen sollte. Damit man informiert ist und nicht nach 1000 Seiten Speziallektüre von Kant oder Nietzsche merkt, dass dieser Philosoph doch nicht für einen persönlich taugt. zurück zur Übersicht |
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"Physik der Unsterblichkeit" Frank J. Tipler |
Hiermit möchte ich ein Buch empfehlen, dass wirklich sehr streitbar und kontrovers ist. Ich selbst habe es schon vor ca. sechs Jahren gelesen und war von der Darstellungsweise des Autors so beeindruckt, daß ich mich immer noch ausgezeichnet daran erinnere und es auch immer wieder gern in die Hand nehme. Zunächst etwas zum Autor: Tipler ist Professor für Physik in New Orleans mit Spezialgebiet Relativitätstheorie, hat schon mit Stephen Hawking zusammengearbeitet und ist ein international überaus anerkannter Astrophysiker und Kosmologe. Mit diesem Buch allerdings betritt er ein sehr gewagtes Terrain und in den Kritiken dazu kann man entweder nur Begeisterung oder absolute Ablehnung heraushören. Es geht darin um die "Omega-Theorie", das heißt, Tipler will mit diesem Buch auf rein physikalischer Basis die Existenz Gottes beweisen!!! Auf der Buchrückseite steht ein Zitat von Prof. Deutsch, das diesen Versuch treffend umschreibt: "Viele werden von der Physik der Unsterblichkeit begeistert sein, viele hingegen empört reagieren; auf keinen Fall kann man diese Theorie jedoch einfach ignorieren." Glücklicherweise war Tipler so nett, das Buch in zwei Hälften aufzuteilen, wovon die zweite den komplexen physikalisch-mathematischen Teil enthält... Aber die erste Hälfte des immerhin über 600 Seiten dicken Buches ist dafür umso interessanter! Ich weiß nicht, welche Wirkung dieses Buch auf einen Atheisten hat, denn ich als Christ brauche keine mathematischen Formeln, um an Gott zu glauben, aber ich konnte nicht lassen von dieser Schrift. Das wirklich faszinierende und geniale an diesem Buch ist nämlich gar nicht der spektakuläre Gottesbeweis, sondern die Art und Weise, wie es geschrieben wurde! Tipler springt plaudernd von einem Grenzthema ins nächste und erklärt dabei so ganz nebenbei auf verständliche Art und Weise solch hochinteressante Aspekte wie den Wärmetod des Universums, die Möglichkeit intelligenter Maschinen an Hand des "Experiments des chinesischen Zimmers", die paradoxe Katzentheorie von Schrödinger und der Vielwelten-Interpretation oder auch über die Möglichkeit, mit der heutigen Technik innerhalb von nur 600 000 Jahren die komplette Milchstraße zu kolonisieren. Dieser Autor ist schlichtweg ein Visionär, der spielerisch und höchst unterhaltsam mit astronomischen Zahlen jongliert, über den Sinn der Existenz philosophiert und zwischen Mathematik und Physik auch noch die Nachtod-Erwartungen aus Taoismus, Hinduismus, Buddhismus, der Juden, Moslems, Christen, Indianer und Afrikaner beleuchtet! Der Mann hat durch seine eigenen Berechnungen den Gottglauben gefunden und ist ein mathematisches wie auch schriftstellerisches Genie! So streitbar sein Buch auch ist, es brilliert gerade durch die philosophischen Gedankengänge einer Koryphäe und ist allein schon deshalb absolut empfehlenswert. zurück zur Übersicht |
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"Picknick am Wegesrand" Strugatzki |
Dieses Meisterwerk der beiden russischen Brüder Strugatzki beinhaltet kaum mehr als 200 Seiten und liegt im Preis bei ca. 8,- Euro - aber dieses unscheinbare Büchlein lässt den Leser schlaflos, entsetzt und zugleich fasziniert zurück. Das Werk ist äußerst originell, eiskalt erzählt und wegen seiner Grausamkeit nichts für schwache Nerven. Ganz kurz etwas zur Story: Über Nacht erhält die Erde "Besuch" von einer unglaublich hochentwickelten, fremden Rasse. Man erfährt nichts über sie und hätte sie vielleicht nicht einmal bemerkt, wenn sie nicht allerlei Krempel zurückgelassen hätten. An sechs Punkten sind sie gelandet und ungesehen wieder verschwunden - aber sie haben dort tödliche und verseuchte Gebiete hinterlassen, die "Zonen". Was für die Fremden nicht mehr als ein Picknick am Wegesrand war, verändert die Erde völlig. Sogenannte Schatzsucher ("Stalker") dringen unter unbeschreiblichen Gefahren in die "Zone" ein um außerirdische Artefakte zu bergen und auf dem Schwarzmarkt zu verhökern. Daber erleiden sie die schrecklichsten Schicksale, denn die Zonen sind gespickt von hässlichen Fallen und tödlichen Gegenständen. Das Buch selbst behandelt die Geschichte vom "Rotfuchs", einem ständig betrunkenen Schatzsucher, der unter unbeschreiblichen Gefahren illegal in die Zone eindringt und dort ununterbrochen dem Tod begegnet. Das Buch ist böse, hoffnungslos und grausam - aber unglaublich spannend und nachdenklich. Ein Klassiker, den man an nur einem Tag auslesen kann, aber den man über viele Jahre nicht mehr vergessen wird. zurück zur Übersicht |
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"Der Prozeß" Franz Kafka |
Und gleich weiter mit Kafka. Ich habe lange überlegt, ob man wirklich gleich drei Bücher vom gleichen Autor vorstellt - aber ich komme als absoluter "Fan" Franz Kafkas einfach nicht drum herum. Kaum ein Autor setzte so raffiniert, so unterschwellig, so düster die deutsche Sprache ein, kaum einer spielte so mit dem Empfindungen der Leser und spann solch brilliante Geschichten zusammen. Das Eigentliche in Kafkas Romanen spielt sich immer im Kopf des Lesers ab. Kafka führt uns immer nur an den Rand der Bedrohung, ohne sie konkret auszusprechen und lässt uns dann mit unseren Ängsten allein. Und diese Ängste resultieren nicht aus irgendwelchen, nichtgreifbaren Teufeleien, sondern aus den Alltäglichkeiten unseres Lebens. In "Der Prozess" erfährt der Protagonist, dass er gegen das Gesetz verstoßen habe und dass er vor Gericht kommen soll. Weder erfährt man den Grund, noch kommt es irgendwie konkret zu greifbaren Informationen, geschweige denn zu einer ordentlichen Verhandlung. Und diesmal hat das Buch sogar ein Ende, was bei Kafka ja durchaus nicht selbstverständlich ist, und dieses Ende ist noch dazu sehr verstörend. Ein krasses Buch für Kenner perfekter Literatur, ein Klassiker, in dem man gar nicht genug bekommen kann von Kafkas obskuren Figuren und verstrickten, absonderlichen Ereignissen. Unbedingt lesen! zurück zur Übersicht |
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