Achtung: Pflichtlektüre!

Bücher mit dem Buchstaben: L




"Das Länderlexikon"

Geografie ist eine interessante und viel zu sehr vernachlässigte Wissenschaft. Es ist immer wieder erschreckend, wie wenig unsere Mitmenschen über die Topografie unserer Erde wissen. Bei den vielen Kriegen, die Amerika führt, sollte man zumindest die souveränen Staaten im Kopf haben, um in der Tagespolitik überhaupt mitreden zu können! Und damit man das kann, empfehle ich hierfür das großartige Länderlexikon aus dem Bertelsmann-Verlag. Das Buch hat eine super Aufmachung, wiegt fast fünf Kilo und zählt sage und schreibe fast 1700 Seiten!
Jedes einzelne Land der Welt ist darin absolut ausführlich vorgestellt mit Regierungsform, Bevölkerung, Religion Wirtschaft, Armee und, und, und - natürlich mit Unmengen von aussagekräftigen Fotos!
Man erfährt einfach alles, was das Herz begehrt. Zum Beispiel gibt es zu einem unscheinbaren Land wie Afghanistan (das Buch erschien VOR dem Krieg) volle 10 Seiten mit 12 Farbfotos und detailliertem Kartenmaterial und sämtlichen Informationen, die man sich vostellen kann. Wer mitreden will oder in Postings zu aktuellen, politischen Themen mit Wissen glänzen will, für den ist das Länderlexikon ein wirklicher Pflichtkauf. Ich als Geografie-Fanatiker habe es dabei natürlich nicht als Lexikon benutzt, sondern es wie einen Roman von der ersten bis zur letzten Seite verschlungen.

zurück zur Übersicht



"Die Legende von Altazar" Solara

Zum allsonntäglichen Buchtip heute mal ein Buch aus der Esoterikecke, das mir sehr empfohlen wurde und das ich auch weiterempfehlen will. Es handelt sich um Die Legende von Altazar!
Das Büchel ist ein Roman und beinhaltet eine fiktive (?) Geschichte um den König Altazar von Lemurien und die Hohenpriesterin Diandra aus Atlantis! Das hört sich ungewöhnlich an und das ist es auch. Ich bin kein ausgesprochener Fan von Esoterikliteratur und der Akasha-Chronik, aber dieses Buch hat etwas ganz Besonderes: Es ist romantisch verklärt, wunderschön geschrieben und richtig geheimnisvoll.
Ja, man fühlt sich in eine kleine Zauberwelt versetzt. Verfasst ist das Werk übrigens von Solara, der Einsiedlerin vom Kristallberg (!!!), die im Buch selbst auch vorkommt und das Buch als "Eingebung" verstanden wissen will.
Nun gut, selbst wer für Akasha-Chronik, Reinkarnation (ich habe damit selbst Schwierigkeiten) und der Geschichte von Atlantis und Lemuria nicht viel übrig hat, findet immerhin noch ein Fantasiebuch erster Klasse vor, daß bezaubernd geschrieben ist und Dich ein paar tausend Jahre in der Zeit zurückversetzt nach Lemuria, Atlantis und andere geheimnisvolle Orte, um Dir mit blauer Schrift die Geschichte des Lebens und der Liebe erzählen zu lassen. Das Buch ist leider nur 200 Seiten dick und obwohl ich als Christ diese Lehren eigentlich kaum tolerieren dürfte, spüre ich doch eine geheimnisvolle Wahrheit dahinter. Ein wunderschönes und romantisches Stück aus einer längst versunkenen Epoche!

zurück zur Übersicht



"Die Leiden des jungen Werther"
Johann Wolfgang von Goethe

Ich kann Lyrik nicht ausstehen, alles was gereimt wird, ist mir zuwider. Das liegt daran, dass manch kraftvolles Wort in dieser Literaturgattung zurückweichen muss, nur weil es sich eben nicht reimt. Das macht den Text wertloser. Doch gibt es eine Ausnahme: "Faust" von Goethe. Obgleich sich dort alles reimt, hat es Goethe tatsächlich geschafft, immer noch die idealen Begriffe zu finden. Das ist eine Meisterleistung und allein schon deshalb schätze ich Goethe so hoch ein.
Und deshalb wurde es Zeit, auch einmal ein anderes Werk vom wohl größten deutschen Schriftsteller zu lesen als immer nur den Faust, aus dem ich mittlerweile schon ganze Passagen zitieren kann. "Die Leiden den jungen Werther" sind das wohl bekannteste Werk Goethes - und das nicht zu Unrecht. Der damals erst 23jährige Autor wurde durch das Buch mit einem Schlag reich und berühmt, ein Napoleon las die französische Übersetzung Werthers gleich sieben mal und das Buch (das übrigens auf einer wahren Begebenheit beruht) war überhaupt DAS Referenzwerk des Sturm und Drang. Wegen der Verherrlichung des Selbstmord und eines Anstiegs der Suizidrate nach seinem Erscheinen wurde das kontroverse Buch teilweise sogar verboten (in Leipzig, Kopenhagen, Bayern, Österreich und Mailand) und trat andererseits eine Modewelle los, denn die Tracht, in der sich Werther letztendlich erschießt (blauer Frack, gelbe Weste, runder Filzhut, braune Stulpenstiefel), wurde äußerst beliebt.
Der Inhalt ist schnell erzählt. "Die Leiden des jungen Werther" ist ein klassischer Briefroman, in dem der unglückliche Hauptdarsteller seine hoffnungslose Liebe zur jungen, seelenverwandten Lotte schildert. Lotte ist bereits verlobt und der romantische Werther ist sich seiner Chancenlosigkeit auch bewusst und steigert sich in diese Liebe trotzdem mehr und mehr hinein. Nach einer besonders emotionalen Begegnung mit ihr leiht sich Werther zwei Pistolen und erschießt sich.
Ein solcher Buchheld, der allen moralischen Werten seiner Zeit widerspricht, sich ausschließlich von seinen Emotionen lenken lässt und im Selbstmord sogar etwas Positives sieht, war schon so etwas wie eine literarische Revolution und so gilt das Werk bis heute zu den wichtigsten Büchern, die je geschrieben wurden.
Es ist nicht sonderlich umfangreich - ich kann die Lektüre, die einer Zeitreise in eine längst zurückliegende Epoche gleichkommt, nur empfehlen. Für geübte Leser erstaunlich leicht zu lesen, man merkt dem Buch seine mittlerweile 231 Jahre niemals an! Und wenn man doch mal ein Problem mit der Verständlichkeit hat, dann liegt das nicht einmal am antiquierten Schreibstil, sondern an den vielen Fremdwörtern, mit denen Goethe ja nie gespart hat. Er soll ja bis heute der Deutsche mit dem größten Wortschatz gewesen sein, was man ihm auch "anliest". Vermutlich war er sich in seiner Genialität selbst nicht bewusst, dass nicht jeder Begriffe wie verlecht, Fingal, Prätension, Lavater oder distinguiert kennt.
"Die Leiden des jungen Werther" gibt's schon für weniger als drei Euro in jeder Buchhandlung und natürlich auch in allen Bibliotheken.

zurück zur Übersicht



"Lenin" Robert Service

Im Westen ist er seit jeher das spitzbärtige Ungeheuer und rote Schreckgespenst, im Osten dagegen wurde er von Millionen geliebt und vereehrt, aber auch gefürchtet - kurz und gut, es handelt sich bei Wladimir Iljitsch Uljanow um eine der um strittensten Gestalten der Weltgeschichte. Das Buch ist sehr detailgetreu und vermittelt eine Menge an Hintergrundwissen.
Egal, wie man zu Lenin steht, man erfährt auf alle Fälle sehr viel Neues. Sein Leben im Exil, seine Große Sozialistische Oktoberrevolution, die eigentlich nur ein westlich finanzierter Putsch war, seine Ehe, seine Grausamkeit und sein dahinsiechendes Ende - das alles und noch mehr über den Mann, der die Welt für 70 Jahre in zwei Teile gespalten hat, erfährt man aus "Lenin" von Robert Service. Es gibt viele Bücher über Lenin und bestimmt noch objektivere, aber man kann sie unmöglich alle lesen.
"Lenin" ist spannend und informativ und deshalb mein Tipp zur russischen Zeitgeschichte. Alternativ dazu empfehle ich eine Biografie zu einer anderen großen, russischen Gestalt des 20. Jahrhunderts: Josef Stalin.

zurück zur Übersicht



"Lexikon der bedrohten Wörter" Bodo Mrozek

Erinnert sich noch jemand an die Rubrik „Vom Aussterben bedrohte Wörter“ hier im Forum? Wem das gefallen hat und wer sich für als „verstaubt“ geltende Wörter interessiert, hat nun eine Art Referenzwerk zu diesem Thema. Der Journalist und Autor Bodo Mrozek hat sich nämlich die Mühe gemacht, auf 218 Seiten jede Menge Wörter zu sammeln, die mittlerweile Gefahr laufen, aus dem allgemeinen Sprachgebrauch zu verschwinden. Natürlich ist das Buch kein ernstes, wissenschaftliches Werk und die Seitenzahl lässt eine umfassende Auflistung auch gar nicht zu und außerdem sind oftmals ein paar DDR-spezifische oder typisch berlinerische Wörter etwas fehl am Platze – aber was der gute Herr Mrozek dort insgesamt so zusammengetragen hat, ist den Kauf trotzdem allemal wert!
Das Besondere an dem Buch ist, dass der Autor jedes der Worte mit einer kleinen Geschichte verknüpft, was ein wenig an die großartigen Bücher „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ von Bastian Sick erinnert. Es steckt voller Humor, liest sich sehr flott und kurzweilig und ist trotzdem äußerst informativ.
Natürlich komme ich an dieser Stelle nicht an der Aufzählung von ein paar dieser bedrohten Wörter vorbei. Also, was ist ein Hagestolz? Was ein Duttengretel oder ein Zinken (nein, damit ist keine Nase gemeint)? Was sind Muhmen, Laffen, Kandelaber, Kaltmamsell oder Hahnrei? Was bedeutet fürbass? Und vor allem: Was ist ein Bergfex??? Wer hier nicht alles zweifelsfrei beantworten konnte, sollte sich schnellsten mit 8,90 Euro in den nächsten Bücherladen scheren. Tolles Buch, so etwas sollte es öfter geben. Und wie ich eben mitbekommen habe, wird der Verfasser im Dezember 2006 auch gleich einen zweiten Band davon veröffentlichen, den ich mir ebenfalls schnellstmöglich zulegen werde. Den wünsch ich mir für den weihnachtlichen Gabentisch!

zurück zur Übersicht