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Bücher mit dem Buchstaben: G




"Die Geheimlehre" Helena P. Blavatsky

Die Geheimlehre ist das schwierigste Buch von allen hier vorgestellten. Die gute Frau Blavatsky kann man sowohl als genial als auch als etwas "seltsam" bezeichnen - aber sie und ihre Ideen sind zu interessant, um sie zu übergehen. Das hier vorgestellte Werk ist nicht ihr einziges Buch, aber das mit Abstand wichtigste.
Eigentlich ist es ein mehrbändiger Riesenwälzer, aber um in ihre Philosophie hineinzuschnuppern, genügt vorerst auch die auf ein Buch zusammengekürzte Ausgabe, die alle wichtigen Aspekte enthält. Für den noch schnelleren Blick gibt es (oder gab es) auch Hefte der Theosophischen Gesellschaft mit einem informativen Grundriss ihrer Lehre. Diese Lehre ist das Resultat ihrer tibetischen Forschungen und spiegelt eine Neufassung fernöstlicher Religionen wieder. Es würde der Blavatsky aber nicht gerecht werden, die Geheimlehre als Abklatsch des Buddhismus abzuhaken - zu vielschichtig sind die Inhalte. Genaugenommen ist es eine philosophische Wissenschaft, die seit fast 130 Jahren die Menschen einnimmt, aus der Rudolf Steiners Anthroposophie hervorging und die mit der Einführung der Schwarzen Sonne in unseren Kulturkreis auch dem germanischen Okkultismus einen gehörigen Schub gab.
Das Buch behandelt die Evolution des Weltalls und der Menschen und beschreibt selbige in unfassbar ausgedehnten Perioden der Wiederkehr, wobei die menschlichen Wesen in exotischster Gestalt auftreten. Das Werk fasziniert und regt die Fantasie an (obwohl die zum Verständnis der Lehre angeblich hinter der Intelligenz und der Liebe zurückbleiben sollte). Und da sind wir schon beim wesentlichen Punkt, den man bei der Lektüre beachten muss: das Buch ist schwerer Stoff und erfordert den unbedingten Willen, sich ernsthaft in ihre Ideen hineindenken zu wollen. Wer das Buch nur aus leisem Interesse mal querlesen will, erreicht gar nichts und versteht vermutlich nur einen Bruchteil.
Ich für meinen Teil habe einige wichtige Puzzelsteinchen für meine Welterkenntnis aus der Geheimlehre gezogen, weiß aber trotzdem nicht so recht, wie weit man das exotische Werk der Allgemeinheit weiterempfehlen soll. Auf alle Fälle ist es ein Schmuckstein der Weltliteratur und gehört genau deshalb auch in meine Auflistung.

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"Geheimsache Mond" Ingo Swann

Bei diesem Buch ich mich bei der Rezension etwas zusammennehmen - denn mich persönlich hat es nicht gerade vom Hocker gerissen. Da viele es aber sehr gut finden und meine Abneigung eigentlich nur auf das Thema und nicht auf das Buch selbst zurückzuführen ist, stelle ich es hier mal vor.
Es ist "Geheimsache Mond" von Ingo Swann - und das Thema lautet Remote Viewing. In dem Werk geht es eigentlich weniger um Fernwahrnehmung selbst, sondern darum, was man so alles Schönes damit anfangen kann und wo die Grenzen liegen. Und diese Grenzen hat der Autor so ziemlich ausgelotet, denn er beschreibt in geheimem Auftrag ausgeführtes Remote Viewing auf der Rückseite des Mondes.
Ich selbst halte eigentlich nicht viel davon, aber die Passagen im Buch, die die Erlebnisse auf dem Mond behandelten, fand ich sehr spannend und beeindruckend. Wie glaubwürdig das Ganze ist, muss schon jeder für sich selbst herausfinden - auf mich wirkt der Autor recht souverän, weshalb ich vermute, dass Fernwahrnehmungsfans ihren Gefallen an dem Buch finden werden. Und die versammelte Ufologengemeinde ebenso, denn es ist nicht alles irdisch, was im Buch auf dem Mond erblickt wird...
Eine Kritik muß ich dennoch loswerden: Irgendwie sind dem Autor gegen Ende die Ideen ausgegangen und er hat Probleme bekommen, sein Buch vollzubekommen, denn je weiter man dem Ende entgegenliest, häufen sich Stellen, die einem doch recht bekannt vorkommen. Er wiederholt wirklich sehr viel und bringt am Ende echt ganze Passagen leicht umformuliert noch mal...
18,50 Euro muss man für das trotz Wiederholungen noch nicht mal 250 Seiten dicke, gebundene Werk auf den Tisch zu legen. Remoteviewern wird's trotzdem gefallen - aber ich bin wohl nicht der richtige Mann für dieses Thema.

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"Die Geschichte der Deutschen" Valentin Veit

Geschichtsbücher vom Umfang des vorliegenden haben meist einen gravierenden Nachteil: sie sind tödlich langweilig. Gemeinhin kämpft man sich in Ermangelung eines besseren hindurch und hangelt sich mühselig durch Stammbäume, Jahreszahlen und Herrschaftsregister. Jetzt die gute Nachricht: Wenn man umfassende Informationen über 1100 Jahre deutscher Geschichte bis fast ins Jahr 2000 sucht, der MUSS ganz einfach Valentin Veits "Geschichte der Deutschen" lesen. Der im 3. Reich zunächst nach England und dann nach Amerika emigrierte und dort als Professor für dt. Geschichte lehrende Valentin entpuppt sich dabei als einzigartige Koryphäe auf seinem Gebiet und hat noch dazu das, was seine Kollegen leider nicht haben: literarisches Talent.
Seine wunderbar, kernige Sprache und fast schon poetische Ausdrucksweise lädt den Leser auf eine Reise durch die Jahrhunderte ein und ist eher eine Mischung aus historischem Roman und Reisebeschreibung, als ein Geschichtsbuch. Dabei berichtet Veit so lebendig, als sei er selbst dort gewesen. Vor Jahrhunderten lebende Persönlichkeiten beleuchtet und beschreibt er so detailliert und real, dass man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt.
Leider verstarb der geniale Autor bereits 1947 - sein Meisterwerk aber lebt weiter fort und wurde danach von Erhard Klöss weitergeschrieben, so dass unsere Geschichte nicht im Nachkriegsdeutschland endet, sondern bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts aufgezeichnet wurde. Wer sich für deutsche Geschichte interessiert (das sollte man eigentlich), kommt um dieses Standardwerk nicht herum. "Die Geschichte der Deutschen" von Valentin Veit ist nicht nur ein Geschichtsbuch, sondern ein Erlebnis!

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"Geschichte des privaten Lebens" Philippe Aries

Von der "Geschichte des privaten Lebens" gibt es gleich fünf dicke Bände. Mich persönlich interessierte vor allem der Band fünf "Vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart", weil ich Informationen über das Leben während und zwischen den Weltkriegen gesucht hatte. Meine heutige Rezension bezieht sich also mehr oder weniger auf den fünften Band der Reihe. Das Buch beinhaltet eine Beschreibung der Lebensverhältnisse vor allem der Arbeiterklasse und des Bürgertums. Dabei geht der Autor sehr ins Detail und berichtet über einfach alles: von der Wohnungseinrichtung über die Denkweise bis hin zur Sexualität. Das Ganze ist um sehr viel spannender, als es sich jetzt vielleicht anhört! Begeistert war ich vor allem über die vielen Statistiken und noch mehr über die wirklich unzähligen, aussagekräftigen Bilder. Der Autor schien jede Aussage fotografisch untermalen zu wollen, denn die mir vorliegende Ausgabe von 1999 erhielt Hunderte von aussagekräftigen Bildern. Und ebenso reizvoll sind auch die vielen kleinen Anekdötchen, Kuriositäten und Zitate, hier zwei Beispiele:
"Freiheit ist das Produkt einer Reglementierung" Durkheim - Dieser Satz hat mir außerordentlich gut gefallen!
Oder:
"Leben ist eine Krankheit, die alle sechzehn Stunden durch den Schlaf gelindert wird. Der Schlaf ist ein Palliativ. Die wahre Medizin ist der Tod." Chamfort
Das Werk ist in verschiedene Bereiche des Lebens eingeteilt, so zum Beispiel in Arbeit, Familie und Individuum, Kunst, Ehe, Sexualität, Rechtsprechung, Politik (insbesondere Kommunismus) und auch Leben der Einwanderer und der Juden.
Schade ist, dass sich ein Großteil des Werkes auf die französische Gesellschaft bezieht. Das schien dem Autor gegen Ende auch bewusst zu werden, denn erst die letzten drei Kapitel drehen sich dann jeweils wenigstens um Schweden, Italien und die USA. Wer Information über das Leben der Deutschen sucht, wird enttäuscht.
Trotzdem ist das Werk äußerst originell und informativ, sehr kurzweilig geschrieben und durch die vielen, vielen Bilder auch sehr aufgelockert. Und wer sich für ausführlich beschriebene Tatsachen erfreut wie z. B. dass bis in die 60er Jahre in Südeuropa z.T. sechsköpfige Familien in einem Zimmer leben mussten (mit nur zwei Betten), dass sich bis in die 80er manchmal drei Personen eine Zahnbürste teilten, dass die durchschnittliche Lebenserwartung um 1900 nur 48 Jahre betrug, dass sich die meisten Selbstmörder von Juni bis August und dann meistens Montags umbringen oder dass es auf französisch sage und schreibe 1300 verschiedene Synonyme für Koitus gibt, der sollte sich das Werk unbedingt mal zu Gemüte führen.
Preis: Knapp 18,- Euro für über 600 Seiten.

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"Gesundheit aus der Apotheke Gottes" Maria Treben

Heut mal ein ganz anderes Thema: ein Standardwerk der Kräuterkunde! Es wird Zeit sich bewusst zu machen, dass der Moloch aus Ärztewesen, Krankenkassen und Pharmazeutik nur ein Industriezweig ist wie jeder andere auch. Der ausschließlich der Gewinnmaximierung dient - ebenfalls wie jeder andere auch. Eine Industrie, die neue Krankheiten "erfindet", möglichst weltweit flächendeckende Impfungen durchführt und immer neue, teure Medikamente einführt, handelt nicht aus Gründen selbstloser Menschlichkeit, sondern will Geld verdienen. Das rücksichtslose Geschäft mit der Krankheit. Und wer das bemerkt hat, darf sich im Krankheitsfall auch mal nach Alternativen umschauen. Und sich vielleicht an Pfarrer Kneipp erinnern, der schon damals davon schrieben, "dass für jede Krankheit ein Kräutlein gewachsen ist".
Wie man Krankheiten selbst heilt, welche Kräuter man braucht, wie man sie erkennt und anwendet, das alles erfährt man in dem millionenfach verkauften Bestseller "Gesundheit aus der Apotheke Gottes" von Maria Treben.
Das großformatige, 108-seitige Buch ist dabei sehr übersichtlich gegliedert und auch hervorragend als Nachschlagewerk zu verwenden. Nach dem Vorwort und dem Inhaltsverzeichnis beginnt zunächst ein allgemeiner Teil über das richtige Sammeln, Aufbewahren und Zubereiten von Heilkräutern. Dann beginnt der Hauptteil des Buches mit einer alphabetischen Ordnung der "Heilkräuter aus der Apotheke Gottes" von Bärlapp angefangen bis hin zu Zinnkraut. Jeder Pflanze sind dabei ungefähr zwei Seiten gewidmet - mit einer Zeichnung derselben, einer ausführlichen Beschreibung, den Anwendungsarten und auch mit Beispielen von Heilerfolgen. Das ganze ist super übersichtlich und liest sich sehr einfach und überzeugend. Anschließend gibt es noch ein umfangreiches Kapitel über die "Schwedenkräuter" und am Ende folgen noch nützliche "Ratschläge für verschiedene Krankheiten". Auch diese sind alphabetisch geordnet (von Akne und Appetitlosigkeit bis zur Zuckerkrankheit). Danach gibt es noch ein sehr hoffnungsvolles Kapitel für Patienten, die an bösartigen Krankheiten leiden. Maria Treben erläutert Therapiemöglichkeiten aus der Natur und führt auch Beispiele spektakulärer Heilerfolge auf!
Am Ende gibt es noch ein Stichwortverzeichnis und einige anschauliche Farbtafeln mit den Abbildungen der beschriebenen Heilpflanzen.
Alles in allem ein sehr übersichtliches, einfach geschriebenes Buch voller Informationen und auch voller Zuversicht. Besonders für Einsteiger trefflich geeignet, sollte in keinem gesundheitsbewusstem Haushalt fehlen. Preis: 13,70 Euro.

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"Der Gilgamesch-Epos"

Das älteste, überlieferte Buch der Menschheitsgeschichte ist fast 5000 Jahre alt und handelt von Gilgamesch, dem König von Uruk. Diese (aus der Bibel als Erech bekannte) Stadt hatte damals 47 000 Einwohnern und stellte den kulturellen Mittelpunkt des sumerischen Reiches dar - heute ist sie nur noch ein Ruinenfeld im Irak. Der Assyrerkönig Aschurbanapali hatte die in Keilschrift auf Tontafeln eingeritzte Geschichte im 6. Jahrhundert vor Christus in seiner Bibliothek in Ninive aufbewahrt, wo sie bis in unsere Zeit erhalten blieb und Anfang des 19. Jahrhunderts von Professor Dr. Albert Schott übersetzt wurde.
Gilgamesch ist eine faszinierende Gestalt, denn einerseits ist er ein geschichtlich nachgewiesener König, der vor 4800 Jahren herrschte - andererseits aber ist er auch eine nahezu gottgleiche Gestalt, denn sein Vater ist der sumerische Mondgott Sin, sein Großvater daher niemand anders als der Gott ENLIL! Seine Mutter war Ninsun, die Tochter des sagenhaften Königs Nimrod und selbst die Göttin Ischtar warb um Gilgameschs Gunst. Gerade die Götterwelt Sumers ist ja eine hochinteressante Sache, weil sie einerseits wirklich die Götter darstellten und andererseits den Beginn der menschlichen Ahnenreihen darstellen. Hier verschmilzt die Mythologie mit der Realität und nicht wenige nehmen an, dass diese Götter wirklich auf der Erde lebten (wovon man durch Gilgamesch ausgehen kann) und irgendetwas Besonderes darstellten (Engel? Außerirdische?).
Gilgamesch erlebt im Buch eine Reihe fantastischer Abenteuer, trifft dabei Utnapischtims, der niemand anders ist als der biblische Noah, und lässt sich von ihm die Errettung von der Sintflut erzählen (Gilgamesch war der 5. König nach der Sintflut)! Interessant auch seine Reise in den Berg Maschu, in dem er nach langem Umherirren auf Tageslicht stößt und dabei im Inneren einen Edelsteingarten findet. Übrigens war Gilgamesch ein wahrer Riese, denn er soll nicht weniger als vier Meter gemessen haben.
Okay, soviel zu Sumer. Ich finde, das älteste Buch der Welt ist ein Schatz und sollte gelesen werden - ganz nebenbei ist es nämlich auch sehr interessant und eine Zeitreise in die Anfänge der Menschheit.

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"Das Glasperlenspiel" Hermann Hesse

Als ich eines Tagen in meiner Stammbibliothek das Hörspiel "Das Glasperlenspiel" von Hermann Hesse auf fünf CDs entdeckte, habe ich es eher aus mäßigem Interesse mitgenommen. Als ich es dann daheim anhörte, wagte ich bald kaum zu atmen, so mitgerissen und beeindruckt war ich von der Geschichte. Am nächsten Tag habe ich mir dann sofort das Buch gekauft und geradezu verschlungen - selten zuvor war ich am Ende eines Buches so traurig, weil es schon Schluss war. Dieses Buch ist kein bloßes Stück Literatur, es birgt eine ganze Lebensweisheit und Weltanschauung!
Zum Inhalt nur soviel: Das Werk führt in eine Welt weit in der Zukunft, aus der rückblickend aus dem Leben des Magister Ludi Josef Knecht berichtet wird. Über diese Zukunftswelt erfährt man eigentlich rein gar nichts, aber dafür umso mehr über "Kastalien". "Kastalien" ist eine weltliche Ordensgemeinschaft, die sich dem Erhalt und der Vermehrung des Wissens und des Geistes widmet. Es ist ein streng hierarchischer Staat im Staate, in der die klügsten Köpfe der Menschheit von Kindheit an wohl behütet unter fast schon klösterlichen Strukturen aufwachsen, erzogen werden und schließlich zugewiesene Tätigkeiten ausführen. Eigentlich sind sie absolut unfrei und bekommen ihr gesamtes Handeln vorgeschrieben, aber von so weiser Seite, dass man das Leben in Kastalien als Herausforderung und Auszeichnung empfindet. Das Buch behandelt in der Hauptsache das Leben von Josef Knecht in Kastalien, von den Anfangsjahren als genialer Schüler über die ersten Bewährungen bis hin zu seinen triumphalen Aufstiegen in die höchsten Würdenämter.
Ein Teil des Buches wird angefüllt mit Diskussionen zwischen Knecht und einigen wenigen weiteren Hauptdarstellern, in denen das Pro und Kontra zwischen dem freien Leben in der Welt "draußen" und dem unfreien Leben hinter den behütenden Mauern Kastaliens erörtert werden. Mehr als einmal hat man dabei den Eindruck, dass die vorbestimmte Hierarchie der vorgeblichen Freiheit bei weitem vorzuziehen ist. Mich hat beim Lesen des Buches und auch beim Hören des wirklich intelligent inszenierten Hörspiels eine tiefe Sehnsucht nach Kastalien ergriffen. Diese Klarheit, diese Vorbestimmung, dieses Behütetsein, die geistigen Herausforderungen und die elitäre Überlegenheit - das ist schon sehr reizvoll.
Wie ein roter Faden zieht sich denn auch das Glasperlenspiel durch Hesses Werk - ein Spiel, dass den kulturellen Hauptinhalt Kastaliens darstellt und sämtliche Formeln der Wissenschaft als auch alle Formen der Kunst und Musik in Einklang zu bringen vermag, dessen Regeln aber dem Leser leider nur sehr verhalten angedeutet werden.
Am Schluss des Buches, wenn die Geschichte eigentlich beendet ist, wird es noch einmal hochinteressant, denn es folgen neben einigen Gedichten, die Hermann Hesse dem erdachten Magister Knecht zugeschrieben hat, drei Lebensläufe Josef Knechts, die nach kastalischer Art vom Schreiber erdacht wurden und die nicht den wirklichen Lebenslauf schildern, sondern einen möglichen, unter ganz anderen Voraussetzungen. Besonders der letzte, der "Indische Lebenslauf" stellt praktisch unser gesamtes Streben und all unsere Wertvorstellungen in Frage und lässt einen tief betroffenen und nachdenklichen Leser zurück!
Das Buch gibt es zur Zeit als preiswerte gebundene (!) Sonderausgabe für lediglich 10,- Euro - die ISBN-Nummer von dem Schnäppchen ist: 351841335X
Wer die immerhin über 600 kunstvollen Seiten als zu viel empfindet, der sollte mal in das bezaubernde Hörspiel investieren - für 24,95 Euro bekommt man fünf randvolle CDs, die mit ihren meisterhaften Sprechern und der surrealen Begleitmusik eine einzigartige Atmosphäre verbreiten.

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"Der goldene Kompass" Philip Pullman

Heute mal wieder etwas leichterer Stoff, denn "Der goldene Kompass" ist ein fantasievolles Märchenbuch, dass sich wegen seiner relativ einfachen Sprache und seiner übersichtlichen Elemente mehrheitlich an Jugendliche und verträumte Erwachsene richtet. Philip Pullmann hat es verstanden, unsere Welt und die Gesellschaft auf ihr mit einer Vielzahl an unglaublichen Elementen und außergewöhnlichen Eigenschaften auszustatten, die das Buch zu einem wahren Schatz an Originalität machen. So spielt unsere Geschichte zwar auf der Erde zur jetzigen, modernen Zeit - aber diese Welt ist irgendwie so ganz anders, als wir sie kennen. Die Tartaren erobern Osteuropa, es gibt Hexen, Geister und Magie, England liegt am deutschen Ozean, es scheint weder Autos, noch Flugzeuge oder normale Elektrizität zu geben und jeder Mensch hat ein eigenes kleines Geschöpf an seiner Seite. Diese Wesen heißen im Buch zwar Daemonen, sind aber Kameraden, Beschützer und Ratgeber in einem und zeigen mit ihrem Aussehen und Verhalten die Gefühle ihrer Menschen an. Man kann sich ein Leben lang nicht voneinander entfernen, fühlt gemeinsam Schmerzen und stirbt auch zusammen. Gerade diese genial ersonnenen Aspekte nutzt Pullman für seine außergewöhnliche Geschichte.
Hauptfigur ist die kleine Lyra, ein äußerst freches, neugieriges und impulsives Mädchen, dass mit seinem Daemon Pantalaimon am Oxforder College für "experimentelle Theologie" aufwächst. Eines Tages beginnen überall Kinder zu verschwinden, zu unbekannten Zwecken entführt durch die mysteriösen Gobbler - und Lyra befindet sich sehr bald auf der Flucht in den hohen Norden, wo sie eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hat. Denn ganz im Norden, im Reich der Panzerbären, hinter dem Nordlicht, befindet sich der Eingang zu einer fremden Welt. Wie gut dass Lyra ihr Alethiometer dabei hat - einen goldenen Kompass, der ihr den Weg weist.
Ich überlege noch, ob die Faszination des Buches mehr an der wirklich außergewöhnlichen Welt liegt, in der sie spielt - oder an Mr. Pullhams Schreibstil, denn der ist zwar wortreich, aber auffallend kurzweilig, spannend und simpel. Einfachheit als Stilmittel - in diesem Fall aber wünschenswert, denn der Autor beschreibt seine Charaktere eher beiläufig, vergeudet auch keine Zeit mit ellenlangen Detailschilderungen der Umgebung, sondern stürzt sich auf die fantasievollen Storyelemente, was dem Buch eine atemberaubende Geschwindigkeit verleiht. Die etwas mehr als 400 Seiten liest man deshalb in kürzester Zeit durch - und braucht danach nicht einmal allzu sehr traurig zu sein, weil Philip Pullman mit "Das magische Messer" und "Das Bernsteinteleskop" schon zwei Fortsetzungen geschrieben hat. Die gesamte Trilogie umfasst dann mehr als 1200 Seiten und ist eine der kurzweiligsten und fantasievollsten Abenteuergeschichten auf dem Markt. Der goldene Kompass kostet als Taschenbuchausgabe 8,95 Euro.

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"Das große Buch der Überlebenstechniken" Gerhard Buzek

Dieses Buch könnte sich über kurz oder lang als sehr wichtig und nützlich erweisen! Das umfassende Werk beinhaltet alles, um das Überleben (z.B. im Krieg) zu erleichtern. Hier ein paar Inhaltsbeschreibungen:
Das Buch ist sehr übersichtlich in drei große Abschnitte untergliedert. Abschnitt eins heißt "Überleben in Extremsituationen" und hat fünf ausführliche Themen, die ich hier einmal kurz beschreiben möchte:
Das Kapitel "Physische Belastungen" gibt Trainingsanweisungen für Körper und Geist, es geht um die Beherrschung psychischer Belastungen, Gruppenverhalten und Verhaltensmuster. In "Selbst- und Kameradenhilfe" lernt man alles über Verletzungen (von Verstrahlung über Brüche bis zur Amputation), Heilpflanzen und Hygiene.
Dann gibt es das Kapitel "Selbstverteidigung", in dem man alles über Verteidigung und die Bedienung von Waffen erfährt.
Anschließend widmet sich der Autor dem Thema "Kontaktaufnahme" und beschreibt alle Möglichkeiten von Rauchzeichen, Fingersprache, Wegmarkierungen bis zum Funkgerät. Abschließend geht's um das Thema Ernährung (Vorräte anlegen, Nahrungsbedarf ). Abschnitt zwei heißt "Überleben in der Natur"!
Hierin gibt es folgende Kapitel und Themen:
"Ausrüstung und Bekleidung", "Wasser" (wie gewinnt man Wasser, Verhalten bei Durst, Elektrolyte), "Feuer" (Entfachen und Unterhalten von Feuer), "Schutz und Obdach" (Bau provisorischer Unterkünfte von der Erdhöhle bis zum Iglu), Nahrung aus der Natur (Jagd, Fallenbau, Zubereitung und Konservierung), "Gefahren" (Lawinen, Waldbrand, Schlangenbisse etc.), "Orientierung" (Karte, Kompass, Gestirne), "Wetter", "Überwinden von Hindernissen" (Eisflächen, Hilfsmittel, Gewässer).
Abschnitt drei heißt "Überleben in der Zivilisation", und beinhaltet folgende Kapitel: "Schutz des Eigentums" (Verhalten bei Einbruch, Sicherungen und Alarmanlagen), "Fahrzeuge" (Autobomben, Verhalten bei Verfolgungen, Durchbrechen von Straßensperren), "Geiselnahme" (sowohl, wenn mal selbst Geisel ist, als auch, wenn man selbst Geiseln nimmt), "Brände" (Brandbekämpfung, Löschverfahren) sowie "Verschüttung" (Verhalten, wenn man durch Bombentreffer oder Erdbeben verschüttet wird)!
Wie ihr seht, handelt es sich fast schon um eine Bibel der Überlebenstechnik. Das Buch ist gebunden, hat über 500 Seiten, ist sehr übersichtlich geschrieben und mit hunderten, leicht verständlichen Skizzen versehen!
Paranoikern, Endzeitfanatikern - aber auch vorsichtigen Menschen, die einen Krieg befürchten, kann ich die Investition nur ans Herz legen.

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"Das grüne Buch" Muammar AL Qaddafi

Durch die mediale Meinungsmache reagieren wohl fast 100% unserer Bevölkerung beim Erwähnen des Namens Ghaddafi mit einem Abwinken und denken an Terror und Diktatur. Das ist das Bild, dass wir vom libyschen Staatsoberhaupt haben sollen - mehr sollen wir nicht wissen, auch wenn es in letzer Zeit immer wieder mal lächerliche Annäherungen an Libyen gibt (Schröder-Besuch).
Die Wirklichkeit sieht dagegen ganz anders aus: Ghaddafi hat noch nie einen Krieg begonnen (im Gegensatz zu den Schreiern aus Washington), wird von seinem Volk gefeiert wie ein Popstar und hat Libyen zum Staat mit dem höchsten Bruttoeinkommen pro Kopf in ganz Afrikas gemacht. Er hat aus einem rückständigen Armutsland eine fast schon reich zu nennende Nation hervorgebracht, die Wüste bewässert und dabei seit Jahrzehnten den unmöglichsten Verleumdungen standgehalten. Da er es geschafft hat, Libyen frei von allen globalen Abhängigkeiten zu halten und die Banken an ihm keine Freude haben, ist er zu einem der verhasstesten Männer dieser Welt geworden.
Da man seiner (noch) nicht so einfach habhaft werden kann, versucht man ihn wenigstens totzuschweigen - nur da zeichnet sich der gute Ghaddafi durch große Findigkeit aus, um sich in Erinnerung zu rufen. So kaufte er kurzerhand die auf den Philippinen entführte deutsche Familie Wallert frei und präsentierte sie medienwirksam vor seinem von den Amis 1986 zerbombten Palast, dann holte er das italienische Fußball-Supercupfinale nach Tripolis oder warb auf deutschen Postautos für "Das grüne Buch"!
Womit wir endlich beim Thema wären, denn in diesem grünen Buch hat Ghaddafi das Geheimnis seines staatspolitischen Erfolges präsentiert: die von ihm genannte "Dritte Universaltheorie". Ungeachtet des recht hohen Preises von 15,- Euro für die dünne Schwarte von etwa 150 Seiten sollte es sich jeder Politikinteressierte einmal ansehen, weil es eine für heutige Staatsoberhäupter überraschend hohe Intelligenz und überraschend frische Ideen aufzeigt. Ghaddafis Staatsmodell weist am Sozialismus angelehnte Strukturen auf, erweitert diese aber erheblich.
Der ungewöhnliche Buchtitel übrigens orientiert sich am revolutionären "Roten Buch" von Mao - nur dass es durch die grüne Farbe des Islam ersetzt wurde. Und revolutionär ist Ghaddafi ebenfalls. Er prangert die Werbung an: "[...]aus der Herrschaft über die Bedürfnisse des Menschen erwachsen die Konflikte", er kritisiert sarkastisch das westliche Konsumdenken: "Des Menschen erste Pflicht ist der Konsum" und er wettert gegen jene "die mehr horten, als sie verbrauchen können" und bezeichnet ihr Handeln als: "[...] Akte der Barbarei und Diebstahl"! Familie und Nationalität sind für ihn wichtig, Konsum und Geld dagegen dekadent - das allein reicht schon, um ihn als fähiges Staatsoberhaupt weltweit anzusehen. Meine Empfehlung für Interessenten an einem neuen Staatsmodell: "Das grüne Buch."

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