Achtung: Pflichtlektüre!

Bücher mit dem Buchstaben: F




"Fahrenheit 451" Ray Bradbury

451 Fahrenheit entsprechen einer Temperatur von 232° C - der Temperatur, bei der Papier Feuer fängt! Und nach dieser Temperatur hat Ray Bradbury sein geniales Buch benannt: "Fahrenheit 451".
Das unscheinbare und recht dünne Büchlein birgt einen Schatz in sich - ein absolut geniales Werk, dass den Vergleich mit thematisch ähnlichen Werken wie "1984" von Orwell oder "Schöne Neue Welt" von Huxley nicht zu scheuen braucht!
In "Fahrenheit 451" geht es - natürlich - um Bücherverbrennungen. Es gibt dort eine Feuerwehr, nichts ungewöhnliches eigentlich - aber die Feuerwehr in diesem Buch hat nicht die Aufgabe, Brände zu löschen, sondern welche zu entfachen! Die Handlung spielt in einem fiktiven Überwachungsstaat, der jedem hinterher schnüffelt und in dem sich die Leute gegenseitig denunzieren. Wenn irgendwo Bücher gefunden werden, kommt die Feuerwehr mit ihrem Kerosintank (!) und verbrennt die Bücher - das Haus und die Bewohner manchmal auch gleich mit...
Der Feuerwehrmann Guy Montag hat eigentlich ein lustiges Leben: Bücher verbrennen und auf eine vierte Fernsehwand für seine Frau sparen - bis er anfängt nachzudenken und eines Tages ein Buch heimlich mitnimmt.
"Fahrenheit 451" ist ohne zu übertreiben ein Klassiker der Weltliteratur - brilliant und geradezu poetisch geschrieben (im Gegensatz zum geradezu klinischen "Brave New World") und einfach nur großartig. Es weckt Empörung - aber auch Hoffnung und es wäre eigentlich eine Schande, es nicht gelesen zu haben.
Kaum ein Buch dieser endzeitlichen Thematik kommt der Realität so nahe: Eine Amüsiergesellschaft, in der Bildung und Literatur verpönt sind und verdummende TV-Shows und Partys den Sinn des Lebens darstellen. Die Leute sollten sich lieber an die Texte beliebter Lieder erinnern als sich mit Philosophie zu beschäftigen, denn dabei würden sie nur melancholisch - so Bradbury in seinem Buch.
Die Taschenbuchausgabe von "Fahrenheit 451" kostet läppische 7,- Euro, das ist fast nichts für diesen Klassiker - ich habe ihn an zwei Tagen gleich zweimal durchgelesen und werde es bestimmt noch öfter machen.

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"Farm der Tiere" George Orwell

Ich mag George Orwell - 1984 ist ein Meisterwerk. Das zweite Buch, dass ich von ihm las, war "Auftauchen, um Luft zu holen", eine trostlose Geschichte vom Vorabend des großen Krieges. Aber wenn es irgendein Buch von Orwell gibt, dass man unbedingt gelesen haben MUSS, dann ist das "Farm der Tiere", die wohl berühmteste Fabel der Literaturgeschichte. Kaum zu glauben, dass dieses scharfsinnig pointierte Buch aus der gleichen Feder stammt wie das verstörende, entsetzlich geniale "1984".
"Farm der Tiere" hat den Untertitel "Ein Märchen". Eigentlich ist es das auch und ich habe mich im Nachhinein sehr geärgert, soviel über das Buch gehört zu haben, bevor ich es selber gelesen habe. Zu gern hätte ich es unvoreingenommen zur Hand genommen und die ganzen klugen Parabeln darin selbst entdeckt.
Das Buch ist ein Versuch, eine proletarische Revolution und Machtausübung mit einfacher, fast schon kindlicher Sprache zu erläutern, indem sie auf das Tierreich übertragen wird. Es ist in erster Linie eine beißende Kritik an den Sowjetstaat unter Stalin, aber es ist noch viel mehr. Es ist keine einfache Sozialismuskritik, sondern bedauert die Unzulänglichkeit unserer gesamten Gesellschaft. Die vernichtende Bilanz der Hauptdarsteller kritisiert mitnichten nur die proletarische Diktatur und den Sozialismus, wie es aus dem Buch so oft herausgelesen wird. Ich glaube, Orwell war selbst ein glühender Sozialist (nicht Kommunist), der sein Buch nicht als vernichtende Kritik an der sozialistischen Gesellschaftsordnung sehen wollte, sondern der uns allen damit zeigt, wie man es NICHT machen sollte. Er erläutert uns anfangs ja, wie nötig eine solche Revolution ist, wie machtlos die Unterdrückten sind, wie gerechtfertigt der Aufstand war, um uns dann Schritt für Schritt die Fehler der Revolutionäre aufzuzeigen. Spätestens mit dem Satz "alle Tiere sind gleich, aber manche Tiere sind gleicher", der mittlerweile zum geflügelten Wort geworden ist, wurde eben falsch abgebogen.
Es ist bei oberflächlicher Betrachtung nicht viel mehr als ein Kindermärchen, es hat läppische 118 Seiten und liegt als vergilbte Schwarte für weniger als einen Euro auf Flohmärkten rum - und dabei birgt es mehr Weisheit als ganze Regalreihen voll mit Werken anerkannter Politikwissenschaftler. Wer es noch nicht gelesen hat - bitte schämen und nachholen ;-) Und danach bitte nicht einfach vergessen, sondern philosophieren und weiterdenken. Orwell hat uns mit seinem Buch einen großen Gedanken hinterlassen, den wir nur noch selber zu Ende denken müssen. Gegen die "Napoleons" dieser Welt.

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"Faust" Johann Wolfgang von Goethe

Goethe war zwar ein Mitglied der Illuminaten, aber trotzdem Patriot und vor allem ein Meister der deutschen Sprache, so dass dieses Buch eigentlich nur ein Beispiel seiner hervorragenden Veröffentlichungen ist. "Faust" ist ein Klassiker der Weltliteratur und wahrscheinlich das literarisch wertvollste, dass jemals in unserer Sprache verfasst worden ist.
Schon beim einfachen Blättern fallen einem auf jeder Seite Sätze in die Augen, die sich als Sprichwörter bis heute im täglichen Sprachgebrauch erhalten haben. Das ganze Werk ist bekannterweise in Verse gekleidet - und Goethe schafft darin wirklich eine nie dagewesene Poesie und Wortkunst, so dass man vor Lesefreude aus dem Kopfschütteln nicht mehr rauskommt. Ganz anders dagegen Teil zwei der Geschichte. Das Konzept für die Fortsetzung hatte Goethe schon im Alter von 20 Jahren im Kopf, sagt er selbst. Beendet hat er es dann im Alter von 82 Jahren! Außerdem musste es in einem versiegelten Umschlag aufbewahrt und erst nach seinem Tod geöffnet werden.
Um so erstaunlicher, dass dieser zweite Teil, an dem der größte Schriftsteller aller Zeiten 62 Jahre gearbeitet hat, auch heute noch für jedermann unverständlich erscheint. Während Teil eins nur so durch den Geist fließt, bleibt Teil zwei wohl ein ewiges Geheimnis. Es gibt Stimmen, die behaupten, dass Goethe diesen zweiten Teil verschlüsselt geschrieben hat und dass sich hinter den Zeilen in Wahrheit ein ganz anderes Buch versteckt, dass uns ohne den Schlüssel zu verstehen unmöglich ist.
Nun zum technischen Teil: Faust hat ca. 150 Seiten, der Nachfolger etwa 230 Seiten - zu kaufen gibt es unzählige Ausgaben, die sich vor allem im Umfang der Erklärungen im Nachwort (die wirklich wichtig sind) und in der Qualität des Einbandes unterscheiden. Betuchtere können also gerne die etwa 70,- Euro ausgeben, die diese Ausgabe kostet - wer es etwas günstiger mag, kann das Buch auch für läppische 2,- Euro als Taschenbüchlein erwerben. Und für die Fanatiker gibt's sogar eine Verskonkordanz für ca. 300,- Euro, die ich liebend gern mal in die Finger bekommen würde.

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"Finale" - Buchreihe von La Haye/Jenkins

Ums gleich vorwegzunehmen: Die Finale-Buchreihe ist sehr umfangreich und dabei noch nicht einmal sehr anspruchsvoll geschrieben. Aber dafür ist der Inhalt der Bücher umso einzigartiger - die beiden Autoren haben damit, beraten vom großartigen Bibelausleger John F. Walvoord (siehe auch meine Buchempfehlung zu ihm im April), ein einzigartiges Projekt in Angriff genommen: Die Romanfassung der Offenbarung des Johannes aus dem Neuen Testament! Und das ist so bahnbrechend, dass ich die ganze Reihe hier auch wärmstens empfehlen möchte. Insgesamt werden es 12 Teile mit jeweils ca. 300 Seiten werden - zehn Stück sind bisher erschienen und ich habe sie alle daheim. Bei soviel Literatur bleiben Schwachstellen nicht aus und oft verlieren sich die Autoren in ihrer Riesensaga, aber als Gesamtwerk ist der Offenbarung bestimmt noch nie so viel spannender Raum gewidmet worden. Hier mal die einzelnen Namen der Bücher mit Kurzbewertung:
Teil eins (siehe Coverabbildung) heißt einfach nur "Finale" und behandelt die Entrückung und ihre weltweiten Folgen - in Amerika ist dieser Teil sogar verfilmt worden. Inhaltlich gibt es weltweite Naturkatastrophen, wilde Spekulationen über den Verbleib der Entrückten und originelle Abenteuer der Protagonisten. Teil eins steht für sich und jeder kann ihn lesen und erst nach der Lektüre entscheiden, ob er es dabei belässt oder ob er sich "Band Zwei" besorgt. Dieser hat keinen besonderen Titel wie die nachfolgenden Teile, ist genauso spannend wie der Vorgänger - und auch der nachfolgende dritte Teil "Nicolai" steht dem in nichts nach. Im Einzelnen geht es in diesen Büchern um den Ausbruch der biblischen Endzeit und die Gründung der christlichen Widerstandsgruppe "Tribulation Force". Der 3. Weltkrieg wütet, die Erde wird nur noch von der Weltgemeinschaft beherrscht und der Antichrist hat seine Macht manifestiert. Der vierte Teil "Die Ernte" kann das hohe Niveau nicht ganz halten und der fünfte Teil der Reihe, "Apollyon", verbessert sich nur leicht und beschäftigt sich mit den Gerichten Gottes, wie den Heuschrecken und der Dämonenarmee.
"Die Verschwörung", der sechste Band dagegen, ist wahrscheinlich der beste Teil überhaupt. Die spannenden Ereignisse und das hochdramatische Ende ließen deshalb den siebenten Teil "Die Rückkehr" in den Staaten die Bestsellerlisten anführen! Der Antichrist fällt einem Attentat zum Opfer und steht, wie in der Bibel, von den Toten wieder auf - als menschgewordener Satan, der sich als Gott anbeten lässt. Dieser lässt dann im achten Teil "Das Zeichen" eine Schreckensherrschaft anbrechen, in der jeder, der sein Zeichen nicht annimmt, geköpft wird. Und das liest sich genauso spannend wie es klingt.
Teil neun mit dem Titel "Die Entweihung" muss ich leider als bisher schwächstes Buch der Reihe bewerten. Die Story zieht sich in die Länge, die Autoren schweifen ab und der Antichrist benimmt sich nicht so souverän und deshalb unrealistisch. Auch gibt es einige Ausdrucksmängel, die natürlich auch Fehler des Übersetzers sein können. Teil 10, "Die Felsenstadt" ist leider noch schwächer geworden ... Trotzdem muss man dieses einzigartige Unternehmen honorieren und ich empfehle jedem an der Endzeit Interessierten einmal eine Blick in die Reihe zu werfen. Zumal es die ersten Teile jetzt auch erstmals in einer billigeren Ausgabe gibt. Noch nie war es so einfach, die "Offenbarung des Johannes" zu verstehen.

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"Die Flusswelt der Zeit" von Philip Jose Farmer

Ich geb's ja zu: Science Fiction Romane sind moderne Märchen für Erwachsene. Aber "Die Flusswelt der Zeit" hat etwas zu bieten, was im SF/Fantasy-Genre sehr selten ist: nämlich eine so originelle Hintergrundgeschichte, wie man sie wirklich noch niemals gehört hat!
Kennt ihr Richard Francis Burton? Nun, Burton lebte im 19. Jahrhundert und war ein bekannter Orient-Reisender. So besuchte er als erster Europäer (als Pilger verkleidet) Mekka, übersetzte "Tausendundeine Nacht" und das "Kamasutra" ins Englische und verbrachte Jahre seines Lebens in Afrika, wo er die Quellen des Nils zu finden hoffte und dabei so ganz nebenbei den Tanganijkasees entdeckte.
Und genau dieser Richard Francis Burton ist die Hauptfigur im Roman "Die Flusswelt der Zeit". Aber Achtung: Das Buch beginnt genau in dem Moment, in dem Burton am 19.10.1889 stirbt! Und wenn das nicht schon ein außergewöhnlicher Romanbeginn wäre: Burton wacht wenig später wieder auf! Er erwacht mit Milliarden anderer Menschen nackt an einem Flussufer unter einer fremden Sonne in einer unbekannten Welt. Der Fluss ist viele tausend Kilometer lang und scheint sich über den gesamten Planeten zu erstrecken. Links und rechts neben dem gewaltigen Gewässer hat man eine wenige Kilometer breite Uferregion und dahinter befinden sich dicht an dicht gewaltige, steile Berge, die ein Übersteigen völlig unmöglich machen.
Bald entdeckt er, dass alle Menschen, die von der Steinzeit an bis in die Zukunft gelebt haben, hier an diesem Flussufer wiedererweckt wurden - so begegnet er sogar bekannten Persönlichkeiten wie z.B. Herman Göring oder Mark Twain. Und er findet heraus, dass man nicht mehr sterben kann - jeder Getötete erwacht kurze Zeit später erneut in einem anderen Gebiet der gigantischen, fremden Welt.
Es beginnt eine Phase der Anarchie, in der alle Menschen wie in einem gewaltigen Gesellschaftsexperiment das Flussufer besiedeln und zwischen Liebe und Gewalt miteinander auskommen müssen. Es bilden sich Sklavenhaltergebiete, Diktaturen, aber auch Solidargemeinschaften - und hinter all dem versucht ein wissbegieriger Burton herauszufinden, wer hinter diesem gewaltigen Experiment steckt. Er baut ein Boot, schart ein paar Gefährten um sich und beginnt eine fantastische Reise, um die Quelle des Riesenflusses zu erreichen, wo er die Initiatoren des gewaltigen Experiments zu finden hofft.
Das Buch ist spannend geschrieben und hat eine der besten Storys, die je erdacht wurden. Es gibt noch vier weitere Teile aus dem "Flusswelt-Zyklus", aber um von der Geschichte gefangen zu werden, reicht Teil Eins zunächst völlig aus. Leider wird das fantastische Buch, dass als einer der besten SF-Romane aller Zeiten gilt, zur Zeit nicht im Handel angeboten - aber zum Glück gibt es ja Ebay, wo auch ich fündig geworden bin. Es hat als Taschenbuch etwa 250 Seiten und ist schon unter 5,- Euro zu haben.
Ach ja, ein weiterer Kaufgrund ist natürlich der Autor. Philip Jose Farmer hat nämlich auch den herausragenden Roman "Die Welt der tausend Ebenen" geschrieben, den ich auch schon hier vorgestellt habe.

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"Das Foucaultsche Pendel" von Umberto Eco

Das Foucaultsche Pendel ist der beste Roman zum Thema Weltverschwörungstheorie, der je geschrieben wurde. Sogar mit Abstand! Die sprachliche Brillanz und das Fachwissen des Herrn Eco, der den meisten ja durch seinen Bestsellerroman "Der Name der Rose" bekannt sein dürfte, stellt wohl alle zeitgenössischen Autoren in den Schatten. Ich muss allerdings warnen: Eco ist ein extremer Schreiber - gerade in diesem Roman! Man braucht sehr viel Willenskraft, um das sprachliche Chaos in diesem sperrigen, voller Fachbegriffe steckenden Buch bis zum Ende durchzustehen. Wer das schafft, wird mit einer der ungewöhnlichsten Geschichten aller Zeiten belohnt!
Der intelligente Romanheld Causbon, aus dessen Sicht der Roman verfasst wurde, lernt zwei Verleger kennen, die sich vor allem Büchern aus dem Bereich des Mystizismus, der Kabbala und der Verschwörungstheorie widmen. Ein Großteil des Werkes besteht nun aus den abstrusesten Fachsimpeleien dieser drei Querköpfe, die wirklich jedes Thema aus diesen Bereichen zusammenmixen, um dem "Großen Plan" auf die Spur zu kommen.
Jeder noch so große Spezialist auf diesen Gebieten wird beim Lesen des Foucaultschen Pendels noch hinreichend neue Informationen bekommen - so erfährt man die Namen so ziemlich aller je existierenden Geheimgesellschaften, eine höchst amüsant geschriebene Geschichte der Tempelritter, sämtliche exotisch klingenden Hochgrade sowohl der Freimaurerei nach Altem und Angenommenem Schottischen Ritus als auch nach Altem und Primitivem Ritus von Memphis-Misraim und noch viele viele unglaubliche Dinge gleich mit dazu. Und das Buch ist quälende 840 Seiten lang, auf denen man nie so richtig weiß, ob Eco die jeweilige Information jetzt selber ernst nimmt oder wieder einmal seine beißende Ironie versprüht. Ab und an wird es sogar richtig witzig - zum Beispiel wenn man erfährt, dass nicht nur die Pyramiden, sondern auch die Kioske der staatlichen Lotterie in Italien nach einem heiligen System erbaut worden sind, weil all ihre Maße wichtigen mystischen Zahlen entsprechen, dass eine uralte, chiffrierte Geheimbotschaft der Templer sich als simple Wäscheliste entpuppt; oder auch die Tatsache, dass die deutschen V2-Raketen so oft ihre Ziele verfehlt hätten, weil die Bahnen nach Hörbigers Hohlwelthypothese berechnet worden waren.
Besonders interessant aber ist der Versuch, von einem rechnergesteuerten Zufallsgenerator den wahren Namen Gottes errechnen zu lassen bzw. willkürlich herausgepickte Elemente der Weltverschwörungstheorie beliebig zusammenzusetzen, so dass sie einen fiktiven, "Großen Plan" ergeben. Zu ihrem Entsetzen müssen die drei nämlich recht bald feststellen, dass dieser, scheinbar von ihnen selbst zusammengesponnene Plan durchaus wahr zu sein scheint und dass sie deshalb verfolgt werden ...
Bei wem sich Lesefreude nur bei ausgesprochen leichter Belletristik einstellt, wer über ein bestenfalls durchschnittliches Allgemeinwissen verfügt und wer bei Begriffen wie Figura Baphomet, Jaques de Molay, Agarttha, Kali-Yuga, Chartres, Rotary Club oder Machu Picchu ratlos mit den Schultern zuckt, der sollte die Finger von dem Buch nehmen, denn er wird es nicht verstehen. Eco verlangt seinen Lesern schon einiges ab. Dafür aber werden diejenigen reichlich belohnt, die schon lange auf der Suche sind nach einem intelligentem Werk, in dem nahezu alle Aspekte von Mystizismus und Verschwörungstheorie in einen einzigen, witzigen und hochgeistigen Roman verpackt sind, für den ist das Foucaultsche Pendel ein Schatz. Man kann das Buch entweder nicht verstehen und verständnislos ablehnen - oder man lässt sich von Eco berauschen und findet ein Kultbuch, dass seines gleichen sucht und dass man bestimmt fünfmal lesen kann, ohne das es langweilig wird. Für mich der größte Mystikthriller aller Zeiten!

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"Die Frau des Zeitreisenden" von Audrey Niffenegger

Halt! Stop! Es handelt sich bei diesem Buch NICHT um einen Science Fiction Roman. Das sage ich lieber vorne weg – auch wenn der Titel eindeutig nach SF klingt. „Die Frau des Zeitreisenden“ ist nämlich ein Liebesroman. Laut Klappentext sogar einer der besten überhaupt.
Die erzählte Geschichte ist mehr als ungewöhnlich. Henry, der Protagonist, leidet an einer seltsamen, fiktiven Krankheit – dem „Chrono-Syndrom“. Das heißt, er verschwindet unkontrolliert und taucht im gleichen Moment nackt an irgendeiner Stelle auf, an der er zuvor schon einmal war oder später einmal sein wird. Nur in einer anderen, zumeist nicht weit entfernten Zeit. Das bringt ihn natürlich vor unglaubliche Probleme – sowohl an seinem Arbeitsplatz in der Bibliothek als auch in seinem Privatleben. Ständig muss er in Angst leben, jeder Tag stellt ihn vor die ungewöhnlichsten Probleme. Doch sein Leben ändert sich mit einem Male schlagartig, als er im Alter von 28 Jahren Clare begegnet – der Liebe seines Lebens. Clare lernt mit der bizarren Krankheit Henrys zu leben - und damit beginnt eine der wohl ungewöhnlichste Liebesgeschichten der Literaturgeschichte überhaupt.
Das Buch ist ein Episodenroman und besteht aus einer Aneinanderreihung kurzer Abschnitte, in der sich die Liebenden in ihren unterschiedlichen Lebensaltern immer wieder begegnen. Dabei wird die Erzählperspektive abwechselnd aus der Sicht von Henry oder aus der Sicht von Clare dargestellt. Die beiden begegnen sich ihr gesamtes Leben hindurch auf ungewöhnlichste Art und Weise (mal ist Claire für Henry ein kleines Kind, mal eine erwachsene Frau, mal in hohem Alter), aber die beiden lernen damit irgendwie zu leben.
Die Geschichte ist immer originell, oft phantasiereich und hat ein überaus dramatisches Ende. Der einzige Kritikpunkt ist meines Erachtens der Schreibstil der Autorin. Audrey Niffenegger schreibt wirklich professionell, aber niemals kunstvoll oder gar romantisch oder gefühlsbetont, was man bei einer solchen Liebesgeschichte eigentlich erwartet hätte. Im Gegenteil – die Sprache ist oft sehr direkt, manchmal sogar vulgär, was für mich manchmal das zarte Flair der Erzählung zerstört. Andererseits hat diese Art der Wortwahl oftmals auch seinen Sinn, denn durch die ununterbrochenen Szenenwechsel ist man sowieso immer auf Höchstspannung.
Ein streitbares, ein höchst ungewöhnliches Buch, dass sich vor allem in Amerika reißend verkauft hat und das zu einem echten Bestseller geworden ist. Und was demnächst mit Brad Pitt in der Hauptrolle verfilmt werden soll.
Die Taschenbuchausgabe des Buches hat 543 Seiten und kosten 9,95 Euro. Wer auf originelle Literatur steht, eine romantische Ader für Liebesgeschichten hat und sich auch mal auf eine Erzählweise weit ab vom literarischen Standard einlassen möchte, für den ist das Werk eine klare Empfehlung. Ich habe mich jedenfalls beim Lesen keine Sekunde gelangweilt – und das großartige Ende allein schon ist den Kaufpreis wert.

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"Die Freimaurer" Horst Kischke

Beim heutigen Buch geht es wiedermal um Freimaurer. Und, genau wie sonst, empfehle ich dabei keine Verschwörungs- oder Hetzliteratur, sondern ein Buch von einem, der selber Freimaurer ist.
Es geht um "Die Freimaurer" von Horst Kischke. Das Buch ist in erster Linie erst mal nur sehr interessant: es geht um Begriffsbestimmungen, um die Geschichte der Freimaurerei in verschiedenen Ländern und auch um die Beschreibung der Logensysteme in Deutschland. Selbst die Existenz von Hochgradsystemen gibt er zu (was nicht selbstverständlich ist), aber er geht nicht direkt darauf ein, weil es "den Rahmen des Buches sprengen würde"! Immerhin schreibt er, dass von ihnen keine Öffentlichkeitsarbeit betrieben wird, dass sie nur verdeckt auftreten und in Deutschland 2000 bis 3000 Mitglieder haben (allein die Hochgradsysteme).
Und diese erstaunliche Offenheit ist das bemerkenswerte an dem Buch, was übrigens Interessierten von Basisfreimaurerlogen ausdrücklich empfohlen wird! Und die zieht sich durch das ganze Buch, neben Fakten wie die Aufhebung der Exkommunikation von Freimaurern 1983 oder das Weglassen der Bekenntnis an Gott 1929! Kischke wirft Fragen über die Perspektiven der Maurer auf, tritt für die Abschaffung aller religiösen Elemente ein und (jetzt kommts!) für die Aufhebung sämtlicher Geheimniskrämerei. "Verschwiegenheit über das Brauchtum" und die "Kunst des Schweigens" hält er für völlig überholte und deshalb abzuschaffende Bräuche.
Er ist der Meinung, dass man als öffentliche Gesellschaft viel besser arbeiten und Ziele verwirklichen könnte und außerdem die Gerüchte beseitigen könnte, die Freimaurerei sei eine einzige geheime Verschwörung. Der Mann ist wirklich erstaunlich offen, aber ich finde, dass man damit nicht viel erreichen würde, denn was die Hochgradsysteme planen und durchführen, wird NIE öffentlich werden - die kleinen Basisfreimaurer sind sowieso einflusslose und ziemlich harmlose Burschen - Politik wird weiter oben gemacht. Der Herr Kischke gehört offensichtlich keiner Hochloge an.
Also ich will diese Buchvorstellung nicht zu lang werden lasse. Eigentlich ist es nur ein informatives Taschenbuch - nur knapp 180 Seiten dick, aber wer sich ernsthaft mit der Freimaurerei (es ist für Freund und Feind gleichermaßen interessant) auseinandersetzen will, kommt an dieser Pflichtlektüre nicht vorbei.

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"Frieden auf Erden" Stanislaw Lem

Nach dem "Futurologischen Kongress" will ich unbedingt ein weiteres Buch des bemerkenswerten Autors Stanislaw Lem vorstellen. Lem ist einfach Weltklasse und hat schon eine ganze Latte an Romanen verfasst (und ich habe jeden einzelnen davon gelesen). Sein Stil ist der tiefsinnige, philosophische, originelle und humorvolle SF. Und wer den "Kongress" gelesen und geliebt hat, dem empfehle ich noch ein weiteres Schmankerl aus der Lemschen Ideenschmiede: "Frieden auf Erden"!
Das Buch spielt natürlich wieder in der Zukunft und hat folgende Vorgeschichte: Die Welt kennt keine Kriege mehr, alle Staaten haben komplett abgerüstet und alles Kriegsmaterial, weil man nicht wusste, wohin sonst damit, auf den Mond verfrachtet. Dann ist sämtliche Technik dort abgeladen worden und seitdem hat sich niemand mehr darum gekümmert. Doch leider waren unter dem Schrott nicht bloß alte Knarren, sondern diese Waffen der Zukunft beinhalteten natürlich auch Roboter und kybernetische Wunderdinge und so geschah es, dass sich die Kriegstechnik auf dem Mond verselbstständigte.
Um zu erfahren, ob von dort ein Angriff zu erwarten sei, und um zu sehen, welches Waffensystem sich auf dem Mond so durchgesetzt hat, schicken irdische Techniker Spione und Sonden zu Mond - aber oh Schreck - alle werden schon bei der Landung abgeschossen! Und so kommt der aus vielen Romanen des Polen sattsam bekannte Protagonist Ion Tichy ins Spiel, der in geheimer Mission zum Mond fliegt - und diesmal mit erfolgversprechender Strategie. Er hat 20 sogenannte "Sendlinge" im Gepäck - künstliche Körper, in die er sich versetzen kann und die er aus einem Raumschiff aus der Mondumlaufbahn heraus mit seinen Gliedmaßen steuert. Das Buch dreht sich in der Hauptsache darum, was Tichy so auf dem Mond erlebt - und dass ist wie immer bei Lem sehr originell, sarkastisch und lustig zugleich und immer mit viel Spaß zu lesen. So erfährt man so einiges über die Schwierigkeiten, vielbeinige Sendlinge zu steuern, wie es der Mond doch noch schafft, die Erde zu infiltrieren oder wie es Tichy mit gespaltener Persönlichkeit im Heim für verrückte Millionäre erging. Originell, spannend, lustig - das ist das Geheimnis von Lem. Das Buch ist etwas über 270 Seiten dick und kostet 9,- Euro.


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"Der Fürst" Niccolo Machiavelli

Niccolò Machiavelli wurde am 3.5.1469 in Florenz als Sohn eines Rechtsgelehrten geboren. 1497 wurde Machiavelli in den Rat der Zehn gewählt, welcher dem höchsten Organ untergeordnet war und übernahm später dessen Vorsitz. Diese Position ermöglichte ihm viele Auslandsreisen, z.B. an den Hof der römischen Kurie, nach Frankreich zu Ludwig dem XII., zu Kaiser Maximilian oder zu italienischen Kleinfürsten. 1513 wurde Machiavelli auf sein Landgut verbannt und begann im selben Jahr mit der Niederschrift von "Der Fürst". Das Buch erschien im Jahre 1532 - sechs Jahre nach seinem Tod.
Der Traum des Verfassers ist unverkennbar: Ein starker, italienischer Nationalstaat, der bekanntermaßen erst 350 Jahre später Wirklichkeit wurde. Der Hauptinhalt des Buches ist eine Anleitung zum Herrschen, wie man seine Macht ausübt, ausweitet und sichert, wie man das Volk gefahrlos unterdrückt und wie man gleichzeitig geliebt und gefürchtet wird. Des weiteren geht es um Fehleranalysen gescheiterter Herrscher, um Geld und Grausamkeiten und um die Kriegskunst. Der bekannte Spruch "Divide Et Impera" ("Teile und herrsche") stammt aus genau diesem Buch und wer wissen möchte, was ganz offensichtlich als Vorbild für die Protokolle der Weisen von Zion gedient hat, der sollte sich ebenfalls mal "Der Fürst" vornehmen. Das Buch selbst liest sich wegen Machiavellis emotionslosem Stil äußerst modern und einfach - aber es erweckt gerade deshalb Bestürzung und Abscheu beim Leser. Das Buch ist abstoßend und brisant, widerlich, hochinteressant und dabei unglaublich aktuell. Und man wird beim Lesen den Eindruck nicht los, dass es noch immer als Grundlage der Machtausübung verstanden wird...

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"Der futurologische Kongreß" Stanislaw Lem


Wenn mich jemand nach den meiner Ansicht nach drei besten Romanen aller Zeiten fragt, dann sage ich zuerst "Der Herr der Ringe", dann sage ich "Der Wüstenplanet" und dann nenne ich grundsätzlich auch den Kultroman von Stanislaw Lem: "Der futurologische Kongreß"! Seit ich lesen kann, ist Lem mein Lieblingsautor - ich habe alle seine auf deutsch erschienenen Bücher gelesen, viele auch mehrmals. Der heute achzigjährige Pole ist studierter Philosoph, hat einen IQ von 168 und ist wirklich voller krassester und wundersamster Gedankengänge.
"Der futurologische Kongress" handelt vom bereits aus den Sterntagebüchern (unbedingt lesen!) bekannten Weltraumreisenden Ijon Tichy, der einen Kongreß für Zukunftsforschung besucht. Dort wird er mit wirklich unbeschreiblichen Ideen einer möglichen Zukunft konfrontiert, gerät in einen Putsch und leider auch in das von der Polizei eingesetzte "Begütigungsmittel" zur Beruhigung der Putschisten. Tichy, der von da an alles und jeden liebt und zum Schreien komische Halluzinationen erleidet, wird von den Ärzten wegen Unheilbarkeit eingefroren. Er erwacht in einer unglaublichen Zukunft in New York! Alle sind jung und wunderschön, es gibt alles umsonst, es ist immer schönes Wetter und es gibt natürlich auch die verrücktesten technischen Neuerungen. Tichy staunt Bauklötzer, wie es die Menschheit geschafft hat, solche ein Paradies zu errichten! Dann trifft er auf einen hohen Regierungsangestellten, der ihm Schritt für Schritt die ganze Wahrheit enthüllt...
Wir leben alle in einer (heute nenne ich es) Matrix, die uns diese Welt nur vorgaukelt. Es ist eine chemische Matrix, in der für alles und jeden ein zu versprühendes Mittel existiert. Tichy ergattert immer stärkere Gegenmittel, die das Ganze aufdecken und erkennt immer unglaublichere Lügen! Das Ganze ist zum Schreien komisch - ich habe bei der Lektüre wirklich Tränen gelacht und das Buch immer und immer wieder begeistert gelesen! So bemerkt Tichy z.B., dass alle Autofahrer nur die Straße entlang rennen, weil ihre Autos nur eingebildet sind oder daß man in Gaststätten keine knusprigen Rebhühner serviert bekommt ("die sind seit 20 Jahren ausgestorben"), sondern dass man auf Fließbändern aufgeweichte Pappe zugeschoben bekommt.
Niemand weiß das, alle leben glücklich dahin und wissen nicht, daß sie in einer schon völlig verfaulten und untergegangenen Endzeitwelt leben! Das Ganze ist wirklich äußerst krass geschrieben und gegen Ende erstirbt einem das Lachen (daß einem sonst durch das ganze Buch begleitet) von Entsetzen auf den Lippen - aber zuviel will ich nicht verraten, denn ich hoffe, daß sich jemand vielleicht mal den futurologischen Kongress zulegt, denn er kostet schließlich als Taschenbuch nur eine Handvoll Euro!!!
Ich muß jetzt mit Schwärmen aufhören, sonst erzähl ich noch das ganze Buch...

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