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Bücher mit dem Buchstaben: E




"Die EDDA"

Auf zu einer Hymne an unsere alten Götter. Ich bin zwar Christ und sollte daher die Finger von fremden Göttern lassen, aber die Heldensagen des Nordens sind da für mich ausgeklammert - schließlich betet man nicht gleich zu Odin, wenn man die EDDA liest. Dieses Werk ist für mich ein Sammelsurium von heroischen Geschichten, alten Heldensagen und lehrreichen Gleichnissen. Die Götter der Germanen haben einfach eine einzigartige Faszination, weil sie keine unnahbaren Überwesen sind, sondern sehr menschlich dargestellt werden. Sie sind sterblich und frönen oftmals irdischen Genüssen, was sie ungemein sympathisch macht. Es ist einfach erhebend, von Heimdall zu lesen, vom Fenriswolf, von Wotan und Sleipnir, vom schlitzohrigen Loki, von den Frostriesen, der Midgartschlange oder Yggdrasil.
Interessant auch der Weltenbrand Ragnarök, das so richtig schön ins Endzeitthema passt. Wenn Loki die Dämonen auf Naglfar (dem Schiff, dass aus den Fingernägeln der Toten gebaut ist), zur letzten Schlacht führt. Das sind einfach Heldengeschichten, die ein unverzichtbares Kulturgut darstellen und die eigentlich jeder gelesen haben muss. Es gibt auch unzählige Bücher, in denen die nordischen Sagen leicht konsumierbar in Romanform zu finden sind, aber allen ernsthaft Interessierten empfehle ich das Original - die EDDA.
Das mir vorliegende Exemplar ist knapp 500 Seiten dick, gebunden und hat mal läppische 19.80 DM gekostet. Leider ist diese Ausgabe momentan vergriffen, soll aber nachgedruckt werden. Mein Buch ist in drei Teile gegliedert: die ältere EDDA der Göttersage, die ältere EDDA der Heldensage und die jüngere EDDA. Vor allem letztere liest sich super, während die älteren in eine etwas anstrengende, aber dafür auch poetische Gedichtform gekleidet sind. Das sowohl die alten als auch die neuen Teile in einem Werk vorliegen, ist alles andere als selbstverständlich, wie der Herausgeber in seinem ausgezeichneten, ca. 150 Seiten umfassenden Anhang vermittelt, während er die EDDA als Bibel des Nordens und der Deutschen bezeichnet.

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"Eine kurze Geschichte der Zeit" S. Hawking

Laut Vorwort hielt sich das vorliegende Buch 237 Wochen lang auf der Bestsellerliste (nur von der Bibel und von Shakespeare übertroffen) und wurde insgesamt von jedem 750sten Menschen auf diesem Planeten gekauft. Und dass, obwohl es eigentlich ein Buch über Physik ist.
Eigentlich geht es aber mehr um Philosophie als um Physik, denn das Buch behandelt die grundlegendsten Fragen der Menschheit: Warum gibt es das Universum, wo kam es her und wo geht es hin. Der Autor Stephen Hawking, sicher einer der intelligentesten Menschen überhaupt, ist Atheist und geht das Thema deshalb auch aus streng wissenschaftlicher Sicht an. Dabei lässt er neueste Erkenntnisse einfließen und nimmt Bezug auf Theorien, denen man außer in Hörsälen oder in Fachliteratur sonst nicht begegnet, die aber sehr interessant sind. Hawkings Buch richtet sich dabei vorzugsweise an den Laien und setzt daher nur etwas Intelligenz und Fantasie voraus. Themen sind Schwarze Löcher, Zeitreisen, die Unschärferelation, Wurmlöcher, der Urknall und vieles andere mehr.
Selten habe ich bisher solch komplexe Aspekte wie die in diesem Buch erläuterten so anschaulich und leicht vermittelt bekommen. Ein Buch zum Staunen und zum Nachdenken.

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"Eine Billion Dollar" Andreas Eschbach

Andreas Eschbach? Das ist doch der Kerl, der "Das Jesus Video" geschrieben hat! So fallen unter Literaturkennern zumeist die Reaktionen aus, wenn vom Betreffenden die Rede ist. Dieses "Jesus Video" wurde äußerst exzessiv beworben, im Weltbildkatalog (so etwas wie die BILD-Zeitung für Bücherfreunde) abgefeiert und schließlich wurde sogar ein Fernsehfilm dazu gedreht! Und das sind genau die drei Gründe, warum ich "Das Jesus Video" NICHT gelesen habe.
"Eine Billion Dollar" dagegen ist nicht ganz so bekannt, wenngleich es auch ein Bestseller war. Aber dieses Buch hat eine Besonderheit: Es ist zwar nicht besonders kunstvoll geschrieben, hat einige inhaltliche Holperigkeiten und ein mäßiges Ende - aber es hat eine Story, die so interessant klingt, dass man das Buch trotz alledem einfach lesen muss! Der Gelegenheitspizzafahrer John Fontanelli erbt völlig überraschend ein fantastisches Vermögen und wird vom mittellosen Hungerleider auf einen Schlag zum mit Abstand reichsten Mann der Welt. Der Autor hat dabei eine wirklich originelle Geschichte entwickelt, die einem die Erbschaft plausibel macht und die beim Lesen einen Heidenspaß bereitet. Der überrumpelte Protagonist weiß vor Schreck zunächst gar nicht, was er mit der Riesensumme anfangen soll, was für kurzweilige Episoden sorgt. Gleich am Anfang kauft er zum Beispiel Kleidung in einem superteuren Shop und bekommt nach vier Stunden Anprobe eine Rechnung von über 20.000 Dollar präsentiert. Zunächst völlig schockiert über diese Summe wird er aber gleich wieder von seinem Berater beruhigt, denn während der Anprobe hat er ja allein schon wieder vier Millionen Dollar Zinsen kassiert!
So amüsant und unterhaltsam sein anfänglicher Umgang mit den Milliarden auch ist, so nachdenklich und spannend wird es im Verlauf der Geschichte, denn Fontanelli bekommt nicht nur die Billion, sondern auch den Auftrag, gemäß einer alten Prophezeiung mit dieser Summe die Welt zu "erlösen", weiß aber zunächst partout nicht, wie er das anstellen soll.
Immer wenn die Geschichte platt zu werden und in Glanz und Glamour zu versinken droht, schlägt der Autor wieder nachdenkliche Töne an, die im Verlauf der Story zu einer reinsten Gesellschaftskritik werden! Geradezu philosophisch wird da über unser Leben, das Geld und die Zinsen und über das Wenn und Aber etwaiger Neuerungen sinniert. Eschbach ist dabei ziemlich mutig und experimentierfreudig (hat sich auch extra für das Buch mit Volkswirtschaftlern beraten) und driftet oft auch in den Bereich der Verschwörungstheorie ab - manchmal überraschend offen, manchmal witzig und versteckt (so heißt ein ermittelnder Inspektor schon mal Robert A. Wilson ...).
Der mit fast 900 Seiten ziemlich umfangreiche Roman ist schon unter 10,- Euro zu haben. Und auch wenn er an keiner Stelle so richtig große Literatur bietet, so ist er doch in höchstem Maße unterhaltsam und spannend. Und genau deshalb kauft man ja Belletristik.

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"Eragon" Christopher Paolini

Das bemerkenswerte an "Eragon" ist nicht der Roman selbst, sondern der Autor. Christopher Paolini galt als Wunderkind und wurde/wird in den USA als Sensation gefeiert, denn er hat das vorliegende Buch tatsächlich im Alter von nur 15 Jahren geschrieben! Im Nachhinein habe ich es bereut, dass ich schon vor dem Lesen von der Jugend des Schriftstellers gewusst hatte, denn natürlich habe ich danach unbewusst jeden Satz auf die Goldwaage gelegt, um krampfhaft nach ungeschickt formulierten Passagen zu suchen. Um dann kritisieren zu können, das man ihm das Alter anmerke. Hätte ich es aber nicht gewusst, dann wage ich zu behaupten, dass es mir nicht aufgefallen wäre.
Angesprochen hat mich das Buch vor allem durch seine Aufmachung. Das Buch ist schwer, über 600 Seiten dick und gebunden, hat ein wunderschönes, geheimnisvolles Cover in goldener Schrift und ein schickes Lesebändchen. An solchen Büchern kann ich einfach nicht vorbeigehen. Ich habe es in die Hand genommen, drin geblättert und bin ihm sofort verfallen. 19,- Euro sind zwar viel Geld, aber bei der super Aufmachung kann man das noch durchgehen lassen. Man liest dafür ja auch sozusagen Erster Klasse.
Die Geschichte selbst ist eher für Kinder oder Jugendliche gedacht, aber auch für verträumte oder fantasievolle Erwachsene geeignet. Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen und fand es ansprechend und sehr spannend. Es geht um den 15jährigen Jungen Eragon, der in einer rauen Fantasy-Welt lebt und eines Tages ein Drachenei findet. Die daraus schlüpfende "Saphira" verändert fortan sein Leben für immer.
Freilich ist die Geschichte manchmal etwas klischeeüberladen, irgendwie hat man vieles daraus schon gehört (z.B. aus "Erdsee" oder "Herr der Ringe"), aber die Geschichte ist wirklich mit Leidenschaft und Begeisterung geschrieben und fesselt trotz einiger stilistischer Mängel ungemein.
Das Buch hat sich millionenfach verkauft, ist sehr unterhaltsam, sieht unverschämt gut aus - und ist deshalb mein Buchtipp für heute. "Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter". Und mal sehen, vielleicht kaufe ich mir sogar noch den kürzlich erschienenen zweiten Teil.

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"Eragon – Der Auftrag des Ältesten“ Christopher Paolini

Gerade 15 Jahre alt war Christopher Paolini, als er sein Erstwerk „Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter“ schrieb, welches dann sensationellerweise ein echter Bestsellerroman wurde und dass ich hier auch schon mal als Buch zum Sonntag vorgestellt habe. Jetzt hat der junge Autor (mittlerweile 21 Jahre alt) die Fortsetzung des auf drei Teile ausgelegten Fantasy-Spektakels vorgelegt.
Um es kurz zu machen: Ich bin begeistert! Die wenigen Kritikpunkte, die mir in seinem ersten Roman aufgefallen waren, hat Paolini ausgemerzt – er schreibt jetzt sehr professionell mit großem Wortschatz und sehr bildhaften, spannenden Szenen. Und er hat viele unvorhergesehene Wendungen eingebaut - das Buch ist, wie schon sein Vorgänger, mit größter Leidenschaft geschrieben. Man merkt dem Autor seinen Spaß regelrecht an.
Das einzig Negative, dass mir immer noch aufgefallen ist, betrifft die übergroße Storynähe zu den großen Werken der Fantasyliteratur – vor allem die berühmten Bücher „Erdsee“ und „Herr der Ringe“ scheinen es dem Autor sehr angetan zu haben, denn manchmal bedient er sich doch ziemlich frech und offensichtlich an den Ideen eines Tolkien oder einer Le Guin.
Das ist aber nicht wirklich gravierend und fällt wahrscheinlich nur wirklichen Viellesern dieser Bücher auf. Übrig bleibt ein spannendes, fantasievolles und liebevoll geschriebenes Buch, das ich ohne Übertreibung zu den besten Fantasy-Bücher überhaupt zähle.
Die Handlung ist schnell erzählt. Eragon, der junge Drachenreiter beginnt nach seinem Sieg über den Schatten Durza seine Ausbildung bei den Elfen, um irgendwann stark genug zu sein, dem bösen Despoten Galbatorix entgegentreten zu können. Seine immer besser werdenden Kenntnisse in Magie, seine spannenden Reisen, seine Erfahrungen im Umgang mit den anderen Völkern, die spannenden Kämpfe und sogar eine geheime Liebe – es ist alles drin, was eine hervorragende Fantasy-Geschichte auszeichnet. Das ist schon brillant!
Das Buch ist 800 Seiten dick, gebunden und kostet 19,90 Euro. Die Aufmachung kommt richtig gut – man hat das Gefühl, etwas sehr Hochwertiges gekauft zu haben (was es ja auch ist). Für Liebhaber spannender Abenteuergeschichten mit viel Fantasie ein Muss!

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"Erlebnis Geschichte - Deutschland vom Zweiten Weltkrieg bis heute" - Hrsg Stiftung Haus der Geschichte

Ich hatte unlängst in einem politischen Magazin einen Artikel darüber gelesen, wie einseitig doch das Geschichtsbild der Engländer in Bezug auf die Bundesrepublik Deutschlands ist. Da wurde gejammert darüber, dass die Lehrpläne an den Schulen Großbritanniens bis heute zum Thema Deutschland nahezu ausschließlich diese zwölf Jahre 33 - 45 zum Thema haben und dass bis heute kaum eine Londoner Zeitung ohne den täglichen Abdruck einer Hitler-Karikatur herumkommt, wenn es um das Thema Deutschland geht.
Dabei wäre es so einfach gewesen, dieses Geschichtsbild zu modernisieren. Man müsste dazu nur ein einziges Buch ins Englische übersetzen und dort zum Lehrbuch machen. Nämlich das vorliegende Werk "Erlebnis Geschichte - Deutschland vom Zweiten Weltkrieg bis heute" herausgegeben von der "Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland".
Ich habe noch nie ein Buch gesehen, dass so detailliert und übersichtlich alle wissenswerten Ereignisse aus dem Deutschland der Nachkriegszeit bis heute auflistet und dabei auch noch so interessant und aufschlussreich zu formulieren vermag, dass man mit dem Stöbern gar nicht mehr aufhören möchte.
Da finden sich Berichte über die Nürnberger Prozesse, den Marshall-Plan, den Aufbau erster, demokratischer Strukturen, die Gründungen von BRD und DDR, den 17. Juni 1953, die Gründung der Bundeswehr und der NVA bis hin zu Wirtschaftwunder, Spiegel-Affäre, Rudi Dutschke, Olympia 1972, Erich Honecker, RAF, Mauerfall, Wiedervereinigung oder Treuhand. Die mir vorliegende Ausgabe ist aus dem Jahr 2003 und endet auch dort. Zukünftige und aktualisierte Auflagen sind hoffentlich geplant.
Hunderte Themen auf etwas mehr als 300 Seiten im Großformat aufgelistet, übersichtlich geordnet und äußerst interessant beschrieben. Und nicht zu vergessen untermalt durch zahlreiche, aussagekräftige Fotos aus fast sechzig Jahren - so zum Beispiel die handschriftlichen Notizen J. F. Kennedys bei seinem Berlinbesuch (da steht tatsächlich in Lautschrift der Satz "Ish bin ein Bearleener" - Wahlkampfplakate der meisten Parteien aus allen Jahrzehnten (sogar von der NPD !) , alte Werbeanzeigen, Urkunden, Symbole, Karikaturen, Personen etc.
Es macht wirklich Spaß, durch die bunten Seiten zu blättern und die Geschichte Revue passieren zu lassen - ich kann das Buch jedem Geschichts- und Politikinteressiertem nur weiterempfehlen. Ein Buch zum Verschenken, zum Freuen oder auch zum repräsentativen "Ins-Regal-stellen" - und seinen hohe Preis von 29,90 ist es dank seiner großartigen Aufmachung und seines einzigartigem Informationsgehaltes sogar wert!

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"Erdsee" Ursula K. LeGuin

Fantasy-Zyklen sind nicht jedermanns Sache. Sie sind oft langwierig, voller fremder Namen und seltsamer Wesen und brauchen Unmengen Zeit zur Entfaltung. Man benötigt Geduld und sehr viel Fantasie und nur bei einigen wenigen Werken wird man dann auch mit der fantastischen Reise in eine fremde, unfassbare Welt belohnt, die man in keinem Reisebüro kaufen kann. Das ist so bei "Der Herr der Ringe" ebenso wie in "Die Welt der tausend Ebenen" und das ist auch so in "Erdsee". Dieses unscheinbare Buch mit dem kurzen Titel ist so etwas wie ein Geheimtipp in der Fantasy-Szene und ich habe es für meine Buchvorstellung ausgewählt, weil die Geschichte so fesselnd und so originell ist wie kaum eine zweite.
Frau LeGuin hat sich einen unnachahmlichen Schreibstil angeeignet und kommt in ihrer langen Geschichte mit überraschend wenigen Figuren aus. Die namensgebende "Erdsee" ist eine riesige Inselwelt, bewohnt von unzähligen Völkern, Zauberern und Drachen. Hauptfigur ist "Ged", ein eigentlich unscheinbares Jüngelchen, das zufällig entdeckt, dass es Zauberkräfte besitzt und das im Verlauf der Geschichte zum größten und mächtigsten Magier der ganzen Erdsee aufsteigt. Er entfesselt eine dunkle, namenlose Kreatur und wird von ihr über die ganze Welt gejagt, raubt seltene Artefakte, besiegt Drachen und dringt sogar in das (übrigens beeindruckend geschilderte) Totenreich ein. Trotzdem bleibt er ein bescheidener Mensch mit geradezu fernöstlicher Gelassenheit und die wahrhaft spannenden Geschichten verkommen nicht zu billigem Action, sondern haben immer Tiefe und Erhabenheit. Die Autorin schreibt sehr gefühlvoll und "leise" und ihre Zauberwelt ist so ganz anders als die der Rowling, des Parker oder des Tolkien. Erdsee ist naturverbunden, ohne Gier nach Macht, ohne die großen Schlachten, ohne die Feuerbälle werfenden Zauberer. Sie erklärt die Magie so, als ob sie sie selbst praktizieren würde, so natürlich, so einfach. Und genau dieser unaufdringliche Stil macht das Buch zu wahrhaft großer Literatur, zu einem der glanzvollsten Werke des gesamten Fantasygenres.
In dem mir vorliegenden Buch "Erdsee" sind die ersten vier Teile der großen Saga enthalten - vier ursprünglich separat erschienene Bände auf 925 Seiten in einem einzigen Buch! Ich will sie ganz kurz beschreiben:
Teil eins "Der Magier der Erdsee" ist DAS Highlight, es erzählt die Entwicklung des jungen Ged vom unscheinbaren Knaben zum größten Magier der Erdsee. Auf einer Skala von eins bis zehn erhält es von mir die Höchstnote. Einfach atemberaubend! Teil zwei heißt "Die Gräber von Atuan" und flacht meiner Meinung nach etwas ab - vor allem, weil ich mich mit der neu eingeführten Protagonistin partout nicht anfreunden konnte. Note 7.
Teil drei dann noch mal ganz große Fantasy-Literatur: "Das ferne Ufer" ist genauso faszinierend und wunderschön wie Teil eins, das gibt eine glatte 10! Teil vier heißt "Tehanu" und ist leider einfach nur schlecht. Alle Hauptfiguren, die man in den ersten Teilen kennen- und sogar liebengelernt hat, werden alternde, sinnierende, machtlose Gestalten. Schaurig, bloß nicht lesen! Ich weiß nicht, was da in die Autorin gefahren ist. Aber bitte, lasst euch den Zyklus davon nicht vermiesen. "Erdsee" (die ersten drei Bände) ist wirklich eine ganz bezaubernde Geschichte mit einem höchst eigenen Charme. Leise, originell und einfach bezaubernd. Pure Magie eben!

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"Die Erzählungen" Franz Kafka

Franz Kafka war ein Genie! Durch seinen unnachahmlichen Schreibstil, seine einzigartigen Charaktere und die beklemmende Atmosphäre seiner Stücken habe ich ihn vor Jahren als einen meiner Lieblingsautoren entdeckt. Franz Kafka ist ja nicht unbedingt als Romanschreiber in die Literaturgeschichte eingegangen, sondern in erster Linie wegen seiner unglaublichen Fabeln und Kurzgeschichten. Und um diese dreht sich meine heutige Buchvorstellung!
Das vorliegende Werk heißt einfach nur "Die Erzählungen". Es hat ca. 580 Seiten und umfasst sage und schreibe 86 der besten Kurzgeschichten Kafkas! Dieses Buch, ja dieses Lebenswerk, schmökert man nicht einfach durch - man genießt es, man lässt es sich quasi auf der Zunge zergehen! Seine Werke sind so ziemlich die feinste, durchdachteste und am geschicktesten ausformulierte Literatur, die die deutsche Sprache je hervorgebracht hat. Meine Lieblingsgeschichten von ihm sind u.a. "Blumfeld ein älterer Junggeselle", "Es war einmal ein Geduldsspiel", "Es war im Sommer ...", "Gemeinschaft", "Eine kaiserliche Botschaft", "Der Steuermann" und natürlich "Vor dem Gesetz" - allesamt im Buch zu finden! Das ist alles so tiefsinnig, so mehrdeutig, so verstörend, so wahr, dass man selbst bei vielmaligem Lesen immer wieder neue Feinheiten und Deutungen erlebt. Kafka ist ein Meister des Wortes, er spielt mit dem Satzbau, da ist kein Buchstabe Zufall. Das ist literarische Kunst in höchster Vollendung, ich gerate ins Schwärmen.
Das schwer an Tuberkulose erkrankt Genie betrachtete das Schreiben eigentlich als analytische Selbstbeobachtung und war sich seiner Genialität gar nicht bewusst. So hatte er in einem Testament abgeordnet, sämtliche Bücher, Manuskripte oder Briefe ungelesen zu verbrennen - Gott sei dank wurde dem nicht nachgekommen. - so blieb uns sein geistiger Nachlass erhalten.
Das Buch kostet übrigens nur um die 5,- Euro und hat die ISBN-Nummer 3596505208.

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"Der ewige Adam" Jules Verne

Diese Buchvorstellung ist wiedereinmal eine Hommage - diesmal an den großen Jules Verne, dem Verfasser so großartiger Romane wie "Mathias Sandorf", "Fünf Wochen im Ballon", "Reise zum Mittelpunkt der Erde", "Reise zum Mond", "20.000 Meilen unter dem Meer", "Die Erfindung des Verderbens", "In 80 Tagen um die Welt" und vielen anderen mehr. Von Jules Verne sind insgesamt 87 Bücher in deutscher Sprache erschienen, und von diesen Büchern habe ich genau 40 selbst gelesen. Ich hab lange überlegt, welches dieser Werke als Buchvorstellung in Frage kommen könnte und hab mich letztendlich für die neben der "Eissphinx" wohl mysteriöseste Geschichte Vernes entschieden.
"Der ewige Adam" ist 1910 verfasst worden und hierzulande nur noch als Teil irgendwelcher Geschichtenzusammenstellungen zu bekommen. Was kaum jemand weiß: das Buch ist mit größter Wahrscheinlichkeit vom Sohn Michael Verne verfasst worden, der den Stil seines Vaters so perfekt zu imitieren verstand, dass "Der ewige Adam" irgendwann in den zahllosen Veröffentlichungen Jules Vernes auftauchte und ihm selbst zugerechnet wurde. Wer Jules Verne kennt, dem fällt auch noch etwas anderes auf, denn "Der ewige Adam" wäre das einzige Endzeitdrama aus seiner Feder gewesen - ein Genre, dass so gar nicht in seine spannenden, bisweilen lustigen Abenteuerromane mit den vielen, kauzigen Charakteren zu passen scheint.
Kurz etwas zum Inhalt: Das Buch beginnt verwirrend - weder kommen einem das Land "Hars-Iten-Schu", noch die Kultur des seltsamen Protagonisten "Sofr" bekannt vor. Erst als Sofr bei Ausgrabungen eine geheimnisvolle Kiste entdeckt, in der sich die Aufzeichnungen eines französischen Wissenschaftlers aus einem längst vergessenen Zeitalter befinden, kommt etwas Klarheit in die Geschichte. Der größte Teil des vorliegenden Buches besteht dann aus den alten Niederschriften, die Sofr übersetzt. Demnach wird die Welt des Zwanzigsten Jahrhunderts von einer wahrhaft biblischen Sintflut weggespült. Nur das Schiff, auf dem sich neben der Besatzung und einigen männlichen wie weiblichen Passagieren auch der Buchschreiber befindet, scheint übriggeblieben zu sein. Fassungslos kreuzen die Seefahrer über die Erde, die nur noch aus einer einzigen Wasserfläche zu bestehen scheint, die alten Kontinente sind versunken. Als Trinkwasser und Nahrung schon sehr knapp werden, entdecken die Verzweifelten endlich Land - an einer Stelle, wo früher Ozean war. Ein neuer Kontinent hat sich vom Meeresgrund an die Oberfläche erhoben, mit Flüssen, Bergen und einer sich langsam entwickelnder Vegetation.
Die Seefahrer werden sesshaft, gründen Familien und bauen Siedlungen, während die Jahre verstreichen. Nach und nach kristallisiert sich ein Problem heraus: Das Wissen geht verloren. Die Besatzung bestand aus ungebildeten Proleten, die wenigen intellektuellen Köpfe altern und geben sich auf, die Jugend verwildert und der Protagonist resigniert. Kurz vor seinem Tod schreibt er sein gesamtes Wissen auf und vergräbt die Aufzeichnungen in einer wasserdichten Metallkiste, wo sie viele tausend Jahre später von einem fassungslosen Sofr gefunden und übersetzt werden. Die Menschheit war inzwischen von der Blüte ihrer Zivilisation auf das Niveau der Urgesellschaft zurückgefallen und musste sich neu entwickeln. Nach und nach begreift Sofr, dass die ganze Menschheitsgeschichte sich immer wiederholt und dass die Menschheit zum ewigen Untergang und Wiederauferstehen verurteilt zu sein scheint.
Das Buch ist tiefsinnig, hochgradig philosophisch und klug ausgedacht. Interessant fand ich vor allem, dass bei allem Leid und Tod als eigentlicher Tiefpunkt nicht das Auslöschen fast allen Lebens empfunden wird, sondern der Verlust sämtlichen Wissens. Denn so haben alle Generationen in allen Zeitaltern quasi umsonst gelebt. Hingegen werden religiöse oder gar theosophische Hintergründe völlig ausgelassen bzw. der Fantasie des Lesers überlassen. "Der ewige Adam" ist sicher das reifste und nachdenklichste Werk, dass unter dem Namen Jules Vernes erschien - und das einzige, dass vermutlich nicht er selbst geschrieben hat, sondern sein Sohn. Ich habe es stellvertretend für die anderen 86 fantastischen Romane des Lieblingsschriftstellers meiner Jugendzeit ausgewählt. Die Geschichte ist nur noch als Bestandteil diverser Verne-Publikationen zu finden, das Buch ist nämlich nicht mehr aufgelegt worden. Man bekommt es bei Ebay oder Amazon noch für ca. 3,- bis 4,- Euro.

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