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Bücher mit dem Buchstaben: D




"Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" Bastian Sick

Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch erstens durch seinen ungewöhnlichen Titel und zweitens, weil es schon viele Wochen an der Spitze der Bestsellerlisten stand und immer noch steht. Das Buch ist genaugenommen eine Sammlung der "Zwiebelfisch" - Kolumnen von Bastian Sick aus dem "Spiegel". Das Thema des Buches ist die Deutsche Sprache, genaugenommen die vielen ungeklärten Zweifelsfälle aus unserer deutschen Rechtschreibung und Grammatik. Das klingt langweilig? Oh, das habe ich zuerst auch gedacht, aber schon nach wenigen Zeilen wird man eines Besseren belehrt! Der Herr Sick hat einen höchst amüsanten Schreibstil, der das Werk zu einem sehr spaßigen Erlebnis macht. Außerdem sind die 49 Kapitel (auf nur etwa 230 Seiten) nicht nur kurzweilig, sondern auch sehr übersichtlich gestaltet. Die Lektüre ist niemals langweilig, immer witzig und so ganz nebenbei natürlich auch sehr lehrreich. So glaubte ich als passionierter Vielleser und -schreiber so ziemlich alles Wichtige über unsere Muttersprache zu wissen, aber leider habe ich mich da gründlich geirrt. Der Herr Kolumnist wirft ein ums andere Mal geradezu unlösbare Problemfälle auf, die er aber glücklicherweise immer gleich aufklärt.
Wann darf ich ein Apostroph setzen und wann nicht? Wie lautet die Mehrzahl von Chaos? Wie die Mehrzahl von Fauxpas? Oder von Exitus, Humus oder Opus? Interessant, nicht wahr? Oder wie nennen sich die Einwohner bestimmter Länder? Die Bewohner Frankreichs sind Franzosen, die Chinas sind Chinesen, das ist klar. Aber wie verhält es sich mit den Einwohnern von Ländern wie Barbados, aus Niger (nicht Nigeria!) oder aus der Elfenbeinküste? Muss man einen Bindestrich setzen in Wörtern wie "Autobahnraststättenbetreiberehepaar" oder "Dampfschifffahrtsgesellschaftsvizechef"? Oder wer weiß schon, dass die in deutschen Supermärkten so voll im Trend liegende Bezeichnung "Body Bag", die das deutsche Wort "Rucksack" verdrängen soll, englischen Touristen den Angstschweiß auf die Stirne treibt, weil der Begriff auf englisch eigentlich "Leichensack" bedeutet ?
Diese Beispiele könnte ich beliebig fortführen, denn eigentlich sind alle der 49 Kapitel so lehrreich und amüsant. Noch nie haben Rechtschreibung und Grammatik so viel Spaß gemacht.
Für Interessenten an Linguistik und Orthografie, aber auch für alle, die sich intelligent unterhalten lassen wollen, sind die 8,90 Euro eine überaus nützliche Investition.

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"Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod 2" Bastian Sick

Es ist schon ein ganzes Weilchen her, seit ich den ersten Teil des Bestseller-Sachbuches von Bastian Sick vorgestellt habe. Angetrieben von den unglaublichen Verkaufzahlen hat Herr Sick jetzt wieder genug seiner "Zwiebelfisch-Kolumnen" aus dem Spiegel zusammengesammelt, um es als Nachfolger auf den Markt zu bringen. Und ich muss sagen; Teil zwei steht dem legendären ersten Teil um nichts nach!
Das Buch ist extrem witzig, sehr lehrreich und zudem äußerst kurzweilig. Der Autor versucht Grenzfälle aus dem Bereich der deutschen Grammatik und Orthografie als Fragen aufzuwerfen, mit einer gehörigen Portion Humor zu würzen und dann überaus geistreich aufzuklären. Und dieser Linie bleibt er alle der sage und schreibe 77 Kapitel hindurch treu. Und weil das Buch trotz dieser enormen Kapitelanzahl lediglich 268 Seiten aufweist (in denen sogar noch ein Stichwortverzeichnis und ein spannender, superschwerer Deutschtest untergebracht sind), macht das Lesen selbst in der kleinsten Pause noch viel Spaß.
Wie steigert man das Adjektiv "doof" korrekt? Wie kommt es, dass man sowohl "Wir Deutsche" sagen kann, aber auch "Wir Deutschen"? Heißt es das E-Mail oder die E-Mail? Welche deutschen Worte wurden in andere Sprachen übernommen (dieses Kapitel ist wirklich äußerst überraschend)? Oder mein absolutes Lieblingskapitel "Der traurige Konjunktiv", in dem der Autor eine Lanze für den so schön klingenden, aber in der wörtlichen Rede kaum noch benutzten Konjunktiv bricht.
Wer sich also für die so reichhaltige deutsche Sprache interessiert, wer vielleicht sogar selber gern und viel schreibt oder wer einfach nur gern intelligent unterhalten werden will, für den ist das Buch ein Muss! Zumal es sein Preis mit 8,90 Euro recht moderat ausfällt.

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"Demian" Hermann Hesse

"Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören. Der Vogel fliegt zu Gott. Der Gott heißt Abraxas."
Eigentlich wollte ich nach dem "Glasperlenspiel" und "Narziß und Goldmund" kein weiteres Buch von Hermann Hesse vorstellen, habe mir auch schon den "Steppenwolf", "Siddhartha" und "Klingsors letzter Sommer" verkniffen, aber als ich in "Demian" diese obenstehenden Sätze las, habe ich völlig fasziniert meine Meinung geändert. Dieses Buch muss man einfach vorstellen!
In Demian scheint sich Hesse, wie wohl in all seinen anderen Büchern auch, eher selbst zu beschreiben. Es geht um Emil Sinclair, einem empfindsamen, hochintelligenten, jungen Mann, der eine so wohl behütete Kindheit hatte, dass ihn der Erpressungsversuch eines Mitschülers (um 2,- Mark) schon völlig aus der Bahn wirft und an Selbstmord denken lässt. Irgendwann während seiner Schulzeit trifft Emil einen neuen Mitschüler mit Namen Demian. Dieser Demian ist eine faszinierende Persönlichkeit, denn er ist für sein Alter überaus reif und überlegen (selbst gegenüber den Lehrern) und hat eine so feine Beobachtungsgabe gepaart mit einem einzigartigen psychologischen Talent, dass er Reaktionen anderer vorhersehen und seine Spielchen mit ihnen treiben kann. Demian ist ein beeidruckender Romanheld, ein Wissender, der den nach Informationen Dürstenden ständig mit kleinen Bröckchen abspeist und dabei mehr Fragen aufwirft als beantwortet.
Das Buch ist eines der früheren Werke Hesses, etwas deutlicher in seiner Sprache und auch ein klein wenig blasphemischer geschrieben als seine berühmteren Alterswerke. Stärker als sonst spürt man den unbändigen Wissensdrang, der aus dem in der Ich-Form erzählenden Emil Sinclair spricht und die Hesse als das kennzeichnet, was er bis zu seinem Tode geblieben ist: ein ewig Suchender, der verzweifelt versucht, aus dem Wesen eines scheinbar Wissenden Lehren und Erlösung für sich selbst zu finden. Dieser Wissende ist in diesem Buch Demian, in anderen Werken ist es der Magister Musicae ("Das Glasperlenspiel"), Govinda ("Siddhartha") oder Narziß ("Narziß und Goldmund") und die Situation scheint sich wie ein roter Faden durch Hermann Hesses Leben zu ziehen. Und wer als Leser selbst als ewig Suchender durchs Leben zieht, den lässt diese Geschichte niemals wieder los!
Ansonsten bezaubert das Werk wie immer bei Hesse durch seine virtuose Erzählweise, seine detaillierten und anschaulichen Beschreibungen und seinen kunstvoll perfekten Schreibstil. "Demian" ist ein philosophisches und literarisches Kunstwerk, ein Kleinod für Freunde anspruchsvoller Bücher! Ich habe jeden Satz daraus genossen und halte Hermann Hesse neben Franz Kafka für den größten deutschsprachigen Schriftsteller aller Zeiten. So, das musste mal gesagt werden.
Ach ja - "Demian" hat nur etwa 160 Seiten und eignet sich somit perfekt für all diejenigen, die mal bei Hesse reinlesen möchten, aber zunächst ein so umfangreiches Werk wie "Das Glasperlenspiel" scheuen. "Demian" liest sich wirklich flink - ich habe es während eines einzigen Arztbesuchs im Wartezimmer nahezu komplett ausgelesen und war stinksauer, als ich an der spannendsten Stelle auf der vorletzten Seite war und aufgerufen wurde. Ach ja, das Taschenbuch kostet 6,50 Euro!

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"Deutsche Flugscheiben und U-Boote überwachen die Weltmeere" O. Bergmann

Es gibt viele Anhänger der Theorie von den reichsdeutschen Flugscheiben, aber es gibt nur wenig Literatur dazu. Und wenn, dann dreht sich diese hauptsächlich um technische oder geschichtliche Aspekte. "Deutsche Flugscheiben und U-Boote überwachen die Weltmeere" von O. Bergmann aber orientiert sich an der Gegenwart!
Das Buch beginnt mit der berühmten Geschichte von der Absetzung deutscher U-Boote 1945 in die Antarktis und beschäftigt sich dann ausführlich mit einer ganzen Reihe von Sichtungen (vor allem nichtidendifizierter U-Boote), die er den Reichsdeutschen zuordnet. Der Grundtenor des Büchleins ist folgender: Es gibt keine Außerirdischen - alle UFO-Sichtungen sind Objekte aus dem neuen 4. Reich und die USA und Russland wissen davon und arbeiten zusammen gegen diese "Bedrohung".
Das Buch mit dem langen Titel ist nur ca. 100 Seiten dick, aber wirklich reich bebildert und mit vielen, ungewöhnlichen Zeitungsauschnitten belegt.
Ich habe keine Ahnung, ob es das Buch noch irgendwo zu kaufen gibt - im Buchhandel sicher nicht. Wer aber die Chance hat, ein Exemplar zu ergattern, der sollte ruhig zugreifen. Es ist eine interessant verfasste Faktensammlung zu einem ungewöhnlichen Thema.

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"Deutsche Götter- und Heldensagen"

Über die germanische Götterwelt wird allenthalben viel geredet. Da hört man von Freyja und von Wotan, von Thor und von Baldur, von Heimdall und von Asgard. Aber Hand aufs Herz, wer ist denn schon so Eddafest, dass er die ganzen Götter, Welten und Helden genau kennt und richtig einordnen kann? Natürlich kann man sich seine Informationen aus erster Hand, nämlich aus der EDDA selbst besorgen - aber die liest sich nicht unbedingt sehr flüssig, sondern im Gegenteil sperrig und ziemlich verschroben.
Doch zum Glück kann dem jetzt abgeholfen werden, denn in "Deutsche Götter- und Heldensagen" findet man die wichtigsten Aspekte der nordischen Mythologie in einfachem Deutsch ausführlich erklärt! Dabei ist das dicke Werk zunächst in zwei Hälften unterteilt. Die erste heißt "Erstes Buch der Göttersagen" und beinhaltet sehr übersichtliche, kurz und informativ gehaltene Artikel zunächst zum Ursprung und zu den Bewohnern der Welt (also alles über Asen, Riesen, Elben, Weltenesche, Walhalla, Nornen etc.) und später explizit zu den wichtigsten Gottheiten wie Odin, Fricka, Thor, Tyr, Baldur, Ostara, Heimdall, Loki usw. Ein weiterer Abschnitt befasst sich dann noch mit dem großen Drama der Götterdämmerung.
All das allein hätte schon für eine Buchvorstellung ausgereicht, aber da folgt ja noch Teil zwei, betitelt mit "Zweites Buch der Heldensagen"! Darin geht es zunächst um den Sagenkreis der Amelungen mit König Rother; Dietrich von Bern, oder Wolfdietrich - alten deutschen Helden, von denen heutzutage kaum noch etwas vernommen wird. Danach folgt der berühmte Sagenkreis der Nibelungen (der den Kauf ebenfalls schon allein wert gewesen wäre) und am Ende gibt es noch den Karolingischen Sagenkreis.
Das eigentliche Kunststück an diesem Buch aber ist nicht nur die einzigartige Sammlung schöner Geschichten, sondern die Art und Weise, wie sie zu lesen sind. Das Buch verwendet nämlich keine schwer verständliche Mittelaltersprache, aber auch kein modernes Nachrichtendeutsch, sondern eine gesunde Mischung aus Information und Poesie. Das ist eine schmale Gratwanderung, die meines Erachtens sehr gut gelungen ist!
Über 600 Seiten, schwer und gebunden mit zahlreichen Illustrationen kostet das gute Stück lediglich 10,- Euro! Einfach zauberhaft und insgeheim gesagt auch eine fantastische Lektüre vorm Zubettgehen.

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"Die 23 Tage der Isais" V. Sieben

Das Buch hat drei Vorzüge aufzuweisen: es liest sich sehr schnell und einfach, es bietet viele interessante Infos und es ist sehr spannend. Letzteres verdankt es der Tatsache, dass es trotz des enthaltenen Wissens ein Roman und kein Sachbuch ist. Die äußerst flüssig geschriebene Geschichte behandelt die Odyssee von vier Protagonisten aus Neuschwabenland, die es in das endzeitliche Deutschland verschlägt. Auf ihrer Hetzjagd von einem Schauplatz zum nächsten gibt's gut verpackt eine Fülle von Informationen über die Absatzlegende, die Wewelsburg, den Schwarzen Stein, die Schwarze Sonne und Isais. Ich will nicht zuviel verraten, aber im Laufe der Story besuchen die Helden u.a. Tunnelsysteme in der Antarktis, den Mitternachtsberg, eine geheime Freimaurerloge (mit expliziter Beschreibung eines Aufnahmerituals!!!), erleben eine geheime Kulthandlung in der Krypta der Wewelsburg und die Wiederkehr Isais...
Damit das Buch nicht der Zensur anheim fällt, hat der Autor einen recht geschickten Stil erwählt - die Namen von Ländern und Städten, Personen und Organisationen sind sämtlichst weggelassen worden - so tauchen in dieser Geschichte über Deutschland nicht ein einziges Mal die Worte deutsch, Deutschland, Wewelsburg, Schwarze Sonne oder ähnliches auf, obwohl man immer erkennt, was gemeint ist. Das ist spannend, ungewöhnlich und intelligent und macht deshalb viel Spaß. Freilich wird ein gewisses Grundwissen in Verschwörungstheorie vorausgesetzt, aber das hat ja fast jeder. Wer es nicht hat, für den bleibt ein spannender Fantasy-Roman übrig. Umgekehrt dürfte selbst für Spezialisten dieser Thematik noch etwas an Wissen zu finden sein, denn dieses Thema ist wohl noch nie so genau in einem Buch zu finden gewesen.
Mein Tipp daher für ein lauschiges Wochenende: "Die 23 Tage der Isais" - spannend und informativ. Das Buch gibts auch beim Autor selbst zu kaufen - auf www.dunkelsonne.de

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"Die 13 satanischen Blutlinien" Robin de Ruiter

Die Aussage des Buches lässt sich zunächst einmal auf eine Handvoll Sätze reduzieren: In Nachahmung der zwölf Stämme Israels "installierte" Satan seine zwölf Blutlinien, die weit bis in die vorchristliche Zeit zurückreichen. Bis in die heutige Zeit verbinden sich diese Blutlinien und werden nunmehr in zwölf mächtigen und weltweit einflussreichen Familien verkörpert. Eine Art Illuminaten-Blutadel also. Diese Familien haben solch illustre Namen wie Rothschild, Warburg, Rockefeller, Onassis oder Kennedy. Aber Moment, wieso nur zwölf? Heißt das Buch nicht "Die 13 satanischen Blutlinien"? Ganz recht - diese dreizehnte Linie ist die höchste und wurde von Satan persönlich "eingerichtet" - aus dieser soll der Weltherrscher, der Antichrist hervorgehen.
Ich bin hin- und hergerissen von dem Buch. Einerseits ist es angenehm geschrieben, klingt für ein solches Grenzthema sogar oft plausibel und ist mit seiner Unmenge an Fußnoten und Quellenangaben geradezu herausragend recherchiert!
Andererseits bringt der Autor Fakten, wie sie aus einem schlechten Horrorfilm zu stammen scheinen. Ich vermute ja, dass dem guten Autor nur hin- und wieder in einem Anflug religiöser Eiferei die Fantasie ein wenig durchgegangen ist. Zum Beispiel in dem Punkt, dass Al Gore blutsüchtig ist und deshalb immer einen Koffer voll davon mit sich herumträgt. Andere Fakten klingen fast schon zu beängstigend und zu verrückt, als dass man sie sich ausdenken könnte - zum Beispiel, dass jeder fünfte Selbstmord in Wirklichkeit ein Ritualmord aus kultischen Gründen sei. Und dass allein in den USA jährlich 40.000 bis 60.000 Menschen satanischen Ritualen zum Opfer fallen! Klingt geschmacklos und furchtbar - und ich erinnere mich genau, wie ich genau auf dieser Buchseite zu lesen aufhörte, um etwas im Internet zu stöbern und dabei nach einer Minute (ich glaub auf Spiegel-Online) auf eine Meldung stieß, dass in London 300 Einwandererkinder spurlos verschwunden seien. Und dann fallen einem die Statistiken ein, dass jährlich in den Staaten 50.000 Kinder und Jugendliche spurlos verschwinden - viele gerade in der Zeit um Halloween.
Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass große Teile des Buches wahrscheinlich wirklich den Tatsachen entspricht. Zu perfekt passen die Fakten, die man bisher aus dem Bereich Geheimgesellschaften und Weltverschwörung kannte, mit den Thesen des Herrn Robin de Ruiter zusammen.
Und damit bin ich am wichtigsten Punkt meiner heutigen Buchvorstellung angelangt: Nämlich warum ich das Buch für so wichtig halte! Der Grund: Es gibt Tausende Bücher zum Thema Illuminaten und Weltverschwörung, meist schreibt einer vom anderen ab und verbreitet dann seine "Erkenntnisse", die in der Regel irgendwo zwischen Reichsdeutschen Flugscheiben vom Aldebaran oder "grauen Biorobotern" enden. Nicht so Robin de Ruiter. Er verbreitet die Ansicht, dass alles ein großer, religiöser Plan ist und dass die Macht der geheimen Weltregierung auf der Macht Satans beruht. Und dass die biblische Endzeit mit dem Antichristen an der Spitze direkt daraus resultiert. Und wenn man dann die Globalisierung, den Euro, die Geschehnisse in Israel, die vermehrte Überwachung, die Implantate mit RFID-Chips oder die "gehörnten" Handzeichen von George Bush vergleicht mit den biblischen Prophezeiungen über Antichrist und "dem Zeichen", dann bekommt man plötzlich genau die Puzzleteile, die einem immer gefehlt haben und die irgendwie jeder Autor durch erdachte Variablen ersetzt.
Der Große Plan erhält dadurch einfach seinen eigentlichen Sinn, seine religiöse Legitimation. Das zumindest ist für mich als Christ mein persönlicher Eindruck. Diese ganze Geschichte über die Verbindung von biblischem Antichrist und moderner Globalisierung bekommt dadurch erst seinen Sinn.
Bemerkenswert finde ich auch, dass das Buch beim erzkatholischen Verlag "Pro Fidele Catholica" erschienen ist, der in der Menge eher bibel- und papsttreue Schriften auflegt und mit der Veröffentlichung solcher Bücher wie den "13 satanischen Blutlinien" viel mehr Menschen die Augen öffnen kann, als die klassischen Verleger von Weltverschwörungsliteratur mit ihren festen Käuferkreisen. Ein wichtiges Buch, leicht und schnell zu lesen, wenn auch nichts für notorische Zweifler oder Agnostiker. Ganz klare Kaufempfehlung - der Preis übrigens 12,80 Euro mit für Gelegenheitsleser traumhaft wenigen 158 Seiten.

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"Drachenland" Byron Preiss/ J. Michael Reaves

Fällt es eigentlich sehr auf, dass ich ein Faible für Fantasy-Literatur habe? Aber Fantasy und SF sind nun mal der Stoff, aus dem Träume gemacht werden. Was sind schon zeitgenössische Belletristik, Krimis oder Biografien gegen ein Fantasybuch, in dem der Autor nicht nur ein paar Figuren entwirft, sondern gleich eine fantastische Welt mit dazu? Zum Beispiel wie in dem wunderhübschen Büchlein "Drachenland", um das sich meine heutige Buchvorstellung dreht.
"Drachenland" wurde gleich von zwei Autoren geschrieben: von Byron Preiss und von J. Michael Reaves. Eigentlich sind aber sogar drei Männer herausragend an dem Buch beteiligt, denn neben den beiden Autoren hat ein Herr Joseph Zucker gleich dutzendweise wunderschöne Illustrationen ins Buch gezaubert, die nicht unerheblich zur Faszination des Werkes beitragen! Angefangen von der obligatorischen Landkarte über die vielen fantasievollen Orte und allerliebsten Figuren - all das hat Mister Zucker wunderschön ausgeschmückt und auf den Seiten verewigt, so dass man allein schon beim Blättern in dem 575 Seiten dicken Werk eine andere Welt zu besuchen scheint.
Inhaltlich geht es um den kleinen, höchst erfinderischen Einsiedler Amsel, um ganz viele Drachen und um die beiden fantasievollen Kontinente Fandora und Simbala. Ersteres ist ein raues Ackerland, von störrischen Bäuerlein in einer mittelalterliche Feudalstruktur bewohnt - das andere ist eine reiche Traumwelt mit fernen Königreichen und riesigen Wäldern, besiedelt von geheimnisvollen Zauberern. Zwischen diesen beiden ungleichen Kontinenten droht nun ein Krieg auszubrechen, den nur der kleine Amsel verhindern kann. Dummerweise wird er von beiden Seiten jeweils als Spion der Gegenseite verdächtigt, bis er schließlich herausfindet, dass die Lösung des Konfliktes irgendwo im Norden im sagenhaften Drachenland zu finden ist.
Es gibt nur wenige Literatur aus diesem Genre, die man auch Kindern empfehlen kann - "Drachenland" gehört dazu! Es ist nicht so gruselig wie Potter und nicht so grausam wie der Herr der Ringe, erreicht natürlich auch an keiner Stelle die Brillanz dieser beiden Referenzwerke, ist aber ein allerliebstes Buch mit unkomplizierter Sprache, liebevoll erschaffenen Charakteren, vielen überraschenden Wendungen und einer ganz bezaubernden Geschichte. Sogar die Beschreibungen von Kampfhandlungen kommen ohne größere Gewaltdarstellungen aus und sind an vielen Stellen sogar komisch und vor allem immer mit unvorhersehbaren Vorfällen versehen.
Zusammenfassend: Das Buch ist zwar keine wortgewaltige Literatur, aber kurzweilig und unterhaltsam, spannend, originell und sehr liebevoll verfasst und aufgemacht. Zusammen mit den wunderhübschen Illustrationen haben wir ein Kleinod des Fantasy-Genres, das viele Abende lang Spaß bereitet.
Neu gibt's das Büchlein glaub ich gar nicht mehr zu kaufen, es wurde trotz hervorragender Kritiken nicht wieder aufgelegt, aber bei Ebay bekommt man es meist schon für nur einen einzigen Euro. Und das ist wenig Geld für viel Buch.

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"Drittes Reich" Wilhelm J. Wagner

Empfehlen möchte ich heute den kürzlich erschienenen, großformatigen Bildatlas "Drittes Reich" von Wilhelm J. Wagner. Die Bücherläden erleiden zur Zeit eine wahre Schwemme an Büchern über diese Jahre und die meisten gleichen sich dabei aufs Haar - umso erstaunter war ich, als ich Knauers Bildatlas im Laden in die Hand nahm und durchblätterte. Ich habe es sofort gekauft und binnen kurzem durchgelesen.
"Drittes Reich" ist ganz einfach informativ, originell und sogar schön. Es finden sich wirklich unzählige Fotos und Grafiken darin - die meisten davon tauchen nirgendwo anders auf. Und es sind Unmengen an Statistiken zu finden, zu jedem Thema in diesem Zusammenhang: von Lebensbornen, Wahlergebnissen, Abstimmungen, Wirtschaft, Verträge, Gerichte und so weiter - ein wahrer Wissensquell.
Hochinteressant auch viele Abbildungen und Karikaturen aus jener Zeit, z.B. aus Schulbüchern, von Plakaten und Behörden (z.B. offizielle Schaubilder zur Mischlingsehe). All das sieht man eigentlich nie und ist deshalb schon allein ein Grund, das Buch zu erwerben. Ein Kapitel wird sogar der Thulegesellschaft gewidmet, welche ja ansonsten fast nie in der offiziellen Literatur zu finden ist. Daneben auch Infos zu Sebottendorf und weitere interessante Details - wer z.B. hat gewusst, dass sich die Thulegesellschaft mittels einer geheimen Symbolsprache verständigt hat?
Viele Informationen sind originell und detailliert und sonst nirgends zu finden - z.B. dass A.H. die Karosserie des VW Käfer höchst selbst skizziert hat und sogar den Namen erfand. Oder dass die Autobahnen im Krieg schwarz angemalt wurden, um Feindfliegern die Orientierung zu erschweren.
Völlig neu war mir auch der jugoslawische Truppenaufmarsch an der österreichischen Grenze zum 34er Putsch. Wenn der nicht gescheitert wäre, hätten die Jugoslawen das Land besetzt - das Ganze wird übrigens sogar auf einer der unzähligen Karten dargestellt - mit Truppenbewegungen!
Erfreulicherweise ist der Bildatlas auch nicht das zehntausendste Buch über den 2. Weltkrieg - höchstens ein Zehntel des Buches dreht sich um die Feldzüge. Ansonsten geht es um die Jahre 33 - 39, die der Verfasser zwar genauso negativ darstellt, wie jedes andere Buch auch, aber wie gesagt mit interessanten Infos nur so gespickt hat.
Nur knapp 180 Seiten umfasst das Werk, aber dafür ist es ja auch großformatig und auch recht preiswert. Wer sich also mit Kartenmaterial, Statistiken und vielen Fotos überschütten lassen will, der sollte sich das kurzweilige Buch ruhig einmal anschauen.

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