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Bücher mit dem Buchstaben: B




"Die Bankierverschwörung" Mullins/Bohlinger

"Die FED (Federal Reserve System) [...] ist in den Vereinigten Staaten ein System aus zwölf privaten Banken, welchem von der US-Regierung das Recht zum Drucken von Geld verliehen wurde."
So nüchtern beschreiben Wikipedia auf ihrer Webseite ein Geldsystem, das absurder und gefährlicher kaum sein könnte. Zur Erinnerung: Mit der FED ist 1913 aufgrund eines unter dubiosen Umständen während des Weihnachtsurlaubs zustande gekommenen Kongressbeschlusses ein Privatunternehmen beauftragt worden, die gesamte Kontrolle über Geldausgabe, Wechselkurse und währungspolitische Angelegenheiten der Vereinigten Staaten zu übernehmen! Dieser Beschluss gilt heute als Beginn der weltweiten Machtübernahme der Hochfinanz. Als ein gewisser John F. Kennedy viele Jahre später diesen Beschluss rückgängig machen wollte, ist er leider unmittelbar davor plötzlich und unerwartet dahingeschieden. DAS sind Fakten, auf die sich eine vernünftige Weltverschwörungstheorie gründet. Leider hört man in den Medien zum Thema Weltverschwörung nur immer von Außerirdischen oder reichsdeutschen Flugscheiben - die Szene könnte ihr Spinner-Image sehr schnell los werden, wenn solche Fakten wie über die FED im Mittelpunkt stehen würden.
"Die Bankiersverschwörung" ist ein Klassiker zu diesem Thema. Mullins beschreibt unglaublich detailreich den gesamten Sachverhalt um die Gründung der FED und widmet allen wichtigen Verbrechern, ähm, ich wollte sagen Mitbegründern, ausführliche Kapitel. Der deutsche Übersetzer Roland Bohlinger ergänzte das Werk um einen aktuellen Anhang, der wohl ursprünglich einmal separat erschienen, aber in dem mir vorliegenden Buch mit enthalten ist.
Die groben Tatsachen um die FED sind einem jeden "Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert" - Leser ja eh bekannt und ein jeder dürfte auch einen Alan Greenspan kennen - wer aber tief in das Netz aus Verschwörung und Skandal eintauchen möchte, wer wirklich jedes Puzzleteilchen kennen lernen will und wer sich auch nicht von dem knochentrockenen Schreibstil des Buches abschrecken lässt, für den ist die "Bankierverschwörung" ein wirkliches Referenzwerk. Auch wenn sich dieses Sammelsurium aus Zahlen und Fakten vom literarischen Anspruch her eher so vertrocknet liest wie der Quartalsbericht eines südsächsischen Amtsblattes - es ist hochinteressant, informativ und oft sogar empörend! Das Buch hat etwa 270 Seiten, enthält eine Anzahl sehr aufschlussreicher Fotos, Abbildungen und Zeitungsausschnitte und kostet 13,70 Euro. Wer mitreden will beim Thema Hochfinanz, der kommt um dieses Buch definitiv nicht herum!

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"Barthimäus und das Amulett von Samarkand"
Jonathan Stroud

Barthimäus heißt der Held des Buches. Barthimäus ist frech, extrem selbstbewusst und über alle Maßen witzig. Und er ist ein Dämon der vierten Klasse. Er hat schon ein paar tausend Jahre auf dem Buckel, musste seinerzeit bereits den alten Ägyptern beim Pyramidenbau helfen - aber jetzt hat's ihn wirklich hart getroffen. Nach langer Zeit der Ruhe hat sich doch wirklich ein Zauberer erfrecht, ihn erneut zu beschwören. Und nicht irgendein Zauberer, sondern der erst zwölfjährige Nathanael. Und nicht mal Fehler hat der dabei gemacht, perfekt gezeichnete Pentagramme, sauber gesprochene Beschwörungsformeln, nix auszusetzen daran. Also muss der kecke Barthimäus dem Knirps wohl oder übel gehorchen. Leider will dieser Knirps nichts geringeres, als dass Barthimäus das berühmte und mächtige Amulett von Samarkand für ihn stiehlt, dass dummerweise einem sehr einflussreichen Zauberer gehört.
Aus diesem Stoff entspinnt sich eine zauberhafte Geschichte voller Witz und Spannung. Einen Dämonen als Protagonisten hatte ich bisher noch nie erlebt. Das Buch liest sich super und macht einfach Spaß, ich habe es fast in einem einzige Zug verschlungen.
Wer sich nicht am schwarzmagischen Hintergrund stört (das Buch ist wesentlich "böser" als z.B. Harry Potter und nicht für Kinder gedacht), der wird eine Menge Spaß dran haben. Etwas morbide Zeitgenossen mit einer gehörigen Portion von schwarzem Humor werden begeistert sein. Dazu kommt, dass die Zaubererwelt in dem Buch weitaus realistischer dargestellt wird als in anderen Fantasy-Büchern. Wenn es echte Zauberer gäbe, dann würden die genauso agieren wie in "Barthimäus", und nicht wie in Harry Potter oder dem Herrn der Ringe, weil die Zauberei in "Barthimäus" genauso funktioniert, wie ich sie bereits in realen, schwarzmagischen Werken gelesen habe. Diese Portion Realismus verleiht dem Buch noch eine zusätzliche Gänsehautatmosphäre, die in Verbindung mit dem reichlich vorhandenem Wortwitz eine wirklich einzigartige Mischung ausmacht. So einen originellen Roman habe ich bisher wirklich selten gelesen.
Das Buch ist sehr hübsch aufgemacht, weit über 500 Seiten dick, schwer und gebunden und kostet deftige 18,90 Euro. An dieser Stelle ein kleines Loblied auf meine gut sortierte Stammbibliothek.

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"Barthimäus. Die Pforte des Magiers"
Jonathan Stroud

Barthimäus ist eine Trilogie aus drei Büchern – Teil eins („Barthimäus. Das Amulett von Samarkand“) hatte ich hier schon mal vor gut einem Jahr vorgestellt.
Doch nach dem durchwachsenen zweiten Teil („Barthimäus. Das Auge des Golem“) wollte ich die Barthimäus-Trilogie eigentlich gar nicht mehr weiterlesen. Doch dann lag der gerade erschienene, toll aufgemachte und im Laden immerhin 19,95 Euro teure Band in der Auslage meiner Stammbibliothek und da konnte ich einfach nicht widerstehen.
Aus dem neuen Plan, nur mal kurz reinzulesen, ist dann auch nichts geworden. „Barthimäus. Die Pforte des Magiers“ ist nicht nur der beste Teil der Reihe, sondern auch eines der besten Fantasybücher überhaupt! Es ist außerordentlich spannend, manchmal ein wenig schaurig (auf keinen Fall etwas für Kinder!!!) und vor allem voller, bestem, schwarzen Humor. Einfach großartig.
Das Buch ist zum größten Teil aus der Sicht von Barthimäus geschrieben – und Barthimäus ist ein 5.000 Jahre alter Dämon! Das ist schon mal außergewöhnlich originell. Barthimäus wird von dem jungen, etwas phlegmatischen Zauberer Nathanael beschworen und in seinen Dienst gezwungen. Zwischen den beiden beginnt sich eine eigenartige Hassliebe zu entwickeln.
Das Highlight des Buches ist neben der eigentümlichen Story vor allem der Humor des Dämonen. Wenn Barthimäus in seine eigenartige Situationskomik verfällt oder die haarsträubendsten Geschichten aus seinem 5.000jährigen Leben zum Besten gibt (witzigerweise in Form von Fußnoten unter dem Text!), dann ist das meistens zum Brüllen komisch.
Wer auf schwärzesten Humor steht, sich auch mal ein bisschen gruseln will und sich gern mit guter Fantasyliteratur unterhalten lässt, für den sind die 608 Seiten „Barthimäus. Die Pforte des Magiers“ ein echter Geheimtipp!
Jammerschade ist nur, dass die Buchreihe von vornherein als Trilogie angekündigt war und man deshalb schon jetzt weiß, dass es keinen vierten Teil mehr geben wird.
Dafür ist dieses letzte Buch als Ende der Reihe aber auch furios!

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"Berge des Wahnsinns" H. P. Lovecraft

Ich bin kein Fan von Horrorliteratur, weil ich mich einfach nur sehr schwer grusele. Ich erfreue mich höchstens an ein paar Klassikern, die ihre Faszination aus der sprachlichen Gewandtheit und bildhaften Sprache ihrer Autoren beziehen. Und von den Handvoll Werken, die diesem Anspruch genügen, ragt für mich eines meilenweit heraus: "Die Berge des Wahnsinns" vom unvergessenen H. P. Lovecraft!
Lovecraft selbst ist einer der faszinierendsten Menschen, die je gelebt haben. Seine Eltern starben schon zeitig - beide in psychiatrischen Anstalten. Lovecraft war ständig krank, ging fast nie zur Schule, aber las bereits mit fünf die "Geschichten aus 1001 Nacht" und blieb dadurch bis ans Lebensende geprägt von orientalischen Schwärmereien. Der hochintelligente Mann erreichte nicht einmal einen Schulabschluss und verbrachte nahezu sein gesamtes Leben im Bett, schlief tagsüber und empfing seine seltenen Gäste im Morgenmantel. Trotzdem war er nicht isoliert, weil er mit unzähligen, teilweise berühmten Personen im Briefkontakt stand. Fasziniert war ich von der Tatsache, dass Lovecraft wahrscheinlich der Mensch mit der meisten Korrespondenz war, der je gelebt hat - insgesamt soll er in seinem Leben mehr als 87.000 Briefe geschrieben haben!!! Und die waren zumeist auch noch sehr ausführlich!
Der Autor hat eigentlich außer seinen Briefen nur ein paar Kurzgeschichten verfasst, von deren Veröffentlichungen in diversen SF-Magazinen er ein spartanisches Leben fristen konnte und die heute in verschiedenen Zusammenstellungen erhältlich sind. Ein paar dieser Geschichten waren aber lang genug, um sie als separates Taschenbüchlein unters Volk zu bringen - eines davon sind die "Berge des Wahnsinns". Der Hauptverdienst des Autors liegt vor allem in seiner Leistung begründet, aus dem verpönten Horrorgenre eine wahre Kunstrichtung gemacht zu haben! Ich habe zu seinem Schreibstil schon einiges geschrieben, als ich "Hüter der Pforten" vorgestellt habe - aber das, was dort in Ansätzen zu erkennen gewesen war, wurde in "Berge des Wahnsinns" zur Perfektion gebracht. Ich gehe soweit, dieses Buch als besten Horrorroman aller Zeiten zu bezeichnen!
Was macht "Berge des Wahnsinns" zu einzigartig? Die Story ist für Liebhaber von Abenteuergeschichten schon mal wunderschön, fast schon in Richtung eines Jules Verne - nur dass sie nach und nach immer schrecklicher wird. Es geht um eine Polarexpedition, die in die Antarktis reist, um dort weiße Flecken auf der Landkarte zu erkunden. Dabei entdecken die hervorragend ausgerüsteten Forscher ein gewaltiges Gebirge, dass noch höher ist, als das Himalaja. Als mehrere Wissenschaftler Höhlensysteme in diesen Bergen betreten, machen sie eine unglaubliche Entdeckung und teilen diese per Funk dem Basislager mit. Als daraufhin weitere Forscher an den Höhlen eintreffen, finden sie nur noch die schrecklich zugerichtete Leichen ihrer Kollegen vor. Den Höhepunkt erreicht die Erzählung, als der Protagonist mit einem Kameraden einen Erkundungsflug wagt, der über die gewaltigen Berge hinausgeht. Denn dahinter entdecken sie eine unermesslich riesige und uralte, schwarze Stadt aus längst vergessenen, archaischen Epochen. Als sie dort landen und die seltsamen Ruinen untersuchen, werden sie von immer stärker werdender Furcht übermannt ...
Genau hier erreicht die Erzählung ihren stilistischen Höhepunkt. Lovecrafts Grusel resultiert nämlich nie aus billigen Schockeffekten, Blutorgien oder irgendwelchen Dämonen oder Teufeln - sondern sie funktionieren unglaublich subtil! Diese schrecklich finsteren, zyklopischen Hallen, dieses namenlose, nicht genannte Grauen, dass die Herzen beschleicht, gestandene Männer, die vor lauter Angst buchstäblich wahnsinnig werden - das ist der Stoff, aus dem wahrer Horror gemacht wird! Und wie schon Jules Verne in "Die Eissphinx", so greift auch Lovecraft immer wieder Elemente aus "Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym" von Edgar Allen Poe auf! Irgendetwas muss doch dran sein an dieser seltsamen Geschichte, die gleich drei so große Autoren in eigenen Romanen verarbeitet haben, und die Lovecraft aus eigenen Träumen abgeschrieben haben soll!
Wer beim Bücherlesen gern einmal nackte Angst empfindet und wer Horror schon immer mal als Kunstform erleben wollte, der sollte sich mal nach dem dünnen Taschenbüchlein umsehen. 7,50 Euro für eine Reise an die Grenzen der menschlichen Seele. Und wer so hart besaitet ist, dass ihm die mystische Geschichte nichts ausmacht, für den bleibt immer noch ein literarischen Kleinod übrig, das zu lesen großen Vergnügen bereitet - denn der Schreibstil von Lovecraft ist einfach phantastisch bildhaft und sehr ästhetisch. Kunst zum Fürchten sozusagen.

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"Die Bibel"

Von allen Bücher, die ich hier vorstelle, ist die Bibel Pflichtstoff Nummer eins! Wer will über den Sinn des Lebens diskutieren, wer will die Entwicklung unserer Kultur beurteilen, ohne das Buch der Bücher gelesen zu haben? Die heilige Schrift zu rezensieren maße ich mir nicht an, aber ein paar Lesetipps kann ich an dieser Stelle loswerden. Erstens achte auf eine gute Übersetzung. So toll auch der Name Martin Luther bis heute klingt - seine Übersetzung ist für Einsteiger nur bedingt zu empfehlen. Er hat einen sehr poetischen Sprachstil und dieser eignet sich eher für den Genuss, als für das Studium. Ich benutze Lutherbibeln nur, um Fälschungen oder Änderungen aus neueren Ausgaben zu erkennen. Die Lutherfassung wird nur sporadisch revidiert, so dass man auf Flohmärkten mühelos uralte Schriften entdecken kann. Für den Hausgebrauch empfehle ich unbedingt eine "Einheitsübersetzung" (nicht zu verwechseln mit der völlig unbrauchbaren "Hoffnung für alle" oder ähnlichem)!
Wer ungeduldig ist, sollte auf das Alte Testament vorerst verzichten: Massaker, Blutopfer und endlose Ahnenreihen können einem den Spaß schnell verderben. Interessenhalber würde ich aus dem AT voererst nur das Buch Genesis (Wie alles begann), das Buch Daniel (wegen der interessanten Prophezeiungen) und das Buch Kohelet (manchmal auch Prediger genannt - eine wundervolle, tiefgehend philosophische Schrift) empfehlen. Wer mit der Bibel anfägt, sollte sich nicht scheuen, gleich zum Neuen Testament durchzublättern und die Evangelien zu lesen ( Zumindest eins - vorzugsweise Matthäus wegen der Bergpredigt). Das ist ein guter Einstieg und enthält eigentlich auch alles, was man an Grundwissen braucht. Die Apostelgeschichte und natürlich die Offenbarung des Johannes sollten folgen. Wer das alles überstanden hat und gut fand, der kann sich das ganze Buch vornehmen.
Wer dann immer noch nicht genug hat, der kann sich eine Konkordanz besorgen und zu forschen beginnen. Ich habe mittlerweile 13 Bibeln in größtenteils verschiedenen Fassungen und Berge an Sekundärliteratur - das Thema lässt einem einfach nicht mehr los. Und noch eine "Warnung" an Atheisten, die mit dem Studium der Bibel selbige widerlegen wollen - das kann leicht schiefgehen und man endet als Christ ;-)

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"Bildung - Alles, was man wissen muss" von Dietrich Schwanitz

Alles Wichtige wissen über Geschichte, Kunst, Literatur und Philosophie, dabei nur etwas mehr als 500 Seiten lesen und auch noch brillant unterhalten werden dabei? Endlich mitreden können über die alten Griechen, über die großen Maler der Renaissance und des Impressionismus, über die Völkerwanderung, die Reformation, die französische Revolution oder über die Ideen Hegels, Kants oder Descartes? Nach nur wenigen Stunden des Lesens, die auch noch Spaß machen?
Diese anspruchsvolle Aufgabe hat sich Dietrich Schwanitz in seinem Buch "Bildung - Alles, was man wissen muss" gestellt und auch glänzend erfüllt. Nach wenigen Tagen hat man altes Wissen aufgefrischt oder neues hinzugelernt und kennt die Grundbegriffe und wichtigsten Sachverhalte aus Kunst, Geschichte, Literatur und Philosophie. Darüber hinaus verknüpft der Autor das geballte Fachwissen mit einem sehr lockeren, fast schon flapsigen Schreibstil, der aber meistens ansprechend und sogar witzig, auf alle Fälle aber immer sehr unterhaltsam rüberkommt. Schwanitz schreibt leider oft seine persönliche Meinung zu bestimmten Themen - leider deswegen, weil er manchmal ein geradezu unerträglicher Gutmensch ist und fast immer übertrieben stark polarisiert. Aber das kann nichts an der Tatsache ändern, dass er mit dem vorliegenden Buch etwas Einmaliges geschaffen hat. Statt tausender staubtrockener Seiten in Dutzenden langweiligen Fachbüchern hat man hier nur ein einziges, leicht verständliches, abwechslungsreiches Buch, dass sehr viel Spaß bereitet. Dazu trägt auch der Boulevard-Stil bei, der zunächst gar nicht zu den ernsten Themen zu passen scheint, aber dann später jede Menge Spaß bereitet. Vor allem die kleinen Detail und Anekdötchen. - so schreibt der Autor zum Thema Thomas von Aquin eben nicht nur über dessen Ideen, sondern erwähnt auch, dass er so fett war, dass man an seinem Tisch eine Bucht aussägen musste, damit er an das Essen herankommen konnte.
Oder dass der Papst den Michelangelo vom Gerüst schmeißen wollte, weil der zu lange für die Deckenbilder der Sixtinischen Kapelle gebraucht hatte. Oder dass Da Vinci drei Jahre lang die Frau des Francesco Giocono aus Florenz in sein Atelier holte, um von ihren Gesicht das Lächeln der Mona Lisa abzumalen und dass er sogar Musiker dazu aufspielen ließ, um die Dame wehmütiger lächeln zu lassen. Und so weiter - Klasse!
Extrem witzig sind die letzten hundert Seiten im Buch, (u.a. "Regeln, wie man unter Gebildeten kommuniziert"), die man bitte mit Augenzwinkern betrachten sollte. Unglaublich hierbei vor allem die "Länderkunde für die Frau und den Mann von Welt" zum Thema "Deutschland von außen gesehen" mit einem Überblick über die Mentalität von Amerikanern, Engländern, Italienern und so weiter. Vor allem der Artikel über die Amerikaner ist zum Brüllen. Ich zitiere: "Amerikanische Behörden sind manchmal irritiert, wenn Europäer keinen Mittelnamen haben: es macht sie misstrauisch, so, als wenn man keinen Schatten wirft, wie ein Schlemihl. Es empfiehlt sich daher einen zu erfinden, wenn man keinen hat [...]" Oder: "Zieht ein Amerikaner um, wechselt er manchmal auch die Gemeinde. Wenn die Baptisten ein besseres Schwimmbad haben als die Methodisten, ist das für die Kinder sehr sinnvoll." Und so weiter - wirklich sehr spaßiger Text.
Wem selbst diese 544 Seiten noch zu viel sind, der darf zum Hörbuch greifen, auf dem wirklich herausragende Sprecher auf sechs CDs die wichtigsten Aspekte des Buches vortragen. Jeweils zwei CDs zu Kunst, Literatur und Philosophie. Gefällt mir wirklich ausgezeichnet, hab es gerade da!
Das gebundene Buch kostet übrigens 29,90 Euro, das Taschenbuch sogar nur 14,00, die sechs CDs 23,99. Und sie sind das sogar wert!

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"Brennpunkte biblischer Prophetie" John F. Walvoord

Dieses Werk hier ist spezielle Sekundärliteratur zur Bibel und setzt voraus, selbige auch gelesen zu haben - erst dann erschließt sich einem ein Bild von aktueller und erschreckender Realität.
Walvoord ist Professor für Theologie, befasst sich seit langem mit Prophezeiungen und hat insgesamt über 20 Bücher zu diesem Thema geschrieben! "Brennpunkte Biblischer Prophetie" ist eine Zusammenfassung seiner wichtigsten Aussagen dazu und gerade deshalb unbedingt empfehlenswert.
Der Autor greift die wichtigsten Vorhersagen der Bibel auf und legt sie klar und verständlich aus. Der größte Teil ist auf die Endzeit ausgerichtet und gerade bei dieser heiklen Thematik beweist Walvoord einen für einen Theologieprofessor geradezu sensationellen Mut, denn er scheut sich nicht Theorien aufzustellen, die einem Weltverschwörungsautor alle Ehre gemacht hätten! So sieht er in der "Hure Babylon" tatsächlich die Weltkirche (!) und in dem endzeitlichen Staatenbündnis das vereinte Europa! Auch nimmt er Stellung zu aktuell politischen Themen (z.B. im nahen Osten) und brilliert durch glänzende Ideen. Das Buch hat nicht das Geringste von einem angestaubten Bibelwerk an sich, sondern ist erfrischend, aktuell, übersichtlich und sehr flüssig geschrieben - ich habe es innerhalb kurzer Zeit durchgelesen und habe es immer in Reichweite, weil es geradezu prädestiniert dafür scheint, immer wieder als Nachschlagewerk genutzt zu werden!
Hier noch eine kleine inhaltliche Zusammenfassung:
Es geht zunächst um alttestamentarische, dann um messianische und vor allem um endzeitliche Prophezeiungen. Der Autor läßt es sich dabei nicht nehmen, in aller Ausführlichkeit auf Themen wie die Wiederkunft Christi, die Entrückung, den Antichristen, den Siebenjahresvertrag Israels, Babylon, Rußland, die Weltregierung, die Weltreligion, das tausendjährige Reich, das letzte Gericht und das Neue Jerusalem ausführlich einzugehen und das immer aktuell und interessant!
Das Buch besitzt darüber hinaus ein umfangreiches Sachregister, ist gebunden und über 400 Seiten dick.

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"Das Buch der Deutschen" von Johannes Thiele

Die Aufgabe, die sich der Herausgeber mit dem "Buch der Deutschen" gestellt hat, war unglaublich anspruchsvoll und eigentlich kaum zu bewältigen: Ein Buch, in dem (wie der Untertitel verrät) alles stehen soll, "was man kennen muss". Ein Buch, dass anhand einer umfangreichen Textsammlung aus Literatur, Geschichte und Politik das zeigen soll, was die Identität der Deutschen ausmacht. Ich würde meinen, dass das in einem einzigen Buch nicht zu schaffen ist. Herr Thiele aber hat es wenigstens versucht und weiß auch, dass das Werk nicht vollkommen sein kann. Und fordert gleichzeitig zu Dialog und Mitarbeit auf.
Jetzt aber zum Inhalt: Das Buch ist übersichtlich in neun Teile untergliedert, die jeweils eine geschichtliche Epoche umfassen. Dabei handelt es sich thematisch um die Zeit bis zum Ende des Mittelalters, um die Reformation, um die Aufklärung, um die Reichsgründung, um das Kaiserreich inklusive erstem Weltkrieg, um die Weimarer Republik, das dritte Reich, die Nachkriegszeit und die Gegenwart.
In dem Buch stehen Auszüge aus den wichtigsten und prägendsten Texten der gesamten, deutschen Geschichte. Ich versuche mal, eine kleine Auswahl aufzuzählen, die ich für wichtig halte (im Buch findet sich natürlich noch viel mehr):
Es beginnt mit dem uralten Text von Cornelius Tacitus über die alten Germanen (lesenswert und amüsant), dann geht die Reise zu den Nibelungen und zum Hildebrandslied hin zu Luthers Thesen, dem Augsburger Religionsfrieden und dem "abenteuerlichen Simplicissimus".
Danach finden sich Hölderlin, von Kleist, Lessings "Nathan, der Weise", Goethes "Die Leiden des jungen Werther", Schillers "Räuber" und Kants "Kategorischer Imperativ".
Weiter geht's mit Texten von Ernst Moritz Arndt (z.B. das "Vaterlandlied"), Gneisenau und Clausewitz, mit Schopenhauer und den Brüdern Grimm, Heinrich Heines "Nachtgedanken", mit Hegel, Ludwig Uhland, Joseph von Eichendorff und Büchners "Hessischer Landbote". "Die Wacht am Rhein" von Max Schneckenburger fehlt ebenso wenig wie Nietzsche, Fontane, Bismarck ("Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts auf der Welt!"), das "Kommunistische Manifest", die Paulskirchenverfassung, das "Ännchen von Tharau", "Das Eisenacher Programm", Scheidemanns "Ausruf der Republik" und ein erschütternder Auszug aus dem Roman "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque.
Die Zeit der Weimarer Republik und das Dritte Reich werden abgedeckt vor allem durch linke Autoren wie Kästner, Döblin, Tucholsky, von Ossietzky, Brecht, Thomas Mann, Reich-Ranicki, Sophie Scholl oder Bonhoefer - aber selbst Adolf Hitler kommt ganz kurz zu Wort und auch Goebbels Sportpalastrede, die Ermächtigungsgesetze, die Nürnberger Gesetze und die Kapitulationsurkunde sind im Buch zu finden.
Für die Nachkriegszeit folgen u.a. Adenauers Grundsatzrede, die UN-Charta, das Potsdamer Abkommen, das Grundgesetz, die Verfassung der DDR und das Gesetz zur "Befreiung vom Nationalsozialismus". Auch Berthold Brechts wichtiger Text "An die Nachgeborenen" ist zu finden. Für die letzten Jahrzehnte stehen u.a. das Godesberger Programm, der Schießbefehl, Willi Brands Rede zur Nobelpreisverleihung, die Schlussakte von Helsinki, die Maueröffnung, Auszüge aus Werken von Christa Wolf, Böll, Grass, Lenz, ein paar Zeilen von Ulrike Meinhof sowie der Vertrag über die Herstellung der Einheit Deutschlands.
Wie man sieht, hat der Herausgeber wirklich keine Mühen gescheut. Eine beeindruckende Sammlung, die an Wichtigkeit und Kompetenz so herausragend ist, dass ich das Buch neben der Bibel, dem Duden und einem guten Lexikon für jeden deutschen Haushalt empfehle. Wenn es nicht so teuer wäre, denn 29,90 Euro für ein Buch sind schon ganz schön heftig. Dafür ist es aber auch ziemlich umfangreich (über 800 Seiten), schwer und gebunden und beinhaltet so viele herausragende Texte, die das Geld denn auch wert sind. Allein schon für die einzigartige Zusammenstellung. Pflichtkauf für Patrioten, aber auch eine Referenz für Literaturfans und Politikinteressierte.

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